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Der Israelit · 1897-06-24 · Heft 50 (24.6.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 50 (24.6.1897)
Date
1897-06-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXVIII. Jahrgang. Erste Beilage M M 50 des „Israelit“. pädagogisches. ..MWngigkl lsrakllt. Krhrrrverki»" im Vrotzherzogthum Hessen. (rimtrichkS Prorvkon -er canstitttkren-en Bersammlirng.) Infolge der bedauerlichen Vorgänge auf der letzten Generalversammlung des bisherigen israel. Lehrervereins im Großherzogthum Hessen, wo man durch Annahme des Antrags M a r 1;—Alsheim, auf Anschluß an den Deutsch-Israelitischen Lehrerverband unter Führung des Deutsch-Jsraelitischen-Gemeindebundes, die Selbstständigkeit desselben aufgegeben hatte und zahlreiche Mitglieder zwang, in Wahrung ihrer Unabhängigkeit und religiösen Ueberzeugung dem bisherigen Verein den Rucken zu kehren, hatten sich die letzteren, sowie eine große Zahl weiterer Gesinnungsgenossen am 8. Juni d. I. in Darmstadt zu einer Versammlung zusammengefunden. Ans allen drei Provinzen waren Vertreter, insgesammt 43 Herren, erschienen, darunter die Herren Rabbiner Dr. M a r x—Darmstadt, Dr. Bondi—Mainz und Dr. Schlesinger— Bingen. Auch der Vorsitzende der Israel. Religionsgesellschaft, Herr H. Bodenheimer, beehrte die Vcrsamnilung mit seinem Besuche. Herr Rabbiner Dr. Marx begrüßte die Anwesenden in herzlichen Worten, entbot die besten Wünsche für das Zustandekommen der guten Sache, und schlug hierauf zur Wahl des Büreaus der Versammlung folgende Herren vor: Dr. Barnaß— Pfungstadt, Ehrman n—Friedberg, Klein— Gießen, Oppenheimer—Mainz u. Lebermann —Darmstadt. 'Jtadjbcm die Versammlung diesen Vorschlag einstimmig genehmigt hatte, eröffnete Herr Dr. B a r n a ß die Tagesordnung unter Berichterstattung über die Ursachen der Gründung eines neuen Vereins, über die Vorgänge auf der letzten Generalversammlung, über das rücksichtslose, intolerante Auftreten der Gegner, welche, trotz wiederholter Versuche und dringender Vorstellungen zur Erhaltung der Einigkeit, es nur auf die Majorisirung der für Selbstständigkeit und religiöse Ueberzeugung ruhig und sachlich debattirenden Mitglieder abgesehen hatten. Unter Hinweis auf den Verlauf der s. Z. von ihm besuchten Delegirtenversammlnng in Berlin gab Herr Dr. Bar naß in überzeugender Weise ein Bild von der Absicht des D.-J.-Gemeindebundes, dessen Verlangen, Sitz und Stimme im Lehrerverband zu haben, durch nichts gerechtfertigt sei und nur eine unwürdige Beeinflussung des Lehrerverb andcs involviere, was uns zu noch größerer Vorsicht mahnen müsse, als vom Gemeindebund seit Jahren religiös destruktive Tendenzen ausgegangen wären. Herr Leb er mann—Darmstadt führte unter Angabe mehrerer Thatsachen und Erscheinungen in der Wirksamkeit des Gemeindebundes, sowie in seinem Verhalten den Lehrern gegenüber weiter aus, daß die Befürchtungen auf Gefährdung der Selbstständigkeit und religiösen Unantastbarkeit wohl begründet wären und deßhalb jeder für Unabhängigkeit und seine religiöse Ueberzeugung begeisterte Lehrer einem Institut unter Führung des D.-J.-Gemeindebundes nicht beitreten könne. Hierauf richtete der Vorsitzende an die Versammlung die Frage, ob ein neuer Verein auf selbstständiger Grundlage gegründet werden solle, was unter begeisterter Akklamation seitens sämmtlicher Anwesenden bejaht wurde. Rach längerer Debatte über Wahl des Ramens wurde beschlossen, den neuen Verein unter Hervorhebung des Gründungsprinzips „Unabhängiger israel. Lehrerverein im Großherzogthum Hessen" zu nennen. Sämmtliche Erschienenen erklärten hierauf ihren Beitritt zu demselben (inzwischen ist der Verein aus 50 Mitglieder angewachsen). Zum zweiten Punkt der Tagesordnung — Berathung der Statuten — übergehend, beantragte Herr Rabbiner Dr. Marx die Festsetzung zweier Punkte, nämlich Betonung der Selbstständigkeit, sowie die Bestimmung, daß die Mitgliedschaft unseres Vereins die Zugehörigkeit zu dem bisherigen Israel. Lehrerverein ausschließe. Die Versammlung stimmte diesem Vorschläge bei und beschloß außerdem, die Berathung der Statuten bis zur nächsten Generalversammlung auszusetzen und den Entwurf derselben inzwischen dem Vorstande zu überlassen. Jedoch wurde heute schon folgender Antrag einstimmig angenommen: „DerVerein besteht auf unabhängiger, selbständiger Grundlage und kann sich keinem Lehrerverband anschließen, in welchem eine außerhalb der Lehrerwelt stehende Corporation Sitz und Stimme hat." Herr Rabbiner Dr. Mar x begründet sodann den Antrag zur Schaffung einer Hilsskasse zur Unterstützung der Lehrerrelikten und regt zu diesem Zweck die Einrichtung außerordentlicher Mit-

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