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Der Israelit · 1897-06-28 · Heft 51 (28.6.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 51 (28.6.1897)
Date
1897-06-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXVIII. Jahrgang. Leilagr M M 51 -rs „larneüf. Lilerarifcher Bericht. Fü rth, 21. Siwan. "lioSns. Tmen rraemn niKneu bbi3 Q'HB'ID ’pVlp'T ncß ‘12-1 msip: mnjn dv "di wn rpxS rp rue>e i' ero j'mn dkc '‘3i 1' '3713 meje nui^ niKneu!3'bbi3 d'ibid ’trjtm le^B’rr lenen 7113 ’inxi ,V't pcriKJ'-xi pu bssn me . X'"i';iinj' fron n:v mce -p:n 11*6 Vor etwa über dreißig Jahren hatte der be» rühmte Talmudgelehrte Raphael N. R a b b i n 0 v i tz den riesenhafte, t Plan gefaßt, eine feste Grundlage für eine tertkritische Talmudausgabe zu schaffen, indem er aus seltenen Handschriften und alten Drucken die abweichenden Lesarten zu jedem Satze des babylonischen Talmuds sammelte, sie nach oer Reihenfolge der einzelnen Traktate ordnete und mit wiffenschafttichen Anmerkungen begleitete, in welchenWerth und Bedeutung der einen oder andern Lesart feflgestellt und uns den hieraus sich ergebenden Folgerungen in Rücksicht der Halachah oder des leichten VerständniffeS schwieriger talmudischer Parteien hingewiesen ward. Nur eine solch überragende und originelle Größe auf dem Gebiete der Talmudkunde, wie es der nunmehr verewigte Raphael N. Rabbinowitz b"t war, konnte sich an ein solches Unternehmen, oeffen Verwirklichung für die Leistungsfähigkeit eines einzelnen Menschenlebens fast zu groß erscheint, heranwagen und in der vollkommenen Art, wie eS in dessen großangelegtem Werk enc© 'pnp-t geschehen, der Ausführung näher bringen. Wiewohl der Verfaffer zur Erreichung seines Zweckes oft große und lange Reisen nach den Bibliotheken in Rom, Paris und anderswohin unternehmen, zahllose Handschriften durchstöbern, sichten und vergleichen mußte, und obwohl er ferner von dem bedauerlichen Verhängniß, das auch über den besten jüdischen Autoren schwebt, nicht verschont geblieben und sich jahraus jahrein um den Absatz seines Werkes nrühen „rußte —, hat er dennoch im Verlaufe von 20 Jahren fünfzehn Bände seines weitschichtigen und umfangreichen Werkes über den größten Theil der talmudischen Traktate veröffentlicht und würde oas Begonnene sicherlich zu gedeihlichem und glücklichem Abschluffe gebracht haben, wenn nicht der Tod seinem rüstigen wiffenschaftlichen Schaffen im Jahre 1889 plötzlich und unerwartet ein Ziel gesetzt hätte. Kurz vo. seinem Ableben hatte der fei. Rabbinowitz mit der Drucklegung seines Werkes auf den Traktat Chulin begonnen; allein da das hinterlaffene Handschristenmaterial nicht in allen seinen Theilen geordnet und vollendet war, keiner aber sich ovrfand, der, das unterbrochene Werk des Meisters fortzuführen, sich befähigt und berufen gefühlt hätte, so mußte der begonnene Druck sistirt und der bereits fertige erste Druckbogen der Vernichtung preisgegeben werden. Allein, bx'.i mvn *b ism ~r fra! Im Jahre 1895 erfolgte die Ankündigung des Vereins zur Förderung jüdischer Wissenschaft in München, daß er es unternommen habe, die zurückgelaffenen handschriftlichen Werke des verewigten Rabbinowitz der Oeffentlichkeit durch den Druck zugänglich zu machen. In München hatte Rabbinowitz die erste Anregung zur Abfassung seines Werkes on empfangen; die dortige Königliche Bibliothek ist im Besitze der kostbaren und seltenen Talmudhandschrift, welche die Hauptgrundlage jenes Werkes biloet, und ohne die thatkräftige Unterstützung und verständnißvolle Förderung, welche der rühmlichst bekannte, unvergeßl'che Mäcene jüdischer Wiffenschafl, der fei. Abraham Merzba cher bi, in München dem Verfaffer hat zu Theil werden laffen, wäre das Werk nie zu Stande gekommen. Es erscheint darum nur so natürlich, daß ein Verein in München, an deffen Spitze Herr Dr. Eugen Merzbacher, Sohn de» vorgenannten Herrn Abraham Merzbacher, steht, sich des geistigen Erbes theuerer Heimgegangenen in liebevoller Schätzung annimmt und seine Theilnahme der Vollendung eines Litteraturwerkes zuwendet, das für alle Zeiten ein ehrendes Denkmal für die Förderung und Pflege jüdischer Wissenschaft in jener Stadt sein und bleiben wird. Die Vorsehung, die über die Ausführung nützlicher Unternehmungen wacht, richtet Alles zum besten ein, und hat es gefügt, daß der Verein in der Person seines Rabbiners, des Herrn Dr. H. Ehren treu, einen Mann besitzt, der zu den gewiegtesten und tüchtigsten Talmudgelehrten zählt, umfaffendes Lamdonus, mit kritischer Schulung und literar-historischem Bewußtsein verbindet und über das schwere Rüstzeug verfügt, das zur Fortsetzung der Werke Rabbinowitz unbedingt nöthig erscheint. Ihm übertrug nun der Verein die Herausgabe des v'ivD 'piipi zunächst auf pbin ve, und mit begreiflicher Spannung und Sehnsucht, der erst kürzlich der Verfaffer eine» talmudischwiffenschaftlichen Aufsatzes in Nr. 46 dieser Blätter Ausdruck gab, sahen die Freunde wahrhafter Talmudforschung dem Erscheinen des Werkes entgegen. Das Werk ist nunmehr im Verlage de» oben erwähnten Vereins erschienen und rechtfertigt in Allem die Größe des Interesses, mit welchem man in gelehrten Kreisen der Herausgabe gerade diese» Bandes entgegensah. Das Erscheinen eines solchen Werke» schafft dem Ernstdenkenden einigermaßen Versöhnung

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