Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 60 (29.7.1897)
- Date
- 1897-07-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448705-2448762--44324-2493414- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1170 mentarlehramt an einer jüdischen Privatvolksschule (Memel). 1. Das Alter der Beamten schwankt zwischen 22 und 73 Jahren n. z. sind: 23—30 Jahre ----- 6 Beamten. 30—40 40— 50 50—60 60—70 über 70 9 . 18 9 - 3 - 3 Die drei ostpreußischen Kultusbeamten-Seniore sind z. Z. Cohn—Königsberg, Kasse—Liebstadt und Sandelowitz—Nordenburg. Im Ganzen ist das hohe Alter unter den Beamten bedeutend vertreten, während die Zahl der „Jungen" nur gering ist. 2. Der Familienstand weist auf bei: 5 Beamten unverheir. oder verwittwet, kinderlos, mit 1 Kinde, „ 2 Kinder, // 3 ,, „ 4 ,, ° tt tt 6 7 Der sprichwörtliche Kinderreichthum der Kultus beamten - Familien bewahrheitet sich hier also nur bei einem verhältnißmäßig geringen Theil derselben. 3. Der Nationalität nach sind 18 geborene Deutsche, 30 geborene Russen (später naturalisirt) einer stammt aus Oesterreich, einer aus Palästina. Die geborenen Ausländer herrschen also vor. 4. Die berufliche Vorbildung für das Lehramt haben 14 auf einem Lehrer-Seminar erhalten, 2 besitzen Rabbinatszeugnisse, die übrigen sind mehr oder weniger von Rabbinen und älteren Kultusbeamten vorgebildet. 5. Amtsdauer. In ihrer gegenwärtigen Stelle befinden sich: 1 Jahr lang 13 Beamt. (1*>—15 I. lg. 5 Beamt. tt tt 4 ,, ,, tt 1 tt 4 3 5 1 6—10 I. 15—20 „ 3 „ 20—30 „ 4 „ 30—32 „ 2 „ (Kaffe—Liebstadt, Sturmann—Osterode). Ein Viertel der Kultusbeamten ist also nur ein Jahr, die Hälfte nicht über drei Jahr im Amte und das bei vorwiegend alten Leuten, wie vorstehend erwiesen. In den letzten 10 Jahren hatten: 14 Gemeinden 1 Beamt. 3 Gemeinden 5 Beamt. 10 ,, 2 ,, | 3 ,, 6 ,, 10 ,, 3 „ , 3 ,, 7 ,, 5 4 „ Diesem traurigen Bilde ewiger Wanderschaft bei der Mehrzahl der Kultusbeamten entsprechen die Contractsverhältniffe, wie sie sich aus folgender Zusammenstellung ersehen lassen. Die Contraetsdauer ist bei: 8 Beamten auf 1 Jahr, 26 Beamten auf 3 Jahr, 4 ,, ,< // 0 „ „ 5 ,, 1 Beamter auf 6 Jahre festgesetzt, 4 Beamten sind definitiv angestellt. Die Kündigungsfrist ist bei 11 Beamten gar nicht vorgesehen, bei 12 beträgt sie '/-« Jahr, bei 19 Beamten 7o Jahr. Eine Steigerung der Kontraktsdauer bei Verlängerung des Kontraktsverhältnisses findet nur in vereinzelten Ausnahmen statt. So lebt 7s der Beamten jährlich in Gefahr, daß ihnen gekündigt wird. Noch trauriger erscheint die Thatsache, daß die Hälfte derselben plötzlich oder innerhalb drei Monaten stellen- und brodlos sein kann. Unter solchen Verhältuiffen kann die Berufsfreudigkeit und das Interesse an Gemeinde und Schule ihres Amtsgebieles bei den Beamten nur schlecht gedeihen: Zu dieser Unsicherheit der Stellung gesellt sich bei einer großen Zahl von Kultusbeamten noch ein unzureichendes Einkommen. Es betragt nämlich das Baargehalt 300 Mark bei l Beamten, 5« >0 ,, ,, 3 // 600 „ „ 3 tt 700 ,, ,, 6 „ 800 ,, ,, 4 tt 9oo „ lo „ looo „ 5 „ 1100 „ ff 2 „ 1200 „ ff 6 1300—1500 „ ff 3 „ 1500-1750 ,, 4 tt 1750—2000 rr 3 „ 2000—2500 tt // 1 tr 2500—3000 tr rr 3 tt 5000 „ „ 1 tt Das durch 'Nebeneinkommen erhöhte Gesammt Ernk o min cn: 80o Mk. bei 6 Beamt. 1700 Mk. bei 1 Beamt. 1000 „ „ •) 1800 „ „ 4 1100 „ „ 4 „ 1900 „ „ 2 1200 n 7 2000 „ „ 2 1300 3 ff 2000—2500 o 1400 I ff 2500—3000 5 1500 4 ff 4000 Mk. bei 2 1600 „ tr 4 ff :6000 „ „ 1 Mehr als 7» der Stellen müssen hiernach als ungenügend dotierte gelten, zumal die Zahlen nicht