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Der Israelit · 1897-07-01 · Heft 52 (1.7.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 52 (1.7.1897)
Date
1897-07-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXYffl. Jahrgang. Erste Seilage zu M B des «Israelit". Leitender Artikel. „Uerei»!sii»s trad!tio»rll-srsrtzestre«er iSobbinct Deutfitzlallds." (Amtliches Protokoll der in Berlin am 9. u. IN. Mat 1897 ftattgehavtr» cvnMnlrenden Tagung ) Vorbesprechung. 9. Mai. Eröffnung 6 o. t. Auerbach- Halbcrstadt eröffnet die Sitzung mit einem Worte des Dankes an die Anwesenden und ersuchte die Versammlung, das Thema für die Vorbesprechung nach freier Wahl -u bestimmen. Feilchenfeld—Posen: Mit einer zeitraubenden Debatte über Einzelheiten deS Statutenentwurfes solle man sich nicht ermüden; die endgiltige Fixierung der «Statuten solle einer Commission übertragen werden, die parallel mit der sofort zu beginnenden Thätigkeit deS Vereins ihre Arbeit erledigen solle. Heute und morgen solle die Debatte den großen Grundlagen der Vereinigung gelten. CS sei festzustell«n (l wer ist Mitglied der Vereinigung, 2) was sind die Te> denzen, und wie sollen dieselben zur Ausführung gelangen, 3) wer hat die Vereinigung zu leiten. F. will ferner für das gemeinsame Wirken alles Theoretische ausgeschlossen wissen; praktische Ziele müssen in's Auge gefaßt werden; auch für halachische Fragen dürften nur Fälle aus der Praxis, niemals aber rein akademische Erörterungen zum Gegenstand der Erörterung gemacht werden. E. Biber selb-—Berlin betont im Namen der Jüngeren, daß auch das Moment der Sich-Kennen-Lernens und Sich- Näher-Trctens ein nicht zu unterschätzender Factor sei. Auch im Kreise der engeren Gesinnungsgenossen gäbe es weitgehende Divergenzen hinsichtlich programmatischer Auffassungen. D e Vereinigung müsse, getragen von den obenerwähnten Momenten, schwankende Kräfte festigen und aufrecht erhalten. Ein scharf gefaßtes Programm müsie gefunden werden. B. schlägt als Thema die Vorbeiprechung vor die Prinzipien des Statutes, aber ein Statut müsse geschaffen werden und zwar auf dieser Tagung. Mannheimer — Oldenburg drückt seine Freude über daö Zustandekommen der Vereinigung aus und warnt ebenfalls vor weiterer Vertagung. Königsberger—Pasewalk schließt sich der Anschauung Mannheimers und Biberseids an aus Grund eigener Erfahrung in der Isolation. Er erhofft vom corporariven Auftreten günstige Einwirkung auf die Stellung deS Rabbiners zur Gemeinde. K. regt die Frage an, ob die Zugehörigkeit zum Allgemeinen R. V. irgend einen Einfluß auf die Mitgliedschaft in der Vgg. trg. Rabb. oder umgekehrt ausübe? Schlesinger — Bingen spricht den Wunsch auS, daß eine offic'elle Darstellung der Genesis der Vereinigung gegeben werde. Anerbach — Halberstadt: Diese Darstellung zu geben sei eine bereits vorher im engeren K«eise geäußerte Absicht gewesen; er habe aber damit bis znr eigentlichen Tagung, wenn alle Eollegen anwesend, warten wollen. Dem Wunsche Vorredner? wolle er aber in knapperen Rahmen entsprechen. An die Gründung dieser Vereinigung sei seit Jahren gedacht worden, aber es bedurfte eines äußeren Impulses, um sie zu verwirklichen. Gerade wenn Angriffe von außen her Annähe, rung an religiös Andersgesinnte erzwingen — ob nun diese Annäherung lobenS- oder tadelnSwerth sei — müßte