Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1897-07-19 · Heft 57 (19.7.1897) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 57 (19.7.1897)
Date
1897-07-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448705-2448759--44265-2493352
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1114 zu werden. Von einer Feuerwehr ist keine Spur vorhanden. Nur in den großen Städten, wo Garnisonen liegen, da beteiligen sich auch diese am Löschwerke. Da die Judenviertel in unserem Lande fast durchwegs enge Gaffen haben, die oft nicht einmal ein Reiter passtren kann, so ist es sehr schwer, wenn dort zufällig ein Brand entsteht, denselben zu löschen, und ruhig muß man dann zusehen, wie ganze Häuserreihen demselben zuin Opfers fallen. Wereilisnachrichten. Frankfurt a. M. Dem Jahresbericht von 1896 des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt a. M. entnehmen wir: Der Bau eines eigenen VereinshauseS ist zur dringenden Rothwendigkeit geworden. Zu unserer größten Freude hatte eine Aufforderung, die wir zunächst an kleinere Kreise unsrer als hervorragende Wohlthäter bekannten Glaubensgenoffen richteten, einen recht guten, wenn auch bis jetzt bei weitem noch nicht ausreichenden Erfolg. Nicht nur hiesige Wohlthäter unterstützten unsere Pläne mit nicht geringen Zuwendungen, sondern auch manche auswärtige angesehene Freunde unserer Bestrebungen stellten uns reiche Mittel für den beabsichtigten Zweck zur Verfügung. Leider sind wir trotz der bisherigen reichen Zuwendungen noch nicht im Stande, unsere Pläne und Absichten zur Thal werden zu lassen. Der Erwerb eines eigenen Hauses resp. der Bau eines solchen sowie die Errichtung und der Betrieb deffelben für eine größere Zahl von Schwestern, wie wir sie wohl in naher Zukunft haben werden, verlangt noch eine bedeutendere Summe, als sie uns bis jetzt zu Gebote steht. Wir richten daher die inständige Bitte auch an weitere, sich für unsere Vereinsthätigkeit interessirende Kreise, uns größere oder kleinere Summen für unser Schwesternhaus zu gewähren. Die Wirksamkeit unseres Vereins wurde während des Berichtsjahres in der bisherigen Weise fortgesetzt. Nachdem einmal in weiteren Kreisen, auch durch die dankenswerthe Miltheilung der Presse, bekannt worden war, daß jüdische Mädchen durch unseren Verein zu Krankenpflegerinnen ausgebildet würden, zeigte es sich, daß auch unter unseren Glaubensgenofsinnen sich nicht wenige fanden, die diesen schweren Beruf zu ihrer Lebensaufgabe zu machen wünschten. Es waren im Berichtsjahr nicht weniger als dreißig Mädchen aus allen Gegenden, die sich zur Ausnahme als Schülerinnen unseres Vereins melveten, gewiß ein Zeichen, daß das Samenkorn, das wir gepflanzt, auf einen günstigen Boden gefallen war. Es war eine mühevolle Aufgabe für den Vorstand unter den zahlreichen Anmeldungen diejenigen auszuwählen, die sich durch Gemüth, Geistes- und Herzenbildung, sowie durch körperliche Gesundheit am besten für den Krankenpflegerinnenberus eigneten, uno die am ehesten Gewähr boten, uns späterhin als tüchtige Schwestern gute Dienste leisten zu können. Wir hatten im abgelaufenen Jahre im ganzen .0 Schülerinnen, von denen 7 im israelitischen Gerncindehospital dahier, 3 im israelitischen Asyl in Köln ausgebüdet wurden. Zwei derselben traten während der Lehrzeit freiwillig aus, die eine, da sie sich den Pflichten des künftigen Berufs doch nicht gewachsen fühlte, die andere aus Familienrücksichten. Nach vollendeter Lehrzeit wurden als Vereinsschwestern ausgenommen, und erhielten Diplom und Abzeichen unsres Vereins Margarethe Hartog aus Arnheim (Holland), die in Frankfurt, Johanna Bermann aus Zempetburg (Westpreußen) und Jenny Abraham aus Obergimpern (Baden), die in Köln ihre Ausbildung erhalten hatten. Am Schluffe des Berichtsjahres haben wir noch 4 Schülerinnen dahier und eine in Köln. — Dem Unterricht unstrer Schülerinnen widmen sich wie bisher in oankenswerther Weife dahier außer den Hofpitalärzten Herr Dr. deutsch; in Köln die Herren Doctoren Auerbach und Cahn, denen wir allen für ihre mühevolle erfolgreiche Thätigkeil den Dank des Vereins ausdrücken. Im Beginn des Berichtsjahres hatten wir 16 ausgebildete Schwestern, dazu kamen im Laufe des Jahres 3 neu Eingetretene. Am Schluffe des Jahres beträgt die Zahl unsrer Schwestern 14. Ueber die Wirksamkeit unserer in der Privalpflege thätigen Schwestern im abgelaufenen Jahre können wir Folgendes berichten: Im Ganzen wurden von 7 Schwestern 80 Pflegen geleistet; dieselben erforderten 1727 Pflegetage, worunter 174 vollständige Nachtwachen waren. Unentgeltliche Pflegen kamen vor 9, die 231 Pflegetage mit 11 völligen Nachtwachen erforderten. Bon den 3 Schwestern, die während des ganzen Berichtsjahres in der Privatpflege thütig waren, wurden 342, 323, 297 und 258 Pflegetage geleistet. Die Pflegen geschahen unter der Leitung von 2b verschiedenen Aerzten. Unsere Armenschwester hat auch in dem Berichtsjahre ihre segensreiche Thätigkeit mit dem schönsten Erfolg fortgesetzt; dieselbe erstreckt sich auf Kranke jeglicher Art, ohne Unterschied der Consession, und sind es besonders die behandelnden Herren Aerzte, die das Wirken unserer Armenpflegerin anerkennen und schätzen. Zur genaueren Darlegung ihrer Leistungen sei noch Folgendes mitgetheill: Im Ganzen wurden 100 Kranke, die 27(5 Einzelbesuche nöthig machten, verpflegt; 50 gehörten der jüdischen und ebensooiele der christlichen Consession an. Von

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.