Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1897)
- Date
- 1897-06-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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glied er an, welche als Ehrenmitglieder und Lehrerfreunde diese Kaffe subventionieren. Herr Ehrmann- Friedberg beantragt, die Kaffe auch zu Unterstützungszwecken unverschuldet in Noth gerathener Kollegen durch Gewährung von Darlehen zu erweitern und bittet außerdem, zur Entlastung des Vereinsvorstandes für die Verwaltung der Hilfskaffe einen eigenen Vorstand zu berufen. Herr Kahn—Mainz schlägt vor, mit einer Versicherungsgesellschaft zur Erlangung einer Bonifikation in Verbindung zu treten. Nach verschiedenen Vorschlägen betreffs Erhöhung des Jahresbeitrags wurde beschlossen, denselben aus 2 Mark sestzusetzen und den nach Deckung der Vereinskoften verbleibenden Ueberschuß der Hilfskaffe zuzuführen. Ferner wurde der Vorstand beauftragt, bis zur nächsten Generalversammlung die weiteren Maßnahmen zur Schaffung, Subventionierung und Verwaltung einer Hilfskaffe zu treffen. Durch freundliche Bemühung der Herren Rabbiner Dr. Marr und Dr. B o n d i wurde diesem Zweck bereits ein namhafter Betrag zugeführt. Zum letzten Punkt der Tagesordnung — Vorstandswahl — übergehend, wurde durch Akklamation das anfangs gewählte Bureau für die Leitung des Vereins wiedergewählt. Die Herren nahmen sämmtlich die Wahl dankend an und erklärten, ihre Kräfte der guten Sache hingebend zu widmen. Für die nächste Generalversammlung, welche im Herbst d. I. stattfinden soll, übernahm Herr Mandelbaum—Oberseemen ein Referat über „Die Behandlung des Pentateuch-Unterrichts". Ferner wurde beschlossen, außer der Generalversammlung jährlich je eine Bezirkskonferenz vorerst für die Provinzen Oberheffen und Starkenburg unter Leitung der dort ansässigen Vorstandsmitglieder abzuhalten, um den Kollegen der einzelnen Provinzen mehrmals im Jahre Gelegenheit zu geistiger Anregung und beruflicher Förderung zu bieten. Unter wiederholter Ermahnung, treu und unentwegt die gute Sache hochzuhalten und für dieselbe bei den übrigen Kollegen zu agitieren, schloß hierauf der Vorsitzende die Versammlung, welche in wohlthuendem Contrast zu den letzten Versammlungen des bisherigen Lehrervereins in Einmüthigkeit und Begeisterung verlief. Allseitig wurde betont, daß, nachdem der uns aufgedrungene Kampf siegreich durchgefochten sei, die Zeit des Friedens beginnen soll, welche nicht in Opposition oder Polemik gegen den bisherigen Verein ihr Ziel erblicken, sondern die dringenden Aufgaben zur rechtlichen Besserstellung der isral. Lehrer Hessens, zur geistigen und beruflichen Förderung, sowie zur materiellen Hebung derselben erfassen und unentwegt verfolgen soll, sogar auch gemeinsam mit dem bisherigen Verein. 121* w ufw m Jedoch die Hilfe wollen wir nicht von fremder, unzuverlässiger Seite erwarten, sondern unter Hochhaltung unserer Unabhängigkeit die Kräfte im eigenen Lande sammeln und gemeinsam die gute Sache zum Ziele führen. Darmstadt, 8. Juni 1897. I. A. des Vorstandes: I. L e b e r m a n n, Schriftführer. AettrmgSnachrichte« und Correspondenzen Deutschland. ** Berlin, 16. Juni. Kürzlich ging durch die Blätter die Nachricht, daß die jüdische Gemeinde an Stelle des gegenwärtigen „unzureichend" gewordenen Krankenhauses in der Auguststraße ein neues größeres Krankenhaus zu errichten beabsichtige; zu diesem Zwecke sollte der Gemeinde ein größeres Legat vermacht worden fein. Diese Nachricht entbehrt jedoch jeder Begründung. Das Vermächtniß, um das es sich hier handelt, ist allerdings von der Gemeinde durch einen Rechtsstreit vor Kurzem erstritten worden. Die Gemeinde hat jedoch nicht die Absicht, dasselbe zum Bau eines neuen Krankenhauses zu bestimmen, da das jetzige in der Auguststraße durchaus nicht „unzureichend" ist, sondern vorläufig noch allen Anforderungen genügt. Frankfurt a. M., 22. Juni. Die Silberhochzeit des Herrn Rabbiners Dr. Marcus Horovitz und seiner Gattin Auguste, geb. Ettlinger, fand Sonntag unter allgemeiner Antheilnahme statt. Am Samstag Nachmittag bereits brachte der Synagogenchor ein Ständchen. Sonntag früh reihte sich Deputation an Deputation. Zuerst kam eine Abordnung, welche im Namen einer großen Anzahl von hiesigen und auswärtigen Verehrern des Jubelpaares eine prachtvolle künstlerisch ausgeführte Adresse überbrachte und zugleich eine großartige Ehrengabe überreichte. Dann folgten die Inspektoren der Synagoge am Börneplatz; auch sie brachten eine wundervoll ausgeführte Adresse und namhafte Geschenke. Der Montefiore-Verein überreichte eine gleichfalls kunstvoll verzierte Adresse und die Ernennung des Herrn Rabbiners zum Ehrenpräsidenten. Die Vereine, deren Vorsitzender der Jubilar ist, ließen durch ihre Vorstände Adressen verlesen: Die Israelitische Religionsschule, der Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina und die Lämmelschule in Jerusalem (welche auch ein photographisches Tableau der Lehrer und Schüler eingesandt hatte). Auch die B'ne Brüh ließen eine Adresse überreichen. Die Vorstände einer großen Anzahl anderer Vereine, deren Gründung ein Werk des Jubilars ist oder an deren Wirken er hervorragenden Antheil nimmt, brachten ihre Glückwünsche dar, so der Israelitische Hilfsverein, der Kindergarten