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Der Israelit · 1897-07-05 · Heft 53 (5.7.1897) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 53 (5.7.1897)
Date
1897-07-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1031 betrugen M. 5819. Im Ganzen betrugen die Einnahmen M. 31,356, die Ausgaben M. 30,750. Die Schiff Stiftung erhielt an Geschenken, Vergütungen und Zinsen M. 2490 und verausgabte für Unterstützung an 9 Zöglinge M. 3950; sie besitzt M. 51.413 Vermögen. Die Spanier-Stiftung besitzt M. 17,000, die Goldsckmidt-Stiftung für Knaben M. 5OOO, der Neubaufondes M. 5220, die Oppenheimer-Prins'sche Stiftung M. 7200. Das Vermögen der Knabenabtheilung beträgt M. 110,000 und das Grundstück. Die Mädchenabtheilung erhielt an Geschenken M. 6517, darunter von N. N. M. 2000, an Jahresbeiträgen Mark 2482, für bestimmte Zöglinge M. 1203; im Ganzen betrug die Einnahme M. 13,832, die Ausgabe M. 13,410, das Vermögen M- 82,290 und das Haus. Die Drcyfus - Stiftung hatte M. 3400 Einnahmen und M. 000 Ausgaben; ihr Vermögen beträgt Mark 33,070 Die Goldschmidt-Siisiung für Mädchen besitzt M. 15,000. Der besondere Fonds für die Unterstützung von zur Ausnahme ungeeigneter Waisen gab M. 100 aus und besitzt M. 6170. Feuilleton. Die KrleWWtztt» »er oitrn pofd)t ©rrfon. Nacherzählt von Arnold Monn. (3 Der Juli 1870 — — nun Ihr wißt ja alle, was dieses Datum zu bedeuten hat' Da zogen sich wiederum, wie vier Jahre zuvor, die Kriegswolken am Horizonte zusammen, aber es war ein anderes Volk, gegen das Preußen — nunmehr im Verein mit den süddeutschen Staaten — in den Kampf zog, es war Frankreich, der alte Erbfeind! Der sich immer weiter blähende Frosch auf dem französischen Kaiserthronc, war ja schon lange durchschaut, sogar von meinem kleinen Jungen, dem ich eines Tages ein kleines Figürchen, Napoleon darstellend, mitbrachte. Auf seine Frage, wer denn das sei, antwortete ihm meine Frau, die gerne ein bischen citicrt, nicht ohne Ironie: „Das ist Napoleon, der große Held!" Der Junge betrachtete noch einmal das Figürchen und brach dann in die Worte aus: „Nein, das ist ein Kleiner!" Ein Kind hatte die Wahrheit gesprochen. Aber im Verhältniß zu der „Kleinheit" dieses Regenten stand seine Unverschämtheit und die mußte gerächt werden — das hat er verdient! Der Ausbruch des Krieges griff grausam in das Schicksal so vieler Seelen — er griff auch in das kaum geschloffene Verlöbniß ein, dessen Entstehung ich Euch eben erzählt habe. Elias Friedmann wurde zur Landwehr eingezogen und dem 110. Grenadierregiment in Mannheim zugetheilt. Es war eine entsetzliche Zeit, als die Gestellungsordrc einlief und Elias sich zum Abschied rüstete. Dina wurde von vollkommener Verzweiflung erfaßt. Wahrlich, ihr schien kein reines, kein ungetrübtes Glück beschieden zu sein. Wie ein Verhängniß schien es über ihr zu walten, daß ihr der Trank der Seligkeit, den sie kaum gekostet, sich in bittere Wermuth verwandle! Zuerst eine kurze berauschende Leidenschaft, der ein plötzlicher Tod des unglücklichen Offiziers ein Ende setzte, und nun, — kaum eines verheißungsvollen Glückes theilhaftig geworden, sieht sie Wieder chen Tod mit drohender Gebärde in ihr Schicksal Hineinwinken-! Dina schauderte, wenn sie an den Abschied dachte. Allein die Stunde kam, sicher und unentrinnbar! Wiederum schien Dina zu träumen, wiederum zogen die Ereignisse eines traurigen Lebewohl wie ein Schattenbild an ihr vorüber, und als sie sich aus der letzten Umarmung ihres Verlobten gelöst, und der Eisenbahnzug ihn entführt hatte, da stieg wie eine grausame Vision die Kirchhossscenc in ihr aus, als man den Premierlieutenant Bettendorf zur ewigen Ruhe bettete — — — —-• Elias Friedmann hatte sein Schicksal gefaßt aus sich genommen. Er war es gewöhnt, mit Widerwärtigkeiten zu kämpfen, und war von der sicheren Hoffnung beseelt, daß er wohlbehalten zurückkehren würde. Das Bild seines verewigten Vaters stieg wie ein Schutzengel über seinem Haupte empor, sein kindliches Gedächtniß sollte ihm ein Talisman sein im Antlitz des Feindes und im Donner der Geschütze. Elias schrieb vom Feindeslande aus, so oft es ihm möglich war; allein Dina fand keine Ruhe, die Angst hatte sich wie eine drückende Fessel um ihr ganzes Sein gelegt. Und wenn sie heute in seinem Briese las, daß er gesund und munter sei, konnte ihn nicht morgen die feindliche Kugel durchbohren? Der Vater, dem sein tiefinniges Gottvertrauen eine mächtige Stütze bot, wandte alle möglichen Mittel an, Dina zu beruhigen und auch ihr den süßen Trost des Gottvertrauens ins Herz zu senken. Aber vergebens! Da beschloß Rosenftock, seiner Tochter ein weibliches Wesen zur Seite zu stellen. Vielleicht, daß der zerstreuende Umgang mit ihresgleichen ihr über manche Stunde grausamen und selbstquälerischen Grübelns hinweghalf! Rosenstock war auch nicht lange im Zweifel, wem er diese Aufgabe anvertrauen sollte. Es konnte nur eine sein, Therese Baum, die einzige Freundin Dina's. Theresen's Vater war mein Vorgänger in H. gewesen, ein blasser, kränklicher Mann, der schließlich seinem quälenden Lungenleiden erlag. Therese, die mit Dina innige Freundschaft geschloffen hatte, trotzdem sie mehrere Jahre älter war als Dina, stand nach dem Tode des Vaters allein. Die Mutier nämlich, die in Deutschland hätte Hungers sterben können, (denn irgend eine gewinnbringende Thätigkeit hatte sie nicht erlernt), fand

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