Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 52 (1.7.1897)
- Date
- 1897-07-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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WWWWWWWWWWWWWW 1010 berg—Sulzbürg; Wohlgemuth—Berlin; Wreschner— Samter. Auerbach —Halberstadt eröffnet die Sitzung mit Willkommensgruß und Dank an Gäste und Mitglieder und wünscht der Besprechung eine friedliche und gedeihliche Entwickelung. Er bebt das alle traditionellgesetzestreuen Rabbiner einigende Moment hervor, crnn yy p nDy7, dies müffe uns vor Allem bewahren, was zu Mißdeutungen und Mißverständnissen und dadurch zu OHittDD führen könnte. Er geht nochmals auf die Vorgeschichte der Vereinigung ein. Der Wunsch sei seit langen Jahren vorhanden gewesen, die Gelegenheit zur Ausführung habe gefehlt; der äußere Anlaß, daß viele D’D7t£n D’NT cron Ende Dezember hier zu einer Berathung über den Anschluß an den A. R.-V. sich versammelten, habe die Gelegenheit geboten. Es haben sich damals viele DHDn für den Anschluß entschieden, wenn stricte Eautelen geboten würden. Gleichzeitig sei die Bereinigung, aber innerlich davon unabhängig geboren worden. Es iei ein Ausschuß eingesetzt worden, mit der ausgesprochenen Absicht und in der Absicht und in der Hoffnung, alle diejenigen als D’“Dn zu gewinnen, die unerschütterlich in Lehre und Leben mit den mn '^72 überein stimmen. Die Wirksamkeit der Vereinigung sollte sich so über Alles, was 2itfrv 7iOKn 772erstrecken. Diese Hoffnung habe sich nicht voll erfüllt; es seien definitiv 52 Mitglieder beigetreten, 2t hätten den Eintritt abgelehnt, 5 seien ein und ausgetreten und 6 haben ihren Entschluß von der heutigen Berathung abhängig gemacht. Dieses bunte Bild ergebe sich allein um der Frage willen, ob Mitglieder der Vereinigung zugleich dem 21. R.-V. angehören dürften. Redner versichert, überzeugt zu sein, daß die Dissentirenden erfüllt von reinen Absichten seien, nehme aber für sich und für alle, die mit ihm einer Meinung sind, dasselbe in Anspruch. Man habe eingewandt, man dürfe mit "D’jD HDD nicht in religiösen Fragen Zusammenwirken. Man übersieht aber, daß bei Jnnehaltung der Eautelen nur äußerlich religiöse Fragen dort discutirt werden können. Redner eremplificirt auf mehrere derartige Beispiele (Dimissoriale des zuständigen Rabbiners bei Trauungen, Beauffichtigung der □’ünitt' hinsichtlich ihrer Stellung zu den Veterinärfragen, Fortbildungsunterricht, Fürsorge für Waisen, illegitime Kinder und unversorgte Mädchen.- Die Verhältnisse hätten sich im Laufe der Monate genügend geklärt, um die Einberufung der heutigen Conserenz zu.rechtfertigen. Er bittet die Rednerbedacht zu sein, den, ne« zu dienen. H irsch—Hamburg, er sei als Gast anwesend und müsse erklären, daß er nicht beitreten könne, solange die Bedingung nicht erfüllt sei. welche er in seinem Briefe ausgesprochen, daß kein Mitglied der Vereinigung dem 2l. R.-R. angehören dürfe. Wenn ihm trotzdem das Wort verstattet werde (Zustimmung!), so wolle er betonen, daß er das Zusammengehen mit dem A. R.-V. als gefährlich betrachte. Er erinnert an die Vorschrift des y"tt‘ gegenüber den DHCD- Er würde dieser Meinung auch sein, wenn wir die Majoriiät bildeten, um wieviel mehr, da wir in der Minorität sind. Minoritäten könnten sich nur durch Zurückhalten schützen. Eautelen bieten keinen Schutz, da man nicht wissen könne, welche Personen in der Zukunft die Orthodoxie in dem A. R.-V. vertreten würden. Gemeinden und Behörden würden den A R.-V. als Centralinstanz ansehen, und so könnte er ein gefährlicher Faktor werden. Seine Briefe haben keinen Conslikt, sondern eine Stärkung der Stellung seiner Gesinnungsgenossen bewirken sollen. Auf Grund seiner persönlichen Erfahrungen könne er der Vereinigung nicht beitreten, solange jene Bedingung nicht erfüllt sei. Cohn—Kattowitz. Es wäre besser gewesen, die Frage nicht anzufchneiden. Da es geschehen, so wolle er nur erklären, daß der Beitritt zum A. R.