Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 57 (19.7.1897)
- Date
- 1897-07-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1119 4500 Personen. Da begreift man die Begeisterung des Volkes, als beim Einheben der Thora der Sergeant Türdscheman in voller Uniform das Kaddifchgebet und danach der Chacham das Gebet für den Sultan verrichrete. Diese Procession, die sich von selbst bildete, ohne jede Vorbereitung und spontan, ist uns ein Zeichen von dem jüdischen Gefühl, von dem die hiesige Gemeinde getragen ist, von der Toleranz unserer Regierung und den Sympathien unserer arabischen Mitbürger. Dr. L. Afrika.? Süd-Afrika. Aus Buluwayo kommt die Nachricht, daß die dortigen Juden schon ca. 300 an Zahl sich zu einer Gemeinde konstiluirt haben und daran gehen, eine Synagoge zu errichten. Während die Minderheit für die Erbauung eines provisorischen Gebäudes war, um die weitere Entwickelung der Stadt abzuwarten, beschloß die Majorität sofort ein stattliches Haus zu erbauen, das seiner Zwecke würdig ist. Am 24. Juni ist der Grundstein feierlich gelegt worden. Der Oberrabbiner Adler wird gebeten werden, der Gemeinde in Buluwayo einen geeigneten Geistlichen zu senden. — Die vereinigten jüdischen Gemeinden von der Kapkolonie, Natal und Rhodasia haben am 22. Juni dem Gouverneur ein schönes Album überreicht mit der Bitte, dasselbe der Königin als ein Zeichen ihrer Loyalität zu übermitteln. Vereinsnachrichten. Büd Soden. Dem Jahresbericht der Verwaltung der Kuranstalt für arme Israeliten in Bad Soden am Taunus 1806 entnehmen wir: Von Jahr zu Jahr schreitet unsere Kuranstalt in ihrer Entwickelung fort und immer größer werden die Anforderungen, welche an uns herantreten. Am deutlichsten erhellt dies aus der Zahl der von uns aufgenommenen, Heilung suchenden Kranken, welche diesmal mit der stattlichen Höhe von 225 die bis jetzt größte Ziffer erreicht hat. Als eine hocherfreuliche, für unsere Anstalt sehr wichtige Thalsache wollen wir vor allem erwähnen, daß unserem Verein durch Allerhöchsten Erlaß vom 9. November 1896 die Rechte einer juristischen Person verliehen worden sind. Wenn unserer Anstalt hierdurch einerseits eine gefestigte Basis zu Theil geworden ist, so haben wir andererseits in noch höherem Maße als bisher die Verpflichtung, den Kreis unserer Thätigkeit immer mehr zu erweitern. Hierzu gehören jedoch größere Mittel und müffen wir immer wieder von Neuem an den WohlthätigkeitSsinn derjenigen unserer Glaubensgenoffen appelliren, welche es bisher versäumt haben, an unseren wohlthätigen Bestrebungen sich zu betyeiligen. Eine angenehme Pflicht ist es uns, einiger Wohlthäter, welche uns in ganz hervorragender Weise in diesem Jahre unterstützten, Erwähnung zu thun. Allen voran die unermüdliche Gönnerin unserer Anstalt, Frau Baronin W i l h. ».Rothschild, welche auch in diesem Jahre uns ihre hochherzigen Spenden angedeihen ließ, ebenso hat unser Ehrenmitglied, Herr M. A. Wolfs, in Bethätigung seiner fortgesetzten Fürsorge für unsere Anstalt, den ganzen Bedarf an Wein und Cognac, wie in früheren Jahren, unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Mit Genugthuung können wir berichten, daß unsere Thätigkeit auch im Auslande anerkannt und gewürdigt wird und haben wir in diesem Jahre mehrere solcher Zuwendungen Erwähnung zu thun. Durch die hochherzige Gabe von M. 8000.—, welche uns von Frau Baronin v. Hirsch in Paris zur Verfügung gestellt wurde, ward es uns ermöglicht 27 Patienten mehr wie im Vorjahr aufnehmen zu können. Allen diesen hochherzigen Spendern sagen wir an dieser Stelle unseren, tiefgefühlten, innigsten Dank. Anläßlich der hier stattgefundenen Großlogen- Versammlung der „Bnei Briß-Logen", wurde unsere Anstalt am 5. Mai von zahlreichen auswärtigen und hiesigen Freunden mit ihren Damen besucht, die sich sämmtlich in der anerkennendsten Weise über Anlage, Einrichtung und Leitung aussprachen. In Anbetracht, unserer wahrhaft internationalen Wirksamkeit, haben wir dann im Laufe des Jahres ein Rundschreiben an die deutschen „Bnei Briß-Logen", und an sämmtliche Mitglieder derselben gerichtet, worauf uns eine Anzahl Jahresbeiträge sowie auch einmalige Geschenke zu Theil wurden, wofür wir hiermit ebenfalls bestens danken. Gleichzeitig möchten wir die Hoffnung aussprechen, daß uns aus diesen Kreisen, welche die Wohlthätigkeit auf ihre Fahne geschrieben haben, weitere thatkräftige Unterstützung unserer Bestrebungen in Aussicht stehen möge. WMYellmsr» aus dr» W. JUwtnoetetae» md sör (Gümmtliche jüd Wanderbettelveretne und Kaffen für Durchreisende find gebeten, uns Mtttheitungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thätigkeit machen, znkommen zu taffen.) Dettelbach. Wir warnen vor einem Manne mit Frau, Tochter von ungefähr 14 Jahren, die etwas blödsinnig ist, der unter dreifachem Namen die hiesige Kaffe schon besuchte: Malinger Kassilon— Lomza, Volowski Mendel—Lublin, Sonsberg aus Mowasieky. Die Tochter hat rothe Haare.