Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 51 (28.6.1897)
- Date
- 1897-06-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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994 mit dem vielen Werthlysen und Verkehrten, das die neuere Literatur auf talmudischem Gebiete in umgekehrtem Verhältniß zu der geringen Anzahl der Talmudbeflissenen in überreichem Mähe hervorbringt. Wieder bietet es Gelegenheit, in die Werkstatt eines begabten und mit einer seltenen Gedächtnißkraft bevorzugten Geistes hineir.zusehen, und dieser Eindruck, der sich bei jeder neuen Veröffentlichung Rabbinowitz' verstärkte, wird durch die umsichtige und sorgfältige Durcharbeitung vergrößert, welche das Manuscript dieses Bandes durch Dr. Ehrentreu erfahren hat. Dem unkritischen Talmudstudium, dem bereits Männer wie St em ,x- :ri u. a. vorgearbeitet haben, ist hiermit auch auf dem wichtigen Gebiete des Traktat Ehulin die Bahn geebnet. Der essentielle Werth der Publikationen des me-a "pnpn ist von den hervorragendsten Talmudkennern längst erkannt. paiy Sy -rayS cryS i:S '■»rr» m! rvrxar; “urp ”rc„ jaix* xS . . . cu* r'xxairr mmm rxcm d y 2'L'n rnz -tirx rrSvm mSymi rrtry atrx nb:xn nzxSarr zm '7 -irx: *zaSz ,p neir mm nrx v"x Sa -z. . . . ma xy nzsr zxt'z -~z~ zar-.S: raxz mT, 'zz-i Sy —ayS '"i my pazan nx zzS -np: ara fzzi . v;eS pio nSx Sz ir'xzz 'zS . , . nzaa -za* rn'7! r,*z*,"a: xSa c;aaz ntn ip'n Mit diesen Worten begrüßte Rabbi Joses Saul Nathansohn Sin das Erscheinen des ersten Bandes der d^b:d pnp“, und die damaligen Koryphäen der Talmudwiss-nschast, wie die Oberrabbinen Schreiber in Preßburg und Krakau, Ettlinger in Altona und Speklor in Kowno priesen in ähnlich begeisterten Zuschriften den Werth und die Nützlichkeit des Werkes für ein wahrhaft fruchtbringendes, zielbewußtes Talmudstudium. — Was nun Form und Inhalt der vorliegenden Publikation aus Ehulin betrifft, so reih! sie sich würdig den voransgegangenen Veröffentlichungen an. Mit staunenswerther Genauigkeit und scharfem Kennerblick werden die verschiedenen Lesarten, zunächst aus oer Talmudhandschrist der Königl. Bibliothek ln München, dann aus den in den Bibliotheken anderer Länder befindlichen Handschriften nach der Reihenfolge der Seiten des Traktats zusammengestellt und in ausführlichen Anmerkungen das Wahrscheinliche oder Zutreffende der einen oder andern Lesart erläutert. Dabei zeigt es sich sehr oft, wie einzelne, vielfach erörterte Schwierigkeiten in den Entscheidungen des Rambam und anderer maßgebenden Dezisoren in einer abweichenden Lesart ihre einfachste und zuverlässigste Lösung finden. In diesem Nachweis ist Dr. Ehrentreu, welcher die Anmerkungen von den letzten 4 Kapiteln von Ehulin (von Blatt 181—207) verfaßt hat, noch viel glücklicher und interessanter, als es der Verfasser des m selbst gewesen. Die wissenschaftlichen Kreise sind dem Vereine zur Förderung jüdischer Wissenschaft in München zu aufrichtigem Danke verpflichtet, daß er die Herausgabe veranlaßt, sowie Herrn Dr. Ehrentreu dafür, daß er die schwere Arbeit aus sich genommen und glücklich durchgeführt bat. Möchte dieser Dank in einem erhöhten Interesse, das man der Pflege jüdischer Wissenschaft zuwendet seinen Ausdruck finden! —h. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzerr Deutschland. Aus Baden. Die Einführung der kirchlichen Besteuerung im Großherzogthum Baden hat Anlaß geboten zur Aufstellung evnfessioneller Steuerkataster. Wie wir mitzutheilen in der Lage sind, betrugen die Steuerkapitalien für die örtliche Kirchensteuer in den verschiedenen Confessionsgemeinden von Karl sruhe: t>rr Grund-. Hiinsern. dienten. Einkommen¬ (Üintu'rbpfteiuT (teuer steuer 8X30 Protestanten 70 39 t 4.70 141 «38 490 10 404 907 TölMi Katholiken 33 903 340 42 003 300 (j 877 775 704 Altkatholiken 3 808 330 0 178 980 850 330 033 .v\$vacUtcu 13 793 WO 31 018 000 3 448 907 Also >3va Uten: °/n 1U°/o 10 o/„ 9,^ "L Die in den Städten bestehenden günstigen Verhältnisse der Israeliten ist dem Zuzug gut situierter Israeliten von den Landgemeinden zuzuschreiben. Diese erscheinen aber gegenwärtig in weniger rosigem Lichte, da oft nur die ärmeren oder wenig begüterten zurückgeblieben sind. IV. Amerika. ** New-Nork. Im amerikanischen Senat stand dieser Tage das Verbot für ausländische Juden, nach Rußland zu reisen, auf der Tagesordnung. Senator Perkins von Kalifornien brachte eine Resolution ein, in welcher darauf Bezug genommen wird, daß der russische Geschäftsträger in Washington sich weigerte, den Paß eines einflußreichen jüdischen Bürgers zu visiren, der im Begriff stand, eine Reise nach Rußland anzutreten. Die Resolution spricht von „gehässigen Discriminationen gegen amerikanische Bürger" und enthält das Ersuchen an die Bundesregierung, Rußland zu der bestimmten Erklärung aufzusordern, ob amerikanische Bürger wegen ihres religiösen Bekenntnisses ausgeschlossen seien. Wenn das der Fall, soll Rußland aufgefordert werden, ein solches Verbot zurückzunehmen. Die Resolution wurde an den Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten verwiesen Afrika. Constantine. Unsere Stakt, die von den Exzessen der Antisemiten verschont blieb, will doch nicht hinter den Judenhetzern der anderen Städte