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Der Israelit · 1897-07-26 · Heft 59 (26.7.1897) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 59 (26.7.1897)
Date
1897-07-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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ijf. v I 1 -••,'■' ■*-■. .-V^rrKY<fi.?,Pf.."/F1?* 1150 vertheilt werden. Unter diesen Gründungen muß besonders der Kopernicusfond genannt werden, der für die hervorragendsten Studenten in der Mathemathik bestimmt ist. Es kam oft vor, daß diese Auszeichnungzn wji jüdischen Studenten verdient wurden. Da die Warschauer Zeitungen diese Thatsachen her vorgehoden und erklärten, daß die Kopernicusgelder katholischen Ursprungs seien, und folglich die Stipendien nur an katholische Studenten vertheilt werden dürften, hat der Universitätsrektor von Warschau, Herr Wastokof, folgende Notiz publicirt: „Die Universitäten sind öffentliche Anstalten. Ihre Statuten beschäftigen sich nur mit der Leitung der Studien, und die akademische Behörde hat sich ausschließlich mit den Fortschritten und Erfolgen der Studenten in den verschiedenen Unterrichtsfächern zu befassen. Alle Betrachtungen außerhalb der Studien, besonders solche, die Nationalität und Religion der Studenten betreffen, sind formell von der Universität Warschau verbannt, da ja die Zulassung von derartigen Betrachtungen eine Verminderung des wissenschaftlichen Ansehens und des moralischen Einflusses zur Folge haben würde." Jersonakien. Mera«, im Juli. pyi58 nttw mo. Am 1 2. d. Mts. starb in Karlsbad die durch Frömmigkeit und wohlthätiges Wirken weit bekannte Frau B er mann aus Meran, Gattin des rry iJNDijo t)Ov mo rvronn nno 7ya pdiö ’jmn die nur allzu rasch ihreni frommen Manne, mit dem sie 49 Jahre glücklich gelebt, in ein besseres Jenseits gefolgt ist. Wie viel Hunderte von Armen werden grausam enttäuscht sein, wenn sie nach der guten, alten Frau Bermann fragen werden und sie nicht mehr antreffen! Allwöchentlich vertheilte sie an die armen Kurgäste Holz, Kerzen, Wein und Ehalles Die gute, alte Frau kannte man allseits und jeden entließ sie befriedigt, aufgerichtet und getröstet. Ihre Kinder, die gramgebcugt aus kaum vernarbter Wunde noch blutend am Grabe ihrer heißgeliebten Mutter standen, umgab sie mit der größten Zärtlichkeit und war bestrebt, Nesclbcn in Gottesfurcht und Bescheidenheit zu erziehen. Im Vereine mit ihrem durch seltene Herzensgute und Frömmigkeit ausgezeichneten Manne machte sie ihr Haus zu einem musterhaft jüdischen, in dem nmy und mm in gleicher Weise gepflegt wurden. Für D’Dan ’Timn war ihr kein Opfer zu groß und mit peinlichster Geheimhaltung unterstützte sie dieselben mit Geld und sonstigem Nothwendigem, befolgend den L-pruch: .Orno'2 anpn pnd ‘’ddjd odpi tdpp runon An ihrem Grabe hielt Herr Rabbiner Dr. Löwe n - stein aus Mosbach, der eigens zur Lewaje geeilt ivar, eine ergreifende Trauerrede ausgehend vom VDV der laufenden Sidra: mwN mya:o unpn onw k/jod »a den er, auf die Anwendung des Miorasch ,PiUNP PN omsf PiDNH i“?N nijnJ, hinweisend, in geistreicher Weise auslegte. Auf letztwilligen Wunsch wurde die Verblichene von den Kindern zu ihrem seligen Vater nach Meran überführt: .rrasun .vnsj n1? nnmi orma D’D’yim cranNin > Vermischtes *4 NenterKhaufen Herr M. Kahn aus Berncastel gibt in Nr 57 des Israelit den Kollegen den Rath ihren Bedarf an Esrogim nickt bei der Firma Samuel Roller in Triest zu decken, da er im vergangenen Jahr bei gen. Firma in der schwindelhasteüen Weise hereingcfallcn sei. Ich fühle mich dem gegenüber veranlaßt, den Kollegen gerade die Firma S. Rotier zu empfehlen; inan hat es nicht mit einer Schwindelfirma zu thun. Seit Jahren beziehe ich meinen Bedarf in Esrogim von Herrn Rotier, und bin ich stets reell bedient worden Ein einziges mal hatte ich an einigen Eremplaren etwas auszusetzen, wurde aber sofort nach Reklamation zufrieden gestellt. Ich weiß, daß viele Kollegen zu dein Kundenkreis des Herrn Roller gehören, vie stets nur gute Waa e erhalten. Jedem Kollegen kann ich nur rathen, es bei der Firma S. Nobler einmal zu versuchen, man wird nicht b e s ch w i n d e l t. Eh. Katz, Lehrer. Lovenstern, 25. Juli. Die antisemitische,! „Geraer Nachrichten," die es unter Ach und Krach zu gerade 1 /» Jahre Leben brachten, beschlossen anr l Juli a. e. ihre irdische Laufbahn, ohne jeden Tbränenerguß. E. G. S. aus N. London, 20. Juli. Große Aufregung herrscht im östlichen Stadttheile, da einer der geachtetslen und frömmsten Männer der Gemeinde. Herr Philipps. Vorstand der Scarboro' Street Synagoge im Alter von 62 Jahren in Folge des Genusses von vergifteten Fischen Sonntag nach kurzer Krankheit verschied und heute begraben wurde. Sein verheiratheter Sohn erlag ebenfalls derselben Krankheit und wurde gestern beerdigt. Die Theilnahme ist so groß, daß bei der Beerdigung die Polizei Ordnung Herstellen mußte. Feuilleton. Der verwunschene <Lhasan. 2> Ein Schwank. Die Menge der Unwissenden oder Schwärmenden nahm keine bessere Belehrung an, und wurde um so mehr in ihrem Aberglauben bestärkt, als bald hier, bald da, der Ruf einen Gelehrten als Bal Schein bezeichnete. Wie ein Ruf dieser Art entstand, ist nicht leicht zu erermitteln. Mancher Kabbalist mag wohl durch die fruchtlose Bemühung, in den Geist der Lehre einzudringen, in einen Zustand der Ueberspannung und der Schwärmerei versetzt worden sein, in welchem er, von dem Volkswahn angesteckt, und die sinnbildlichen, philosophischen Sätze nach ihrer buchstäblichen Bedeutung nehmend, selbst wähnte, eine Zauberlehre erhalten zu haben. Fügte es dann der Zufall, daß eine Krankheit nach einem von ihm gesprochenen Heilsegen wich, daß ein Kind, dem er ein Amulei umgeknüpft hatte, leicht zahnte, oder andere Wunder von diesem Belang zu seiner eigenen Ueberraschung ihm glückten, so hielt er sich selbst für den Heiligen und Liebling Gottes, für den das Volk ihn ausschrie. Dagegen gingen Viele offenbar darauf au», das Volksvorurtheil für sich zu benutzen, und indem sie sich auf jedem Wege in den Ruf mächtiger Wunderthäter zu bringen verstanden, für ihren Vortheil

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