-B das Produkt reiflicher Erwägung sei, in denen auch die Einwürfe des Vorredners zur Sprache kamen; trotzdem habe er und seine Freunde sich zum Eintritt entschlossen. Der gegnerische Standpunkt umfasse praktische und Opportunitätsgründe und sei, insofern er den Anschluß an den^A R.-V. betrifft, zu begreifen. Unbegreiflich aber sei die Stellungnahme gegenüber der Vereinigung. Die gegnerischen Schriftstücke hätten ihn und zahlreiche Gesinnungsgenossen wie Andersdenkende geradezu mit Entrüstung erfüllt. Er erkläre sich die Gegnerschaft aus unzureichendem Verständnisse der Verhältnisse, namentlich bei den Herren, die in Separatgenreinden amtiren. Die Verbindung der Einzelnen mit den, 21. R. - V. sei ja nicht unlösbar. vorläufig aber hatte er sie für heilsam. Auerbach—Halberstadt schlägt vor, es sollen nur noch je ein Redner pr<» und c.ntrg, reden. Bon di -Mainz meint dagegen, es müsse der Diseussion freier Spielrarnn gelassen werden. A ue rbach— Halberstadt: eine Beeiustussung der Stellungnahme liege ihm ganz fern. 2lbcr es sei wünscheuswerth, daß die Standpunkte präeiser dargestellt werden. Horo witz—Frkf. a. M. präcisirt die Fragestellung dahin, daß es sich nicht um den Anschluß an den A. R. V., sondern darum handelt, ob man zugleich dem 21. R. V. und der Vgg. angehören könne. E. Biberfeld—Berlin weist darauf lstn, daß die Debatte, wenn hier abgebrochen, bei 3 des E. (Mit glievschaft > doch wieder eröffnet werden müßte. C »h n—Fulda: 2lllrr 2lbsicht sei einander aufzukläreu, nicht einander zu entfremden. Er habe sich specielle Genehmigung vom Vorsitzenden eingeholt, sich frei äußern zu dürfen, ehe er kam Er könne den Eautelen nicht den Werth beilegen, den Auerbach und Cohn (Kattowitz) ihnen beigemesscir. Es wäre keine Diseussion über religiöse Fragen im 2l. R. V. denkbar, ohne daß bei freier Meinungsäußerung der religiösen Gegner ein Verstoß gegen die Eautelen erfolgen würde. — Redner glaubt einen Widerspruch zwischen dem in der „Iöd. Pr." veröffentlichten Protokoll der Allg. R. Versammlung und den heute vom Vorsitzenden abgegebenen Erklärungen zu finden: giebt aber nach Verlesung des Protokolls seinen Irrthum zu. Er weift namentlich auf die Irreführung der Massen hin, die durch das Zusammenwirken orthodoxer und neologer Rabbiner in ihrer religiösen 2lnschauung erschüttert würden. Ihm seien gerade aus Laienkreisen Aeußerungen höchster Verwunderung über dieses Fusammengchen zugegangen. Für dieses Laienpublikum hülfen die Eautelen nichts; denn es erfährt von ihnen nichts oder beurtheilt sie nüchterner als werthlos. Er verwahre sich dagegen, daß er es je für einen gehalten oder erklärt habe, mit OH2I7 zusammenzugehen, weil dieselben dem 2l. R. V. angehörten. 2lber iveil er dies für einen bedenklichen, verhängnisvollen Schritt halte, könne er, solange jene Verbindung nicht gelöst, auch der Vereinigung nicht beitreten. Wres chner—Samter >zur G. O.j: Eine weitere Besprechung erscheine überflüssig, da eine Verständigung doch aussichtslos sei. Er beantragt Schluß der Debatte. Mannheimer —Oldeubg.: Der heutige Tag sei bedeutungsvoll für das Leben der deutschen orthodoxen Rabbiner, zumal der jüngeren. Es müsse heute durch rückhaltlose Aussprache volle Klarheit geschaffen werden. E. Biber seid — Berlin : Er halte an der Hoffnung einer Verständigung immer noch fest. 2lber jedenfalls sei die offene Aussprache nach beiden Seiten von Stutzen. Er werde jedenr Versuch diese zu hindern, mit allen Mitteln der G- Oentgegentreten. Der Schluß-2lntrag wird abgelehnt. H o r o v i tz—Frkf. a. M. hofft doch noch neue Gesichtspunkte für Beurtheilung der Frage des Beitritts zum A. R. V. beibringen zu können. Ihm sei das historische Werden des 2l. R V. gerade im Hinblick aus die Stellungnahme der Behörden maßgebend. Es sei etwas Anderes, ob eine