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Der Israelit · 1897-07-15 · Heft 56 (15.7.1897) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 56 (15.7.1897)
Date
1897-07-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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:MWWWWWWWW8WMWWDWWWWW 1096 Elias sah außerordentlich frisch aus. Sein Gesicht war stark gebräunt und ein runder schwarzer Vollbart, den er sich während des Krieges hatte wachsen lassen, hatte ihn fast völlig verändert. „Glauben Sie denn", entgegnete Therese auf seine Worte, „daß ich's Ihnen zu Dank gemacht Habe i" „O, gewiß," versicherte Elias, „nach den Briefen meiner lieben Dina zu uriheilen!" Therese fühlte ein beklemmendes Gefühl in sich aufsteigen. Schon bei dem ersten Wort, das er sprach, hatte es sie durchzuckt. Wie rein und edel diese Stimme klang! Und als er nun sofort von Dina zu sprechen begann, war auch schon ihr Uriheil fertig. Er war treu! Es trat eine Pause ein, während deren Elias seinen leichten Ueberrock ablegte und in der Sophaecke Platz nahm. „Darf ich nun auch schnell einmal Dina's Stelle vertreten und Ihnen was zu essen bringend" fragte Therese, „Da könnte mir's aber doch passieren", antwortete er, „meitle Braut mit vollem Munde begrüßen zu müssen! Nein, Fräulein, das geht nicht!" Er dachte nur an Dina. Sie füllte alle seine Gedanken aus, sagte sich Therese; sie wünschte, Dina möchte kommen. Jede weitere Minute unter den Augen des schönen Mannes schien ihr eine Qual, ja halb schon als ein Verbrechen an der Freundin. „Oder, wie würden Sie das finden", fuhr Elias fort, „wenn Dina die Thüre öffnete und ich gerade an einem Biffen würgte?" „Mich dünkt", erwiderte Therese „ein tapferer Krieger muß auch einer solchen Gefahr muthig ins Auge sehen können!" „Ach was, Krieger", gab Elias zur Antwort, „jetzt bin ich kein Krieger mehr! Gewiß, Tapferkeit und Geistesgegenwart sind schöne Tugenden, aber Mitleid und Demuth find schönere, und sind Tugenden des Friedens!" „So sind Sie nicht mit Leib und Seele Soldat?" fragte Therese. „Gewiß bin ich's; es ist immer gut, wenn der Mensch dem Tod in's Antlitz schauen und für ein hohes Ziel sein Leben in die Schanze schlagen lernt. Aber wer die Greuel des Krieges mit denkendem Sinne betrachtet, wer sieht, wie sie dahingemäht werden, die jungen hoffnungsreichen Leben, die ein ganzes Meer von Glück in die Welt hätten bringen können, der erkennt es schaudernd, daß das Zeitalter, welches Kriege sieht, von der Höhe menschlicher Sittlichkeit noch weit entfernt ist!" Glänzenden Auges hatte Therese seinen Worten gelauscht, das waren ja Ideen, wie auch sie sie hegte, das war ja ihre Weltanschauung, ihre Ansicht von wahrhafter Menfchenbeglückung. Und der Mann, der ihr da gegenübersaß und ihr ihre eigenen Gedanken in wunderbare Worte kleidete — o, wie war er hinreißend in der Gluth seiner Begeisterung; gleich ihm hatte sie noch keinen Mann reden hören, gleich ihm aber auch noch keinen erblickt, dessen ganzes Wesen, schon nach wenigen Worten, die sie mit ihm gewechselt, ihr so innig mit dem ihrigen verwandt erschien! Wie mußte ihr Leben an der Seite eines solchen Mannes erblühen, gleich einer Rose im Sommer, wie mußte es in seiner Nähe sich erst in seiner wahren Bedeutung, in seiner ganzen unendlichen Tiefe entfalten, wie mußte sie an seiner Seite glücklich werden! (Schluß folgt.) Der «Israelit* erscheint wöchentlich iwelmal, Montag« and Donnerstag», jedeSmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bet der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder »ierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel Verkehrt durch T. f. BvhplVh 16. — Inserate 25 Pfennig die4wattigePetstzcile oder deren Raum. Preis der Zelle im Reclamethell 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 ReichS-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an oie Expedition franeo einzusenden. «<•* ItMfto»*«# vott «tt die Redaktion -tngesandten Manuscripten findet nicht statt, «an kittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie -urüd-nvehalte«. Inhalt (chanpthlatt). Leitender Artikel: Zionismus und Zion. — Pädagogisches: Verein israelitischer Elementarlebrer für Rheinland und Westfalen. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Gailingen. Oesterr.-Ungor. Monarchie: Wien. Frankreich: Paris. Rußland: Riga. Palästina: Beer-Tobia. — Vermischtes — Feuilleton : Die Kriegsgeschichten des alten Mosche Gerson. Nachcrzählt von Arnold Mann. (Fortsetzung/» Inhalt her ersten Beilage t Leitender Artikel: Plaudereien aus der Sommerfrische. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Budapest Schweiz: Davos. — Vermischtes. Anhalt her zweite« Beilage: Literarische Notiz. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu: Oesterr. Ungar. Monarchie: Ung. Brod. England: London. Palästina: Jaffa. Extra Beilage r Sprüche der Väter. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „JsraelÜ", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschast in Mainz. Hier-« drei Beilage«

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