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Der Israelit · 1897-08-09 · Heft 63 (9.8.1897) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 63 (9.8.1897)
Date
1897-08-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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T-y.-,-T?* m;-* ^50 - - ^»»yifSr» -V^T - 5,^- '"' />• *?~7r'v^~ TV**y^-;.- .=&" •^^(r ■"f77m&*+% - ' 1226 Juden, die von Kleinhandel mit den Bauern leben, fühlten sofort die Folgen dieser Krisis und mehrere Gemeinden des Innern baten die AlUance um Hülfe mit Worten, die die Lage der Armen in den dunkelsten Farben malten. Das Central-Comitb bestimmte eine Summe, um die dringendste Noch zu mildern und beauftragte Herrn Ribbi, Direktor der Schule der Alliance in Tanger, die Vertheilung des Geloes unter den bedürftigsten Gemeinden zu übermachen. Marrakesch (Maroc), Mcquinez, Demnat, Taroudant, Chechouan, Arzila und Debdou konnten unterstützt werden. Diese letzte Gemeinde befindet sich in einer besonders schwierigen Lage. Bekanntlich brachen vor einiger Zeit Unruhen in den Marokkanischen Gegenden an der Grenze des südlichen Algiers aus. Ararabische Stämme hatten sich gegen den Amel von Oudjda, den Stellvertreter des Sultans erhoben. Debdou befindet sich in den Gegenden, wo die Unruhen ausgebrochen find. Vereinsnachrichten. ** Köln Dem Bericht über das Jahr 1896 des israelitischen Asyls für Kranke und Altersschwache zu Köln entnehmen wir: Mit aufrichtiger Befriedigung sehen wir auch diesmal wieder auf die Thätigkeit im verflossenen Berichtsjahr zurück. Zeigt sich doch auch darin das stets anwachsende Vertrauen, das aus den weitesten Kreisen unserer Anstalt entgegengebracht wird. Aber mit diesem erhebenden Gefühl verbindet sich das tiefe Bedauern, daß wir den Wünschen und Ansprüchen, die an uns herantraten, nur in bescheidenem Maße gerecht werden konnten. Zwar konnten wir bei voller Ausnutzung der verfügbaren Betten 64 Kranke mehr aufnehmen, als im vorletzten Berichtsjahre, 410 statt 346. Allein den vielen Aufnahmegesuchen Altersschwacher standen wir, bei oft voller Anerkennung ihrer Dringlichkeit, meist machtlos gegenüber, denn es ist ausgeschlossen, daß wir die Plätze für Altersschwache noch vermehren können, und nur nach Maßgabe der frei werdenden Plätze sind Neuaufnahmen möglich. Wir selbst empfinden diese Nochlage am schwersten, und die Zweifel an unserer Bereitwilligkeit zu helfen, die zuweilen offen oder verschleiert erhoben werden, wenn wir Aufnahmegesuchen insbesondere aus auswärtigen Gemeinden nicht entsprechen, sind durchaus unberechtigt. Für die Aufnahme Altersschwacher kann bei der beschränkten Anzahl Plätze für uns nur die Hülflosigkeit in Verbindung mit Bedürftigkeit maßgebend sein. Bei dieser Sachlage ist es nur zu natürlich, daß seitens vieler Gönner immer wieder die Frage an uns gerichtet wird, warum wir dem erörterten Mißstand nicht durch einen Neubau begegnen. Auch im Kuratorium ist diese Frage schon angeregt und die Nothwendigkeit ihrer Lösung um so mehr anerkannt worden, als auch für ärztliche und wissenschaftliche Untersuchungszwecke, für die Haushaltung, für die Wohnungen des Pflegepersonals und eines Hausarztes keine genügenden Räume vorhanden find. Aber man war auch darin einig, daß dem Plan, eines Neubaues erst dann näher getreten werden könne, wenn eilte feste, finanzielle Grundlage geschaffen, d. h. wenn außer dem jetzigen für die nöthigcu Zuschüsse kaum ausreichenden Anstaltsvermögen ein entsprechendes Baukapital vorhanden fei. Dabei ist nicht außer Acht gelassen worden, daß angesichts der vielen Aufnahmegesuche seitens vermögender, alter und kranker Leute aus der Verpflegung solcher Pensionäre nach den bisherigen Erfahrungen eine größere Einnahme in Aussicht genornnren werden darf. Möchten daher edeldeükende Menschen durch Zuwendung größerer Stiftungen und Legate all unsere Anstalt llns die Ausführung dieses Planes ermöglichen! In der Poliklinik des Asyls suchten in diesem Jahre 7741 Kranke Hülfe. Diese entstammen zum größten Theil der Fabrikbevölkerung des südlichen Stadttheils, zum andern Theil den übrigen Stadtbe zirken und den Vororteli. Auch für die Poliklinik sind die vorhandenen Räume dem Andrang leider nicht entsprechend. Vermischtes. < MödkiNÜ« iDie Lüge eines Kindes.) Eine mevfnnhbifle Assaire, in bevcn Mittelpunkt ein elfjähriges Kind steht, beschäftigt gegenwärtig das hiesige Bezirksgericht. In der Mannagh. ttagasse in Mödling bewohnt seit mehreren Jahren der Adjunkt im Rechtsbureau der Bodeucredit Au stall, Herr Dr. Johann L'-divig Leitgeb, mit seiner Familie zum Sommeiauseulhalie eine Billa. Das anstoßende Hans hat ein Grieche, Herr Phokion Psaliabcs, mit seiner Gattin, einer gebürtigen Ungarin, nnd seiner elfsähriqen Nichte Marie Karitä inne. Doch fanb zwischen bei, Heiden Familien ein Berkehr nicht statt und wurde van Frau Psaliabcs offenbar vermieden Bol Kurzem innßle Iran Psaliabcs, bereit Gatte zur Zeit auch nicht in Mödtiug weitte, in einer dringenden Familicu-Angelegeuheit nach Ungarn verreisen. Sie ließ ihre Nichte ganz allein im Hause zurück, gab ihr einiges Geld und trug ihr strenge auf, keinen Fremden einzulassen Als die Frau nach einigen Tagen wieder nach Mödling zurück kehrte, fand sie ihr Hans verschlossen nnd von dem Kinde keine Spur. Sie hielt null Umschau nach der Kleinen und fand sie im Nachbarhause bei Frau Leitgeb. Erregt führte sie das Kind nach Hause und wollte es dafür züchtigen, daß es die Wohnung verlassen hatte und in ein Haus gegangen sei, mit welchem die Familie Psaliabcs keinen Berkehr unterhalten hatte. Diese Züchtigung unterblieb aber, da das elfjährige Mädchen zu seiner Entschuldigung der Tante erzählte, daß Frau Leitgeb sie angesprochen und voll ihr den Schlüssel zum Psoliades'schen Hause verlangt habe. Sie (die Kleine) habe sich gegen dieses Berlangen gesträubt und, um nicht etwa des Schlüssels beraubt zu werden, habe sie denselben

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