Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 52 (1.7.1897)
- Date
- 1897-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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■' j, >'^WWWMMgM»WWMjW W^MMW^WAWWWWWWWWW 1012 C 0 h n—Kattowitz will das schärfergeprägte Wort „Aktionen" beibehalten sehen. Munk—Marburg spricht gegen das Amendement Schlesinger. E. Biberfeld ist dafür im Interesse der Klarheit des Programms. — Bei der Abstimmung wird 2 mit den Amendements Feilckenfeld und Schlesinger angenommen. — Zu $ 3 beantragt Schlesinger "Ausnahme der Munk'schen Protokoll-Erklärung über Stellung zum A. R-V. in das Statut. — Der Antrag wird nach kurzer Debatte zurückgezog'N. Cohn—Kattowitz fragt an, wieweit der Begriff D’pDiE ausgedehnt werden solle? Au erb ach—Halberstadl: Im Allgemeinen könne für uns die Zeit des D"n als Grenze gelten. Im Einzelnen sei eine Norm schwierig. E ohn—Kattowitz beantragt zu setzen: Talmud und maßgebende Decisoren. E. Biberfeld: Der Ausdruck D’pDIDi Q"V sei für jeden Vorstand, der über die Ausnahme von Mitgliedern zu befinden habe, verständlich, denn er brzeichne eine Gesanrmtauffassung. Jede Uebersetzung trübe dieses Bild. Cohn zieht seinen Antrag zurück. Auerbach - Nogasen, beantragt statt „angestellte": „besindliche" zu setzen. Kohn—Ansbach beantragt hinzuzusetzen: „oder emeritirte oder in conformer Stellung stehende". Kirsch- Dbornik beantragt noch D"^ einznsügen Mun k—Königsberg bemängelt den Ausdruck „aus dein Boden u. s. w.". Denn wenn auch jeder strebe, den Anforderungen dieser Stellung gerecht zu werden, so könne man doch nicht immer behaupten, daß man denselben gerecht werde.' Dadurch käme man in einen inneren Conslict. Redner kann aber nichts Besseres an die Stelle setzen A. Biberfeld—Berlin: Was die rDtpriDa gesetzestreue Allgemeinheit als m ansehe, sei der Boden von O'pOiLl D"2*. - Löb und Königsberger stimmen dem bei. W r c s ch n e r—Samter beanti agt hinzuzusügen „“m“. Man begegne zuweilen einem Feststehen in der E"i02\mm, während die Treue gegen die Grundlagen von zmacp mm gelitten habe. Hoffmann—Berlin wünscht zum Ausdruck gebracht zu sehen, daß Männer, die im Besitze ausreichender mnn HfOn sind, auch wenn nicht angestellt, ausgenommen werden können. — $ 3 wird in folgender Fassung angenommen: „Mitglied der Vereinigung kann jeder von einer Gemeinde oder öffentlichen Stiftung in Deutschland angestellte (cmeritirte) Rabbiner und Rabbinats Assessor, welcher eine von einer als maßgebend anerkannten Autorität ertheilte mn besitzt, sowie jeder Tocent jüdischer Wissenschaft an einem Rabbiner-Seminar werden. Voraussetzung ist, daß dieselben in Lehre und Leben auf dem Boden von 2D22W min E"pn, wie sie in D’pDisi D“ttf niedergelegt ist, stehen. — Anm. Auf Beschluß des Vorstandes können Männer, welche den anderen vorgenannten Bedingungen entsprechen, auch dann ausgenommen werden, wenn sie z. Z. kein öffentliches Amt bekleiden." — In S' 5 wird eingefügt: „von Mk. 3 an." Zu 8 8 entspinnt sich eine längere Debatte, wie die Behandlung aktueller Fragen am schärfsten präeisirt werden kann. An derselben betheiligten sich Auerbach—Halberstadt, Kohn— Ansbach, E. Biberfeld, Munk— Marburg, Mannheimer, Bondi, H. Hildesheimer, Schlesinger. Der S 8 wird in