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Der Israelit · 1897-07-05 · Heft 53 (5.7.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 53 (5.7.1897)
Date
1897-07-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Tv^^srrw*’ yrrjp*; ..>V«V VJ 1085 einer schmerzhaften Hirnkrankheit litt und öfters Anfälle von Geistesstörung bekam, hat sich in seinem Hause erhängt. Auf Grund des langjährigen, mit Geistesstörung verbundenen Hirnleidens hat die Rosenweiser ,"vbp r>'2 Verwaltung es gestattet, den unglücklichen Todten in der Reihe der übrigen Todten zu begraben. rrasan Ans Württemberg, 30. Juni. Der 66. Bericht der isr. Waisenanstalt Wilhehmspflege in Eßlingen liefert den erfreulichen Beweis, daß die von Herrn Oberlehrer Stern geleitete Anstalt auch im verflossenen Jahre sich allseitiger Gunst zu erfreuen hatte; sowohl vom kgl. Hause, wie auch von den einzelnen Gemeinden und Privaten sind ganz bedeutende Stiftungen und Spenden der humanen Anstalt zugegangen, so daß diese ihrer edlen Aufgabe in immer größerem Maße gerecht werden kann. Derzeitige Vorstand ist Herr M. H. Goldschmidt in Stuttgart; die Zahl der Zöglinge beträgt 86; die austretenden Knaben erlernen ein Handwerk. Das Vermögen der Anstalt beläuft sich gegenwärtig auf 376,233 M. 64 Pf. Möge die fegensvolle Anstalt weiter blühen und gedeihen. Uh lm an n. Griechenland. § Korfu im Juni. Seit dem Beginne des griechisch-türkischen Krieges besitzen wir hier eine neue Gemeinde, die wir füglich eine epirotischsephardische nennen können und die mehr als 400 Mitglieder zählt. Es ist dies die jüdische Gemeinde von Arta (Epirus), die, kaum war der erste Kanonenschuß gefallen, wegen der enstandenen Judenfeindschaft ihre Heimath verließ und mit Kind und Kegel nach unserer Insel flüchtete. Dieselbe war schon zum Pessachfeste hier, hat dann auch das Schowuotfest hier verbracht, und dürfte, wenn nicht alle Anzeigen trügen, auch das Sukkothfest hier verbringen; denn dieselbe will erst dann in ihre Heimath zurückkehren, bis Thessalien und Epirus gänzlich geräumt fein werden von den Türken. —■ Vor einigen Tagen ist hier Rabbiner S a l omo n Le v i int Alter von 62 Jahren gestorben. Derselbe war wegen seiner großen Gelehrsamkeit höchst geachtet, und nebst der nre besaß er auch die rn'2v bL' -ire, wie er überhaupt nicht gerne in die Oeffentlichkeit trat. Aufsehen erregte es hier, daß man auf dem Sarge des Todken auch einen Blumenkranz liegen sah. Uebrigens sind wir doch jetzt fMK nsr dhh px -&?x, da wir doch noch immer keinen Rabbiner besitzen, und daher vryum br v"x. Amerika.? NeW-Nork. Die schon kürzlich mitgetheilte Thesen, welche sich scharf gegen Herzl's Pläne in Bezug auf Die Staatenbildung wenden, dabei aber der Kolonisation jPalästinas ihr Wohlwollen aussprechen^ sind in einer stark besuchten Versammlung vonDelegirten aller jüdischen Gemeinden und Anstalten New-DorkS und der Rabbiner derselben neuerdingmit großer Majorität angenommen worden. Persien. Teheran. Am vergangenen 1. Mai ist e» gerade ein Jahr geworden, daß der Schah Nasr-Eddin ermordet und sein ältester Sohn, der Kronprinz Muzaffer-Eddin, zum Herrscher Persiens ausgerufen wurde. Die Hoffnungen, welche unsere Glaubensbrüder im persischen Reiche an diesen Thronwechsel knüpften, haben sich theilweise schon erfüllt, denn die Statthalter der verschiedenen Provinzen, welche wohl wiffen, daß der neue Herrscher strenge darauf sieht, daß vor dem Gesetze alle seine Unterthanen gleich gestellt fein sollen, wagen es heute nicht mehr, die Juden irgendwie zu bedrücken oder ihre Abgaben willkürlich zu erhöhen. Speziell in der Residenzstadt Teheran läßt die soziale Stellung der Juden wenig zu wünschen üb ig, der Gouverneur der Stadt und der Polizei- Präsident, die beide europäisch gebildete Beamte sind, zeigen sich den Juden sehr gewogen. Letzterer hat sogar schon oft geäußert, er würde sehr gerne Juden als Beamten anstelle», wenn sie nur die nöthige Bildung dazu besäßen. In den niederen Staatsämtern sinder man indeß schon heute Juden angestellt, besonders als Dolmetsche sind sie gut verwendbar. Auch die hier residirenden europäischen Gesandten bedienen sich gerne der Juden als Dolmetsche und Geschäftsagenten. Feuilleton. Getreu bis in den Tod. 3±) Von Maurice Ma?on (Schluß.) „Woran dachtest Du, mein Kind?" Der Gefragte fchrack zusammen und fuhr mit der zitternden Hand über die Stirn. „Woran ich dachte? ... Ich dachte, wie viel Wassertropfen zusammenströmen müssen, bis sie zur wogenden Ftuth werden?" „Und was war es, was Dir diese wunderliche Frage gerade jetzt eingegeben?" „Ich dachte weiter, daß beim Menschen ein Tröpfchen genügt, um ihm das Leben zu vergällen," gab Alfred zurück. „Aber auch ein Strahl warmer Liebe, um diesen Tropfen zu trocknen," versetzte der Rabbi mit Eifer. Wiederum trat peinliche Stille ein, Alfred ver-

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