Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1897)
- Date
- 1897-06-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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971 für Israeliten, des Verein» für jüdische Geschichte und Literatur, des Vereins zur Bekleidung israelitischer Mädchen, des Gemeindehospitals, des Jünglingsvereins ep-nro m«cr, ferner die amna der na'v" des Rabbiners Dr. Horovitz. Die Religionsschüler des Kaiser - Friedrichsgymnasiums, die wmp inan u. s. w. Gegen Mittag erschienen der Vorstand und Ausschuß der Gemeinde, die gleichfalls eine werthvolle Ehrengabe gespendet hatten. Auf alle Anreden fand der Jubilar die paffende, zu Herzen gehende Erwiderung. Das Hospital Schaar-Zion in Jaffa hatte eine Gratulationsadreffe geschickt. Auch von vielen anderen Orten trafen Telegramme, weit über hundert, und Glückwunschschreiben ein. Tausende von Besuchern drängten sich im Rabbinerhause, und eine große Anzahl von Geschenken legten Zeugniß ab von der Hochachtung und Liebe, welche das Jubelpaar sich erworben. Aus Ovekschlesten. Am 9. Juni fand in Zabrze unter dem Vorsitze des Herrn Rabbiners Dr. Coh n—Kattywitz eine Versammlung der Mitglieder des oberschlesischen Rabbinerverbandes statt. Nach verschiedenen anderen Mittheilungen gelangte zur Kenntniß, daß unter Zustimmung aller Mitglieder der Verband sich corvorativ dem neu organisirten deutschen Rabbinerverbande angeschlossen habe. Der Vorsitzende erstattete einen ausführlichen Bericht über die am 11. Mai in Berlin stattgefundenen Verhandlungen des Centralausschuffes des deutschen Rabbinerverbandes und ersuchte die Collegen im Hinblick auf die in der erwähnten Versammlung besprochene Ministcralverfügung, nach welcher den in Zuchthäusern internirten jüdischen Gefangenen nicht mehr wie bisher rituelle Kost gewährt werden soll, Erkundigung über die Beköstigung der jüdischen Untersuchungsgefangenen in den einzelnen Städten einzuziehen. Es wurde beschloffen, vor jeder Trauung an zuständiger Stelle anzufragen, ob nicht religiöse Ehehinderniffe vorhanden seien. Fortan soll in jeder Verbandssitzung ein Referat über ein vorher zu bestimmendes Thema auf die Tagesordnung gesetzt, beziehungsw. ein Vortrag über ein religionsgesetzliches oder jüdisch-wiffenschaftliches Thema gehalten werden. Die nächste Verbandssitzung soll am 17. November ftattfinden. In derselben wird Herr Dr. Kopfstein—Beuthen ein Referat über „Seelsorge" halten. Nach Erledigung weiterer Punkte der Tagesordnung unb lebhaftem Gedankenaustausch wurden die anregenden Verhandlungen geschlossen. ** Stade, 16. Juni. In dem benachbarten Achim bestehen zwei Lehrervereine — ein KreiSlehrerverein, der unter staatlicher Aufsicht steht, und ein Spezialverein für Achim und Umgegend. In ersteren mußte ein an der öffentlichen Volksschule angestellter jüdischer Lehrer ohne Weiteres nach vorangegangener Meldung ausgenommen werden. Die Aufnahme in den zweiten sollte ihm aber unmöglich werden! Nach Rücksprache mit dem Achimer Hauptlehrer ertheilte ihm dieser den Rath, vor seiner Meldung mit allen Lehrern darüber zu sprechen, wa» er selbstverständlich auch that, zumal die Aufnahme in diesen Verein von großem Interesse für ihn war. Die meisten Lehrer betheuerten ihm, daß der Aufnahme nichtim Wege stänoe, daß sie dieselbe vielmehr befürworten wollten. Er meldete sich also — schon bald nach Ostern 1896 an. Erst vor Kurzem wurde in einer Sitzung darüber berathen. Man verlangte Verlesung der Statuten, und § 1 ergab, daß alle evangelischen Lehrer ausgenommen werden müffen. Der Hauptlehrer, der Mitbegründer des Vereins, hob hervor, daß es sich noch niemals um die Aufnahme eines jüdischen Lehrers gehandelt habe, daß dies aber im vorliegenden Falle um so unbedenklicher geschehen könne, da der § 1 seinerzeit nicht in der Absicht Andersgläubige auszuschließen, festgesetzt worden sei. Er stellte den Antrag den § 1 dahin zu ändern, daß das Wort „evangelisch" zu streichen und dafür „alle staatlich angestellten Lehrer" zu setzen sei. Der Antrag wurde abgelehnt, ebenso die Aufnahme des jüdischen Lehrers. Ein Commentar ist überflüssig. Rußland. ** Finnland. In dieser Woche ist der Landtag geschloffen worden, und eS wird nun wieder drei Jahre dauern, ehe die „Stimme des Volkes" von neuem Gelegenheit hat, sich hören zu lassen. Auch die Judenfrage beschäftigte den Landtag, wie schon seit einer Reihe von Jahren. Den Juden gegenüber bestehen in Finnland eine Reihe Bestimmungen, die außerordentlich streng und entwürdigend sind. So dürfen sie keine Religionsgemeinde bilden und keine Synagoge besitzen, und wenn ein Israelit heirathet, muß er unweigerlich das Land verlaffen; ebenso müffen Söhne, wenn sie aus dem Elternhause ziehen, eine besondere Erlaubniß nachsuchen, daß sie im Lande bleiben dürfen. Einige im Landtage eingebrachte Anträge bezweckten die Aufhebung einiger dieser Bestimmungen. Der Bauernstand widersetzte sich jeder Aenderung, doch vereinigten sich wenigstens die drei anderen Stände zu einer Petition an die Regierung, in der u. a. für diejenigen Juden, die sich verheirathen, die Erlaubniß verlangt wird, im Lande bleiben zu dürfen. Amerika. New-Uork. Am 21. Mai feierte die älteste hiesige jüdische Gemeinde Shearith Israel die Einweihung ihrer neuen Synagoge mit großem Pompe. Diese alte Congregation reicht, wie sicher dokumentarisch nachgewiesen ist, mindesten» bi» in da» Jahr