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Der Israelit · 1897-07-12 · Heft 55 (12.7.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 55 (12.7.1897)
Date
1897-07-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1067 (hebr.); 3. m-ro r* «nro Erklärung zu den 13 hermeneutischen Regeln Rabbi Jsmaels (hebr.); 4. eine Sammlung der in verschiedenen Drucken und Handschriften der Rechtsgnt achten der Gaonen zerstreuten Teschubot R. Saadja Gaons; 5. eine Sammlung der Citate R. Saadja's in bekannten hebräischen Werken. Diesem Sammelbande geht eine sehr gediegene, 64 Seiten füllende, hebräische Einleitung voraus, sowie eine französische Vorrede, die sich über 23 Seiten erstreckt. Das Werk selbst zählt 175 Seiten, von denen fast alle durch zahlreiche, höchst instruktive Anmerkungen der Herausgeber geschmückt sind. Es ist eine auffallende Erscheinung, daß die Schriften der Pariser Saadja-Gesellschaft, die so reiche Belehrung und mannigfache Anregung geben, noch so wenig gekannt sind. Der Grund liegt wohl darin, daß die Wenigen, die bis jetzt davon hörten, glaubten, es seien Arbeiten, von denen nur Arabisten Ge, uß haben können. Wie wir darlegten, ist dafür Sorge getragen, daß die weitesten Kreise der hebräischen Litteratur sich an den Meisterwerken des Gaon ergötzen können, und wir zweifeln nicht, daß bald keine irgendwie bedeutende Bibliothek kein wird, die nicht durch das neu erschienene Werk des Gaon geziert wird. Wir halten es für eine Ehrenpflicht unserer Mäcene, das selbstlose Werk der Pariser Gelehrten durch Ankauf ihrer vortrefflichen Editionen nach Möglichkeit zu fördern. Aus 12 Bände ist die ganze Sammlung berechnet, 4 liegen uns bis jetzt vor. Mögen wir bald so glücklich sein, aus sämmtlichen uns erhaltenen Schriften des Gaon mühelos Belehrung schöpfen zu können._ _ Zeitungsnachrichten unv Correspondenzen Deutschland. ** Memel, im Juli. Die Ausweisung ausländischer Juoen aus unserer Stadt dauert noch immer fort und nimmt immer strengere Formen an. In letzter Zeit sind wieder einige Personen in Haft genommen worden. Die Seelenzahl der Ausgewiesenen ist eine ziemlich bedeutende, darunter auch kränkliche und schwächliche Personen, Greise, von Alter und Schwäche gebeugt, die ohne Gefahr für ihre Gesundheit die Beschwernisse einer Auswanderung kaum zu ertragen imstande sein dürften, so wie Männer mit sehr zahlreicher Familie. Man hört von den Unglücklichen nur die eine Frage und Klage: „Wo sollen wir hin uno wie uns in einer so kmzen Frist eine neue Heimath gründen?" Gewiß wäre es für die Betreffenden viel besser gewesen, wenn ihnen von vornherein ihre Niederlaffung an hiesigem Orte überhaupt nicht gestattet worden wäre. Nachdem nun diese Leute hier gastfreundlich hier ausgenommen und so viele Jahre hindurch geduldet wurden, sich hier eingelebt und eingebürgert, sogar mit inländischen Personen ehelich verbunden haben, sollen dieselben nun mit einem Male sich ein neues Heim suchen, während sie durch ihren vieljährigen Aufenthalt auf diesseitigem Boden wohl längst ihre Heimathsberechtigung im Auslände verloren haben dürften. Kanin wisien wir, welches eigentlich die Ursache dieser verhängnisvollen Maßregel für die Bedauernswertlp n gewesen sein mochte. Soviel uns bekannt, sind die Gemaßregelten übrigens fleißige und ruhige Leute, die sich und deren Angehörigen auf redliche Weise zu ernähren bestrebt waren und auch der Armenpflege keineswegs zur Last gefallen sind. Vielmehr hatten dieselben nicht unerhebliche Abgaben und Steuern gezahlt, so wie nicht minder auch der hiesigen Bürgerschaft beträchtliche Einnahmen und Einkünfte zugesührt, durch Tcckung ihres Bedarfs an Lebens- und Nahrungsmitteln, Wohnungen u. s. w. Ohne Zweifel dürfte darum diese Maßregel auch für unsere Stadt von großem Schaden sein, insofern, als die Grundstücke noch mehr entwerthet, das Geschäft erheblich gestört und der hiesige Ort eine Anzahl Steuerzahler verlieren würde. Pinne, 6. Juli. Vor wenigen Tagen trat Herr Rabbiner Dr. Lew in v'; seine Stelle in hiesiger Gemeinde an; bei seinem Eintreffen wurde er vom Vorstande in corpore am Bahnhofe empfangen und in seine Wohnung geleitet; zum Abendgottesdienste wurde er ebenfalls vom Vorstände abgeholt und in die Synagoge geführt, wo er mit einem von Herrn Cantor L i a n d a vorgetragenen «nrr -pn empfangen wurde; alsdann hieß ihn das Mitglied des Vorstandes, Herr Sig. Markus im Namen der Gemeinde willkommen in seinem neuen Wirkungskreise und bezeichnete als das idealste Zil, das die Gemeinde ihrem Oberhaupte geben könne, die religiöse Erziehung der Jugend, in welche der Keim der Gottesliebe gelegt werden müsse. Hierauf bestieg Herr Dr, L e w i n die Kanzel, um vor Allem dem Herrn in der Höhe dafür zu danken, daß Er ihn an diese heilige Stätte geführt habe und um dann in formvollendeter, begeisterter Ansprache der Gemeinde die Ziele zu künden, denen er nachstreben wolle. Nach Beendigung der Predigt sprach Herr Dr. L e w i n das Gebet für das Kaiserhaus; durch Vortrag des Psalm 150 fand die erhebende Feier ihr Ende. Am Abend vereinte sich noch ein großer Theil der Gemeinde zu emem Festcommers, welcher in gemüthlichster Weise verlaufen ist. Stratzburg i. E., 8. Juli. Die amtliche Correspondenz meldet: „Die bei den Bezirksunterrichtsräthen durch den Tod und den Austritt von Mitgliedern eingetretene Lücken sind durch Ernennung neuer Mitglieder wieder ausgefüllt worden. Unter

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