Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 52 (1.7.1897)
- Date
- 1897-07-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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y ^'''-^WMM'"^7«»MWWIWM^^WWMDWWWW 1018 svrgung ihrer Hinterbliebenen." Er empfahl als besonderes Mittel nächst der Korporation der Gemeinden die Bildung sogenannter Bezirksgemeinden. In der Besprechung wurde nebst diesem Mittel auch die Gründung einer Versorgungskaffe für Cultusbeamten seitens der Gemeinden und die Umwandlung der Religion-- in Volksschulen empfohlen. Nach dem vorzüglichen gemeinschaftlichen Abendessen im Hotel Rubens fanden sich die Conferenz- Theilnehmer wieder im Versammlungslokale ein, um einer Einladung der Gemeinde Neuwied folgend, einige Stunden im fröhlichen Zusammensein beim Genuß einer von der Gemeinde gespendeten Bowle zu verbringen. Launige Trinksprüche, muntere Reden und trefflicher Gesang hielten die Gesellschaft zu der sich auch Neuwieder Familien eingestellt hatten, bis zu früher Stunde vereinigt. Zweiter Tag. Mittwoch, den 9. d. M. 1/2 8 Uhr früh begannen die Verhandlungen des zweiten Tages. Ein von der Buchhandlung M. W. Kaufmann in Leipzig vorgelegter Vertrag wurde abgelehnt. Betreffs der Aufforderung des V. d. j. L.: „Angesichts des bereits bestehenden Grundfonds für eine Wittwen- und Waisenkaffe sollen sich die Vereine über die bestmögliche Art der Einrichtung der betr. Kaffe äußern" fand der Antrag Annahme: „Die Wittwen- und Waisenkaffen möge nach Art der bestehenden Pestalozzi-Kassen eingerichtet werden, falls die Gründung einer Rechtskasie unmöglich sei". 7. Nuß bäum—Trier behandelte das Thema: „Jüdische Lehrerzeitung". Die sich an seine trefflichen Ausführungen anschließende Debatte schloß mit der Annahme der Resolution: „Der Lehrerbund möge mit denjenigen jüdischen Zeitungen, die sich dazu bereit erklären, ein Abkommen dahin treffen, daß dieselben eine vom Lehrerbunde herausgegebene Beilage jeder Nummer beifügen." 8. Stamm—Dierdorf besprach die Frage: „Wie ist das Lesebedürfniß des jüdischen Publikums zu werben, zu erhalten und nutzbringend zu befriedigen?" Mit Bezug auf seine Ausführungen wurde folgende Resolution angenommen: „Der Verband jüd. Lehrer und Cultusbeamten für Südwestdeutschland erachtet es zur Befriedigung des Lesebedürfnsffes der israelitischen Landesbevölkerung für dringend nothwendig, daß für die einfache Bearbeitung und für die Verbreitung billiger Volksschriften aus dem Gebiete der jüd. Literatur und Geschichte von berufener Seite Sorge getragen werde." Der nächste Punkt der Tagesordnung: „Die Ausbildung als Cantor" wurde ausgesetzt, weil einer der Referenten fehlte, 9. Zum Delegirten für den Lehrerbund wurde Eppstein—Hoppstädten, zu seinem Vertreter Nu ßb a um—Trier gewählt. 10. Die nächstjährige Versammlung findet am 29. und 30. Mai k. I. in Kreuznach statt. Auf derselben soll zu Besprechung gelangen: 1) Thätigkeit und Ausbildung als Cantor (L i ßner—St. Johann). 2) Das Lesebuch für die jüd Volksschule (N a t h a u- Mayen). 3) Lehrprobe (H e ß—Saarwellingeu). 4) Vorbildung der jüd. Schuljugend zur Theitnahme am öffentlichen Gottesdienste (Selig - St. Ingbert). 11. Nach Beendigung der freien Besprechung wies der Vorsitzende in seinem Schlußworte aus die reichen lind regen Verhandlungen hin, wiinschend, daß sie der Schule mib dem Lehrerstande zum Segen gereichen mögen. Dem Vorstand der Synagogen- Gemeinde wurde der wiederholte Dank der Versammlung für die freundliche und gastfreie Ausnahme ausgesprochen. Nu ßbäum—Trier dankte unter tebhaftenl Beifall dem Vorsitzenden. Der geplante gemeinsame Ausflug zum Krahnenberge bei Andernach mußte des schlechten Wetters halber unterbleiben. Jul. R a n s e n b e r g—Neuwied. - ♦ -- elbsthilfe der rer. Ueber die entsetzliche Lage, in der sich viele israe litische Lehrer befinden, bedarf es keines Wortes mehr. Ueberall, wo ein für die Schule und die Lehrer fühlendes Herz schlägt, ist diese Thatsache anerkannt und überall sinnt man daraus, Abhilfe zu schaffen. Diejenigen, welche von dieser Misere am meisten betroffen werden, die israelitischen Lehrer, sind zum größten Theile nicht in der Lage, helfend da eintreten zu können, wo Noth und Elend bei einem Collegen Einzug halten, edle Wohlthäter, deren Herz gut, deren Hand offen ist, erfahren gar oft nichts von dem Elende des „Lehrers" und so bleibt ihm nichts übrig, als „zu dem Ewigen zu schreien, der ihn erretten wird." Wie viele solcher Nothschreie wird