für die Gleichgesinnten um so mehr programmatische Klarheit geschaffen werden. Ats einziger Programmpunkt, der klar und erschöpfend, sei festgestellt worden, daß wer „in Lehre und Leben auf dem Boden von O'pOlOl D“W steht, Mitglied sein könne. Die jüngeren College« wünschten in der Vereinigung eine Selbstkräftigung in Thauroh wejiroh zu finden. Diesem Verlangen mußte genügt weiden; diese Lenden» käme in 8 2 deS Statut« zu ihrem berechtigten Ausdruck. Dazu treten di« Aufgaben, welche der Tag erso drrt. Ueber die Art, wie zu arbeiten, sei am schwersten Auskunft zu geben; hoffentlich werde die gemeinsame Beralhung hier den rechten M«a finden. H o r o v in—Frankfurt a. M.: Die Idee der Vereinigung sei schon 22 Jahre alt. Er betont übereinstimmend mit Feilchenfeld die Wichtigkeit der Lösung praktischer Fragen. Durch geeintes Vorgehen sei viel zu erreichen. Aber auch in Lehre müsse jedes Mitglied den Anforderungen der Vereinigung d. h. der Tradition genügen. Die Gefahren der negativen Bibel- und Talmudkritik würden unterschätzt. Ausschreitungen auf diesen Gebieten sei energisch entgegenzutreten. Ko hn—Ansbach: Die Frage, ob der Anschluß an den Allg. R.-V. ein Unrecht sei, könne ganz nebenbei fallen. Er beantrage einen Beschluß: Die Vereinigung trad. ges. Rabb. überläßt die Entscheidung über den Anschluß an den A R.- V. dem Ermessen des Einzelnen. Auerbach—Halberstadt verweist auf seine Eingangsworte. Schlesingcr—Bingen ist mit dem Gedanken Kohn's einverstanden, will denselben aber in dem Statut ausgesprochen sehen. Horovitz—Frankfurt a. M. ist ebenfalls der Meinung, daß die Frage des Anschlusses ausführlich besprochen werde. E. Biberseld—Berlin betont gegenüber Schlesinger daß in der im Einladungsschreiben gebrauchten Wendung „Um mehrfach hervorgetretenen Jrrthümern zu begegnen", durchaus nicht das Eingeständniß enthalten sei, als hätte der provisorische Ausschuß durch seine Maßnahmen diesen Jrrtluun provocirt. Er habe vielmehr von vornherein keinen Zweifel darüber gelassen, daß Vereinigung und Verband absolut nichts miteinander zu thun haben. Feilchenfeld—Posen verspricht sich nichts von einer Discussion der Frage. Auch solle als Prüfstein für die Aufnahme das Hauptgewicht auf das Verhalten im Leben gelegt werden. Er wiederholt seinen Vorschlag, nur die Hauptpunkte zu diseutiren. Auerbach —Halberftadt schlagt dementsprechend als T. O. vor: Bcrathung der 1, 2, 3 und des Statutcnentwurfs. Der Feilchenfeld'sche Gegenentwurf würde bis morgen oervielsältigt sein. M. Hildesheimer und E. Biberfeld—Berlin schlagen vor: Discussion der Anschluß-Frage. Die Versammlung ist mit dieser T. O. einverstanden. Schluß 9 U h r. II. Sitzung Montag 10. Mai. 1 l Uhr Vormittags. Präsenz-Liste: Ackermann—Brandenburg: Auerbach—Halberstadt: Aue rb ach—Rogasen; Barth- Berlin: Berliner—Berlin: A. Bib erf eld—Berlin; E. Brberfeld—Berlin: Bondi—Mainz; Eahn—Fulda (als Gast); Eohn — Kattowitz: Feilche nfeld — Posen: I. Hildesheimer —Berlin; H. Hildesheimer- Berlin : M. Hildesheimer— Berlin; Hirsch — Hamburg (als Gast): Hoffmann-Berlin: Horovitz — Frankfurt a- M.: Kir sch — Obornik: Kohn —Ansbach; Königs - b erg er —Pasewalk: Lob —Emden: Mannheimer- Oldenburg; Munk —Marburg; Munk —Königsberg; Petuchowski—Berlin; Schlesinger—Bingen; Wein-

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