Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 55 (12.7.1897)
- Date
- 1897-07-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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~T r~~nii I n i i|TTTnTrTi77aiiii]ip^n _n , n_ ~i ■ 1111 ■.jjy 1070 eine relative Abnahme festzustellen, da der Prozentsatz sich jetzt auf 69,7 beläuft, die katholischen Schüler sind von 26 836 auf 31 169, also von 20,77 pCt. auf 22,1 pCt. gestiegen, die Zahl und der Prozentsatz der Dissidenten ist fast gleich geblieben, sie betrug 1693 341 0,2 pCt. und ist nur auf 394 gestiegen, ebenfalls — 0,2 pCt. Eine erhebliche Einbuße haben hingegen die jüdischen Schüler erlitten. Die Gcsammtzahl sank seit Ostern 1693 von 11621 auf 11432 zu Ostern 1696, der Prozentsatz von 6,6 auf 8 pCt. Wenn nun auch die geringe Zunahme der jüdischen Gesammtbevölkerung, die am I. Dezember 1890 373 059, am 2. Dezember 1895 379 716 Seelen zählte, eine ebenfalls geringe Zunahme in der Schülerzahl erwarten ließ, so ist doch dieses Zurücktreten des jüdischen Elements unter den Schülern der höheren Lehranstalten, denen unsere jüdischen Mitbürger doch mit Vorliebe ihre Söhne anzuvertrauen pflegen, weil sie den Vortheil höherer Bildung zu schätzen wissen, im hohen Grade auffallend, und dies umsomehr, als alle Schularten davon betroffen sind. Aus den Gymnasien sank der Prozentsatz von 8,75 auf 6,34, auf den Real Gymnasien von 9,08 auf 8,66, den Ober- Realschulen von 8,2 aus 6,09, auf den Realschulen von 9,46 auf 8,80, den Prorealgymnasien von 5,8 auf 4,2 und ist nur auf den Progymnasien um eine Wenigkeit, von 7 auf 7,14 pCt. gestiegen, gerade aus den Anstalten, die ausschließlich in kleinen Städten, aber nicht bloS im Osten der Monarchie, sondern auch am Rhein liegen. Dieser Niedergang der jüdischen Schüler ist in den letzten vier Jahren ein sich gleichbleibender gewesen und beruht nicht ölos etwa auf besonderen Eigenthümlichkeiten der beiden herangezogenen Jahre. Während 1892/93 der Prozentsatz 8,6 betrug, sank er 1893/94 aus 8,4 und 1894/95 aus 6, und selbst oie absolute Gesammtzahl verminderte sich von 11,821 auf 11,432. Dieselbe Erscheinung läßt sich auch an der Zahl der jüdischen Abiturienten beobachten. 1892/93 waren unter den 3825 Gymnasiakabiturienten 315 — 8,2 pCt. mosaisch, im folgenden Jahre zwar 326, aber bei der Gesammtzahl von 4143 nur 7,8 pCt.. 1894/95 312 — 7,5 pCt. unter 4169, 1895/96 285 -- 6,8 pCt. unter 4168 Abiturienten. Aehnlich ist es bei den Abiturienten der Realgymnasien und Oberrealschulen, die bei großen Schwankungen in den einzelnen Jahren doch mit einem Minus abschließen. Wir heben diese Erscheinung deshalb hervor, weil aus der Thatsache, daß die Zahl der jüdischen Abiturienten in Berlin zunimmt, falsche Schlüffe auf die Gesammtmonarchie gezogen werden können und wirklich gezogen sind, denen entgegenzutreten wir für unsere Pflicht halten. Auch die Frage, wie sich die Schülerzahl ihrem Glaubensbekenntniß nach auf die einzelnen Schularten vertheilt, erörtert Prof. Gemß in interessanter Weise: Rach der Zählung 1695 waren unter den Einwohnern Preußens 63,9 pCt. evangelisch, 34,5 pCtkatholisch, 1,5 pCt. jüdisch, 0,1 pCt. gehörten anderen Religionen an, unter den Schülern aller höheren Lehranstalten waren die Evangelischen mit 69,7 pCt. die Katholiken mit 22,1 pCt., die Juden mit 8 pCt., Andersgläubige mit 0,2 pCt. vertreten. Die jüdischen Schüler sind nicht etwa, wie man allgemein vermuthel, mit dem höchsten Satze aus den Gymnasien vertreten, sondern auf den Realschulen mit 88 v. T., hierauf mit 86 auf den Realgymnasien, dann erst mit 83 auf den Gymnasien. Auf den Progumnasien sind 71, den Ober-Realschulen 60, den Prorealgymnasien 42 unter 1000 mosaischer Religion. Man darf eben nicht von den Verhältnissen in Berlin und einigen anderen Großstädten auf die allgemeinen Verhältnisse im ganzen preußischen Staate schließen. Gegen 1893 haben die evangelischen Schüler im Prozentsatz, das heißt: thatsächlich, zugenommen, nur auf den Realschulen und Prorealgymnasien, die katholischen überall mit Ausnahme der Realschulen ltnb Prorealgymnasien, die jüdischen nur auf den Realschulen, sonst haben sie überall theilweise bedeutende Verluste erlitten. Uersonatien. Pinne, 6. Juli. Gestern ist hier eine Frau zu Grabe getragen worden, welche in die Reihen jener wackeren Frauen, welche mit dem Ehrennamen D’EO den Lebenspfad durchwandeln, eine schmerzliche Lücke gerissen hat. Frau Dorothea Marcus hat am Ausgange des letzten Sabbats im ehrenvollen Alter von über 83 Jahren ihre Seele ausgehaucht, nachdem sie lange Jahre durch ein qualvolles Leiden ihrem ihr liebgewm denen, segensreichen Wirkungskr.ife entrückt worden war — In welch trefflicher Weise die Verblichene den Pflichten einer nitw in den Tagen ihres Könnens entsprochen hat, schilderte am Grabe in beredten Worten unser Rabbiner, Herr Dr. Lewin ’"j, indem er darauf hinwies, in welch echt jüdischer Weise die Verstorbene nipns und "iDn nü’DJ geübt habe, wie sie nämlich in so edler Weise gewirkt, nicht, um den Dank der von ihr Beglürftcu oder gar der Welt, dafür einzuernten, sondern um im Stillen, im Dunkel der Nacht Licht hineinbringend in die Hütten der Armen, diese zu beseligen und zu erquicken. — Aber auch im Haufe habe sie gewirkt als echtes jüdisches Weib, sie habe ihren häuslich n Herd gestaltet zu einem Heiligthum und in ihm gewaltet als fromme Priefterin, sie habe ihre Kinder geführt auf den Weg der Tugend und Gottesfurcht und habe die Genugthuung erfahren, daß dieselben unentwegt diesen Pfad gewandelt seien. Beide Söhne waren zur Beerdigung der Mutter aus Frankfurt a. Main herbeigecilt und der eine von ihnen, Herr Hermann Marcus widmete mit thränenei stickter Stimme der dahingeschiedenen Mutter Worte des Nachrufs und des Abschieds. An der Bahre trauerte mben den Kindern der greise Gatte in stillem Schmerz. Möge nHDpn ihnen allen Trost spenden in dieser schweren Zeit.' _