Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 62 (5.8.1897)
- Date
- 1897-08-05
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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,:. ir'~rrr ’7- -r'YW^i'%^.'iS-"Tr’ ’ 1211 berufen sind, dem Judenthum aufhelfen zu wollen, zumal die von ihnen vorgeschlagenen Mittel von sehr zweifelhaftem Werth für uns sind. Schreiber dieses glaubt nicht zu weit zu gehen, wenn er seine Meinung dahin ausspricht, daß alles, was aus jenen Regionen kommt, mit Vorsicht ausgenommen werden mi sse. Ja, man wird sich schließlich daran gewöhnen müssen, jene Kreise außer Betracht zu lasten, das Judenthum wird sich stützen müsten auf die mittleren und unteren Volksschichten, und aus diesen seine Kraft ziehen. Und doch würde es nicht richtig fein, die gefammte jüdische Aristokratie, wenn in diesem Falle der Ausdruck gestattet ist, mit ein und demselben Maßstabe zu mesten. Was mir an dieser Stelle und bei dieser Gelegenheit bekämpfen, ist speciell Berliner Gewächs, mit der Spree geduldigem Master getränkt, wobei wir freilich dankbar anerkennen wollen, daß wir unter unseren „Oberen" recht erfreuliche Beispiele wahrer Frömmigkeit und weitgebender Hochherzigkeit in unferm Sinne auszuweisen haben, freilich in einem für diese Behauptung ungünstigen Verhältniß zu der Gesammtheit. An anderen Orten ist es glücklicherweise vielfach anders. Wir denken dabei an Frankfurt a. M., wo gerade die Reichen ihren Stolz darein setzen, als gefetzestrene Juden sich zu betbätigen, au Hannover, wo heute noch am Sabbat fast sämmtliche Bank- und Engrosgeschäfte geschlossen sind, und ganz besonders an England, wo die reichsten Juden gleichzeitig die frömmsten sind. Es wäre unseren Berlinern Großen dringend zu rathen, bevor sie das Judenthum mit ihren Reformplänen beglücken, erst das Juoenthum in ihren eigenen Kreisen bester und nachhaltiger pflegen zu wollen. Oharity begins at homo. sagt ein englisches Sprichwort. Solange die Herren für das Judenthum im günstigsten Falle höchstens platonisch schwärmen, viel öfter aber kühl und kalt ihm gegenüber stehen, wird inan ihre Mitarbeit in Fragen des Judentbunts mit kühler Höflichkeit oder entschiedenem Protest zurückweisen müsten. (Berl. Vereinsbote) Burgpreppach. pod vsm tiöh i's ’tt d ' „Drei Tage der Thräne, sieben Tage der Klage, dreißig Tage der äußeren Vernachlässigung" liegen hinter uns, um den Verlust eines Mannes, t>ou dem wir im vollen Umfange des Wortes sagen konnten: .i^pc br> d'äxj wötwr non wo Am p*d ra, Nachmittags gegen 5 Uhr, wurde uns unser lheurcr Lehrer und Kollege Moses Plaut unerwartet durch einen Gehirnschlag für immer entrissen. Noch bis 3 Uhr hatte er an der Prüparandenschule unterrichtet, deren Lehrköper er beinahe 11 Jahre angebört hatte. Vor wenigen Wochen erst feierte diese Anstalt das 25jährige Dienstlubiläum des so plötzlich Heimgegangenen ‘tt. Schüler und Kollegen, Freunde und Bekannte aut nah und fern wetteiferten, dem TheuerenLiebe und Dankbarkeit, Zuneigung und Verehrung zu bekunden, die er sich durch sein selbstloses Wirken in so hohem Maße verdient. Alle beseelte der eine Wunsch: Es möge dem Jubilar noch ein recht langes Leben des Segens und Glückes beschieden sein. Aber: mptfl '2 BlH p] y■om '2 tPMK HO Am p’D ~t3 haben wir den Themen jn zu Grabe getragen. Vor dem Sterbehause sprach im Namen der Familie ein Schwager des Verstorbenen, Herr Distrikts-Rabbiner I. Adler y-Kitzingen, tiefergreifende Worte des Abschiedes und schilderte, was der Dahingeschiedene seiner Familie gewesen. Aus dem niiapn zva widmete Herr DistrictS-Rabbiner Dr. Bamberger ’"J, Vorstand der hiesigen Prüparandenschule, dem theuren Lehrer Vt warme Worte für sein pflichteifriges Wirken an der Anstalt. Im Namen des „jüd. Lehrervereins für das Königreich Bayern" sprach Herr Vorstand Goldstern 'o—H eid ing s f eld warme Worte des Nachrufes dem allzeit hilfsbereiten Vereinsmitglieve m*. Herr Lehrer Ottenfoser n, hier dankte dem Dahingeschiedenen m> für sein uneigennütziges Wirken im Dienste der jüd. Gemeinde, der er insbesondere an den trony ww ein pn pp war. Lehrer Bamberger sprach im Aufträge des Lehrerkollegiums der Prüparandenschule und als ehemaliger Schüler des Verstorbenen Vt Worte des dankbaren Gedenkens, nm*? pnat *w! Dafür hat der Verstorbene in der schönsten Weise gesorgt durch sein edles Schaffen und Wirken. Von seinem tiefen Wissen hat er uns Kunde gegeben, insbesondere durch seine literarischen Schöpfungen! „Deutsches Land und Volk im Volksmunde, eine Sammlung geographischer Sprichwörter." Und damit hhih mit pH *pH vereint sei, schrieb er auch: „Biblische Geschichten, der Jugend in der untersten Abtheilung erzählt." Wir wollen dem Dahingeschiedenen in unfern Herzen ein unverwüstliches Denkmal des dankbaren Gedenkens errichten! Möge 'wi der jungen Wittwe mit ihren fünf Kindlein die Kraft verleihen, den herben Schlag zu ertragen! h *hp ' bz s -i p s ns-ten nr -n! Frankreich. ‘ Paris, 26. Juli. Durch eine ungewöhnlich mühsame Wahl, die den ganzen Tag in Anspruch nahm, wurde gestern im dritten Wahlgang der Stadtrath Paul Strauß zum Senator der Seine ernannt; er nimmt den durch Tolain's Tod erledigten Pariser Senatssitz ein. Für Strauß stimmten die gemäßigten und konservativen Senatswähler, aber auch seine sozialistischen Kollegen im Stadtrath, gegen ihn die Radikalen und Sozialisten, die keine Stadträthe sind.