folg nder von H. Hildesheimer und E. Biberfeld vorg schlagen« n Fassung angenommen: „8 8. Die Vereinigung sucht ihre Au'gabe zu erfüllen: a) durch Erörterung holachischer Fragen, b) durch Bearbeitung anderer wissenschaftlicher Themata, e) durch Maßnahmen zur Kräftigung und Wahrung de« Ansehens des tr. gstr. JudenthumS, <I) durch Abwehr von Angriffen auf Würde und Lehrinhalt des tr. geflr. JudenthumS. — Bei § 16 wird auf Antrag H. Hildesheimer folgende Fassung beschlossen: „Der Vorstand zählt 7 Mitglieder, welche die Geschäfte unter sich verlherlen." In § 10 wird die Zahl der EommissionSmitglieder auf 5 resp. 7 resp. 6 festgesetzt. Die Erledigung der übrigen Paragraphen, sowie die Redat.ion der angenommenen wird dem Vorstande überlassen. Os wird nunmehr zu den Wahlen für die nächsten 3 Jahre geschritten. ES werden einstimmig gewählt: I. In den Vorstand: I HildeShermer als Ehrenmilglied, Auerbach—Halberstadt, Feilchenfeld—Posen, Horvwitz—Frankfurt a. M., Eohn—Kattowitz, Bondi —Mainz, P. Kohn—Ansbach, E. Biberf-ld—Berlin. II. In die Halachah-Commission: Auerbach—Halberstadt, Feilchenfeld—Posen, Hossmann—Berlin, Horomtz—Frankfurt a. M, A. Biberfeld—Berlin. III. In die L'tterar-Eornmission: Dr. Berliner—Berlin, Pros. Barch—Berlin, Dr. Wohlgnnuth—Berlin, Wreschiier— Samter, Löwenchal—Tarnowip, M. HUdesheimer— Brrlin, Könipsberger—Pasewalk. IV. In die Act ans lwmmission: Dr. H. Hildesheimer— Berlin, Earlebach— Lübeck, Löwenstein—Mosbach, Lob Emden, L. Munk—Marburg, David—L üsseldorf. I. Hildesheimer ist zum Ehren-Milglied aller Eommissionen ernannt. Schließlich wird festgesetzt, daß die nächste Versammlung n"’N nächstes Jahr in derselben Zeit, womöglich in Süddeutschland tagen soll Der Vorsitzende spricht allen Erschienenen den herzlichsten Dank aus und knüpft daran die Hoffnung, daß der heutige Tag, mit seinem Ergcbniß einen Merkstein in der Entwickelung des jüdischen Lebens in Deutschland bezeichnen möge. Nicht zum Kampf, niemand zu Leid, sondern nur pp non? nnnmi mmn sei die Vereinigung begründet und in diesem Sinne wolle sie "?‘‘CO wirken. Hirsch Hildesheimer drückt dem Bureau, namentlich aber dem Vorsitzenden, dessen energischer und dabei persönlicher Leitnng in allererster Reibe das erfreuliche Ergebniß zuzuschreiben sei, den Dank der 'Versammlung ans. Schluß ü Ubr. Dr. P Kohn. Dr. E. B i b e r s e l d. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. ** Wien, 21. Juni. Die an dieser Stelle schon wiederholt berührte Affirrre des antisemitischen Abg. Mittermayer hat nunmehr ihren Abschluß gefunden. Der Sozialdemokrat Schuhmeier hatte seinerzeit als Gegenkandidat Mittermayers bei den Reichsrathmahlen diesen des Diebstahls von neun Gulden und der Fälschung eines Lotterieriskontos beschuldigt. Mittermayer, hochentrüstet, strengte gegen Schuhmeyer die Ehrenbeleidigungskiage an. Nach längerem Hin und Her hat nun das Gericht den Schuhmeier freigesprochen, weil er den Wahrheitsbeweis für seine Beschuldigungen erbracht hat. Mittermayer ist wohl schon vor einiger Zeit offiziell aus dem Verband der antisemitischen Partei ausgeschieden worden, allein er hat sich nicht dazu bewegen lassen, sein Reichsrathsmandat niederzulegen, beim Tramwaystreik ist er sogar als einer der antisemitischen Hauptagi-