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Der Israelit · 1897-06-24 · Heft 50 (24.6.1897) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 50 (24.6.1897)
Date
1897-06-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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964 „Die beiliegende sog. rrme ist ^dc. Es ist ein schmählicher Betrug." Wie ich höre, sollen diese sog. jirmo von herumziehenden Händlern gekauft worden sein. Damit auch Sie, geehrter Herr Redacteur, sich von der Echtheit solcher imo überzeugen, sende ich Ihnen ebenfalls ein Exemplar — mit der Bitte, in Ihrem gesch. Blatte unsere Glaubensgenossen aufmerksam zu machen, bei Einkäufen von pbvn nrnra u. dgl. stets die größte Vorsicht walten zu lassen. Lehrer S. in S. ** Eisenach. Gegen die Aufnahme jüdischer Studenten in die Burschenschaften faßte im vorigen Jahre der Allgemeine Delegiertenkonvent der Burschenschaften einen Beschluß, der zu einer Kundgebung eines Komitees aller Burschenschafter, bestehend aus dem Geh. Justizrath Bulling, Prof. Dr. Karl Gusserow, Direktor am Französischen Gymnasium Dr. Georg Schulze, Bürgermeister von Berlin Kirschner, Rechtsanwalt Dr. Biber, Anlaß gab. In einer Versammlung alter Burschenschafter von Berlin und Umgegend sprach man sich dahin aus, daß der Beschluß de- Delegiertenkonvents den Prinzipien der Burschenschaften widerspreche, und daß, wenn der Konvent bei seiner Ansicht beharre, dies ein berechtigter Anlaß zum Austritt aus der Burschenschaft sei. Es wurde beschlossen, die alten Burschenschafter Deutschlands, von denen Name und Wohnort sich ermitteln lassen, von der Sachlage in Kenntniß zu setzen und sie aufzufordern, sich darüber zu erklären, ob sie in dem Beschluß des Allgemeinen Delegiertenkonvents ebenfalls einen Widerspruch gegen die Prinzipien der Burschenschaft erblickten, und ob sie ebenfalls, wenn der Delegiertenkonvent bei seiner Ansicht beharre, ihr Verhältniß zur Burschenschaft lösen würden. Wie jetzt von beteiligter Seite mitgetheilt wird, waren Schreiben an 6124 alte Burschenschafter erlassen worden. Von den abgesandten Briefen kamen 879 als unbestellbar zurück. Von den eingesandten Erklärungen waren 790 zustimmend, nnd von diesen stimmten 440 beiden Fragen zu, 350 bloß der ersten. Unter dem 8. Februar dieses Jahres setzte die Kommission die präsidierende Burschenschaft von diesem Hergang in Kenntniß unter Mittheilung der Namen der Zustimmenden. Eine Umkehr des Delegiertenkonvents ist aber anscheinend nicht zu erwarten. Wie verlautet, loll die präsidierende Burschenschaft den Beschluß der Kommission nicht einmal dem Delegiertenkonvent mitgetheilt haben. Da wird den „alten Herren", welche die Antisemiterei nicht mitmachen wollen, wohl nichts übrigbleiben, als den Burschenschaften den Rücken zu kehren. Schwerin i. M., 20. Juni. Herr Landesrabbiner Dr. F e i l ch e n f e l d, ein Vetter des Posener Oberrabbiners, beging unter großen Ehrungen weitester Kreise am 18. Juni seinen 70. Geburtstag. Die Feier legte ein ergreifendes Zeugniß von der Verehrung ab, die dernoch sehrrüstige Jubilar beiallen Ständen der Bevölkerung und in allen Bekenntnissen genießt. Von allen Seiten liefen Glückwünsche und Geschenke ein. Selbst Schüler, die in Amerika wirken, gedachten ihres Lehrers. Die mecklenburgischen Gemeinden ließen durch den Oberrath eine Adresse und ein Ehrengeschenk überreichen. Der Jubilar bestimmte das Kapital zu einer „Dr. Feilchenfeld-Stiftung", von deren Zinsen jüd. Lehrer Mecklenburgs Gelegenheit finden sollten, sich unter Leitung des Landrabbiners weiter in religiöser Beziehung auszubilden. Unter den gratulirenden Gemeinden waren Culm, wo er 17 Jahre gewirkt und Dresden, wo er mehrere Jahre als Religionslehrer fungirt hatte. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Ratibor ernannt ihn zu seinem Ehrenmitglied. Die israel. Lehrer des Großherzogthums überreichten in corpore eine Adresse. Bei der synagogalen Feier hielt der Schwiegersohn des Jubilars, Rabbiner Dr. Blumenthal in Ratibor die Festpredigt. Die Rede knüpfte an das Wort der Haftara an. „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist" und zeichnete mit einer Fülle sinniger Midraschim das Lebens- und Charakterbild des Gefeierten, seinen Wahrheitsdrang, seine religiöse Begeisterung und seine Bescheidenheit. Der Jubilar sodann hielt eine gedankenreiche Rede. Die Tage waren Festtage für alle Israeliten Mecklenburgs. Dr. Feilchenfeld ist ein Schwager Eduard Laskers und hat das Glück, alle seine Söhne in angesehenen Lebensstellungen schaffen zu sehen. Möge er noch lange Jahre zum Segen den Judenthums wirken! Oesterr.-Ungar. Monarchie. ** Wien, 18. Juni. Man kann dem Andenken einer edlen Wohlthäterin kaum ein würdigeres Denkmal errichten, als Baron Albert v. Rothschild seiner verstorbenen Gattin Bettina durch die Erbauung des „Bettina-Pavillon" geschaffen hat. Der „Bettina- Pavillon" wurde nach den Plänen des Statthalterei- Oberingenieurs Franz Berger auf dem Areal des Kaiserin Elisabeth-Spitals in Rudolfsheim, in der Goldschlagstraße, aufgeführt und ist zur Aufnahme schwerkranker Frauen bestimmt. Die Eröffnung fand in Gegenwart eines zahlreichen, aus Aerzten und Baufachmännern bestehenden Publikums statt. Baron Albert v. Rothschild hat für den Bau und die Einrichtung und Erhaltung dieses Pavillons eine halbe Million Gulden gespendet. Frankreich.? Paris. Die Unruhen in Algier haben hier lebhafte Beunruhigung erregt. Obwohl man wußte, daß in jener Provinz die Judenfeinde sehr mächtig

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