Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 61 (2.8.1897)
- Date
- 1897-08-02
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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SBer jfsraelif. Central-Organ für das orthodoxe Iudenthum. Alaiier für die israet. Schule. 26. August 1897.^ tNr. 9. ehrer Dlmlt b'1 über seine biblische Äefchichte.*) Biblische Geschichten. Für die isr. Kleinen erzählt von M. Plaut, Lehrer an der Präparandenschule in Burgpreppach. Erster Theil. (Bis Moses Tod. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kaufs man n. 1897 X und 92 S. Ladenpreis 0,80 M. Bestimmend für die Art und Weise der Ausführung vorliegender Arbeit mußte der Satz fein: „Beachte in ausreichendem Maße den geistigen Standpunkt der Kleinen!" Demgemäß ist ein Ton gewählt worden, der wohl ganz kindlich, aber keineswegs süßlich ist, ein Ton, der sich bemüht, den Kleinen unverständliche Ausdrücke wegzulassen oder sie doch mit leichteren zu vertauschen. Dieser Ton ist unumgänglich nöthig für ein Kind, das erst in die Büchersprache eingeführt werden soll. Vorzugsweise wurden kurze Hauptsätze in Anwendung gebracht. Einfache Satzgefüge waren nicht immer zu vermeiden, schwierige finden sich gar nicht vor. Wo es anging, ist nicht das Fürwort gesetzt, sondern das betreffende Hauptwort wiederholt worden. Die direkte Rede der biblischen Personen ist beibehalten worden. Obwohl wir Israeliten keine autorisirte Bibelübersetzung besitzen, so haben wir doch guten Grund, die allgemein anerkannte Regel: „Erzähle biblisch!" *) Der Verfasser hat uns wenige Tage vor seinem leider allzu früh erfolgten Dahinscheiden obige Anzeige über sein in diesen Blättern bereits besprochenes Buch einaeschickt und werden die vielen Freunde des Dahingeschiedenen dieselbe mit Wehmuth lesen. Red. zu befolgen. Treffend sagt aber ein angesehener Pä. dagoge: „Beides — Festhalten am Bibelwort und Abgehen von demselben — hat sein Recht; ich weiß fast nicht, was ich mehr tadeln soll, das unnöthige Abgehen von dem Wortlaut der heiligen Schrift oder das Bleiben bei demselben, wenn dem Kinde das Wort oder die Sache unverständlich ist, und es ist des Unverständlichen weit mehr da, als die meisten Lehrer glauben." Daher ist die genannte Regel cum Grano salis zu verstehen. So wenig auf der obersten Stufe der sklavische Anschluß an jedes „Und" und „Aber" der Schrift empfehlenswerth erscheint, so wenig darf auf der untersten Stufe eine gänzliche Verwischung des biblischen Textes stattfinden. Es kann aber hier, wo die Kinder im günstigsten Falle die hochdeutsche Umgangssprache reden, wo sie mit der hochdeutschen Büchersprache erst bekannt werden sollen, mit der Einführung in die strenge Bibelsprache ein erst nur leiser Anfang gemacht werden. — Die Geschichten sind ausführlich erzählt worden. Bloße Andeutungen, Zusammenziehungen, Begriffshäufungen in den einzelnen Sätzen sind keine Nahrung für den Geist der Kleinen. Kurze biblische Geschichten für kleine Kinder kann ich mir nicht denken. Sollen solche Geschichten dem Kinde zum Verständniß gebracht werden, so erfordern sie lange und breite Katechesen. Diese sind aber abzulehnen, weil sie geradezu vom Hauptzweck absühren. Wer die kurzen Geschichten aber ohne weiteres Zuthun und ohne Erklärungen den Kindern erzählt und ihrem Gedächtniffe einprägt, der huldigt dem bloßen