Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 52 (1.7.1897)
- Date
- 1897-07-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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1013 tatoren wieder in den Vordergrund getreten. Man wird sich deßwegen darauf gefaßt machen müssen, Herrn Mittermayer trotz aller gerichtlichen Urtheilssprüche nach wie vor als antisemitischen Abgeordneten und Agitator in der Oeffentlichkeit zu dulden. ** Jaroslau, 17. Juni. (Streit um ein- Sti s tung.) Vor vielen Jahren errichtete die Eigenthümerin der Herrschaft Krakowiec, weiland Fürstin Anna von Lothringen, eine Stiftung mit der Bestimmung, daß aus derselben sämmtliche unbemittelte Personen des Herrschaftsgebietes Krakowiec in Krankheitsfällen unentgeltlich mit ärztlicher Hilfe und Medicamenten versorgt werden sollen. Um ja recht deutlich zu documentiren, daß an den Benesieien der Stiftung jeder Arme dieses Gebietes ohne Unterschied des Glaubens und der Abstammung zu parlicipiren habe, fügte die Stifterin in der Stiftsurkunde die Bemerkung ein, daß sie diese Stiftung „zum Heile der leidenden Menschheit" schaffe. Trotzdem verfügte der von Seite der Statthalterei mit der Verwaltung dieser Stiftung betraute Bezirksausschuß von Jaworow, daß an dieser Stiftung nur Christen des Krakowicer Gutsgebietes participiren dürfen, die jüdischen Einwohner hingegen seien von dem Mitgenusse an den Beneficien derselben ausgeschloffen. Die Lemberger Statthalterei approbirte diese Interpretation. In Folge Beschwerde des Cultusvorstandes der israelitischen Gemeinde Krakowiec entschied jedoch das Ministerium des Innern mit Verordnung vom 2. März 1893, Zahl ol52, daß auch die unbemittelten Israeliten von Krakowiec in Krankheitfällen unbedingt das Recht haben, aus besagter Stiftung ärztliche Hilfe und Medicamente unentgeltlich zu erhalten. Das war dem galizischen Landesausschusse nicht recht, er erhob daher gegen die Ministerial-Entscheidung Beschwerde beim Verwaltungs-Gerichtshöfe in Wien, und dieser hat mit Urtheil vom 9. Mai 1.894, Zahl 1803, die Verordnung des Ministeriums des Innern vollinhaltlich bestätigt und endgiltig zu Recht erkannt, daß diese Stiftung aüen unbemittelten Kranken von Krakowiec ohne Unterschied der Confession unentgeltliche Hilfe und Medicamente beizustellen habe. Nun sollte man meinen, daß die galizische Landesbehörde das Nöthige verfügt habe, damit dem Aufträge des Ministeriums und dem Richterspruche des Administrations- Tribunals entsprochen und den unbemittelten Israeliten von Krakowiec die Theilnahme an den Beneficien dieser Stiftung zugestanden werde. Das würde wohl in jedem Kronlande unserer Monarchie sich von selbst verstehen, nicht aber in Galizien. Die israelitische Cultusgemeinde von Krakowieez hat nach Herablangen obcitirter Entscheidungen bereits wiederholt Gesuche um Zulassung ihrer unbemittelten Mitglieder zum Mitgenusse an den Wohlthaten dieser Stiftung sowohl an den Bezirksausschuß in Lemberg und an die Statthalterei überreicht — hat sogar in dieser Angelegenheit eine Petition an den galizischen Landtag gelangen laffen — Alles umsonst. Keine dieser Behörden hat bis heute, also durch mehr als drei Jahre fett der rechtskräftigen Entscheidung dieser Sache, auch nur Eine dieser Eingaben beantwortet, alle hüllen sich in hartnäckiges Schweigen.__ Briefkasten der Nedaetio» S. in B. Nr. 2 r Aufnahme erfolgt gelegentlich in einer Bell. Beilage. Briefkasten der Expedition. Herrn S. B. in B-r Betrag von Mk. 8.23 dankend erhalten. 3MT* Wegen Raummangel folgt die Kort« setznng der Erzählung »Die Kriegsgeschichten dealten Mosche Gerson erst in nächster Nummer Me W M eine mWineilrM geformte Speisen aus Milch bereiten? 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