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Der Israelit · 1897-06-24 · Heft 50 (24.6.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 50 (24.6.1897)
Date
1897-06-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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963 Thora erwirbt und wie viele von ihnen mit diesen Mitteln leider die Thora selbst! Zu den Worten des Hohenliedes bw bemerkt der Midrasch: irow rup^ ddjdj n rw ne ny-iitp vnbv fn ”p n^mexi ronen rop -rnxi "inx b: Dnvcb v'BLw ,'nv»2 v'v2n 'i'v^ bv wipe nx tbo. „Wie die Taube, wenn sie in ihr 'Rest hineingeht, ihr Nest und ihren Schlag, die jungen Tauben und die Küchlein, sowie die Fensterchen kennt, so sind die drei Reihen von Schülern der Weisen. Wenn sie vor ihnen sitzen, so kennt ein jeder seinen Rang." O, möchte es uns vergönnt sein, es bald wieder zu erleben, daß in Deutschland das Thorastudium zu frischem Leben neu erblühe; und aller Orten, wie vor nicht allzu ferner Zeit, sich Talmudschulen aufthuen, in welcher dichtgefchaart Schüler vor den Lehrern sitzen, von denen jeder seinen Platz, seine Stellung und seine Stufe kennt, tox. (Fortsetzung folgt.) Zettungsrrachrichren und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 20. Juni. Wir werden um Veröffentlichung folgender Mittheilung ersucht: Der Vorstand des Verbandes der deutschen Lehrervereine ersucht diejenigen Herren Collegen, die die statistischen Fragebogen noch nicht zurückgesandt haben, dieselben baldmöglichst dem Herrn Collegen M. Steinhardt in Magdeburg, Breiteweg 102 zu übermitteln, der die Bearbeitung der Ergebnisse der Statistik freundlich übernommen hat. Der Verbandsoorstand hofft von dem Gemeinsinn der jüdischen Lehrer, daß seinem Ersuchen auch diesmal bereitwilligst entsprochen werden wird. ** Berlin, 18. Juni. Die unter dem Protektorat der Kaiserin Friedrich stehenden Varuch Auerbach'schen Waffen-Erziehungs-Anstalten versenden ihren 64. Jahresbericht, später als in früheren Jahren wegen der vor kurzem vollendeten Einrichtung ihres Neubaues an der Schönhauser Allee, wohin die Anstalten nach der Veräußerung ihres seit 1853 innegehabten Hauses Oranienburger Straße 38 übergesiedelt sind. Die unter Leitung der Architekten Höniger und Sedelmeier erbauten neuen Anstalten erheben sich fern vom Geräusch der Straße auf einem das bisherige nahezu viermal an Größe übertreffenden Grundstück. An eine Vermehrung der Zöglingsftellen kann jedoch erst gedacht werden, wenn der an den Baukosten noch fehlende Betrag von etwa 200,000 M. gedeckt ist. Im Berichtsjahre erzogen die Anstalten 51 Knaben und 26 Mädchen, die den Unterricht größtentheils in höheren Schulen genoffen. Besonder» begabte Knaben bleiben bis zur Abgangsprüfung, die Mädchen in der Regel bi» zur erlangten Erwerbsfähigkeit im Hause. Ein Mädchen bestand die Prüfung als Lehrerin für höhere Mädchenschulen, ein zweites erlernte da» Wäschezuschneiden, und zwei andere wurden als Photographin im Lettehaus und als Gärtnerin auf der Gartenbauschule de» Fräuleins Dr. Castner ausgebildet. Der Fürsorge für die entlaffenen Zöglinge dient eine größere Anzahl von besonders verwalteten Stiftungen. Für die Bestreitung ihrer Bedürfniffe, die einschließlich Gottesdienst, Bureau, Renten, Stipendien u. a. Zuschüsse 47,798 und 25,470 Mark betragen haben, sind die Anstalten auf die Zinsen ihres Vermögens, das sich auf 746,261 und 371,335 Mark beläuft, auf Jahresbeiträge von insgesammt 9143 Mark und auf sonstige Zuwendungen ihrer Freunde und Gönner angewiesen. Den Vorstand bilden neben dem Direktor Dr. Strelitz die Herren Berthold Marckwald, Kommerzienrath E. Lohnstein. Generalkonsul Eugen Landau, Professor Dr. Felix Liebermann, Hermann N. Israel und Isidor Loewe. Ehrenmütter sind Frau Recha Marckwald und Frau Dr. Cäcilie Liebermann. ** Kolin, 21. Juni. In der Judengaffe wüthete gestern ein großer Brand, dem sechs Häuser zum Opfer fielen. Eine Hadernhändlerin Namens Schenkler sortirte im Hofe ihres Hauses ihre Maare und bediente sich hiebei einer Petroleum-Lampe. Die Lampe wurde umgeworfen, die Hadern geriethen in Brand und das Feuer verbreitete sich mit solcher Schnelligkeit, daß in kurzer Zeit fünf Gebäude, drei große und drei kleinere in Flammen standen und vollständig eingeäschert wurden. Die Bewohner dieser Häuser, lauter arme Leute, mußten flüchten, es blieb ihnen nichts, als was sie am Leibe hatten. Ein Haus mit einer großen Schutzmauer that der weiteren Ausbreitung des Brandes Einhalt. Ein Feuerwehrmann erlitt bei den Löscharbeiten schwere Verletzungen. Der Schaden beträgt 50 bis 60,000 fl. (Das heute Vormittag in Wien verbreitete Gerücht, daß die ganze Judenstadt in Kolin abgebrannt sei, entbehrt, wie aus dieser Depesche hervorgeht, der Begründung.) Aus der Provinz Hannover. Es ist vor kurzer Zeit in Ihrem Blatte viel über die Beschaffenheit der s'bvri in Bezug auf nrnw disputirt worden. Leider beruht es auf Thatsache, daß in heutiger Zeit mit unserem Heiligsten ein betrügerischer Handel getrieben wird. Nicht nur bei auch bei Anfertigung der rim« tritt der grasseste Unfug zu Tage. So fand ich vor einiger Zeit mehrere Exemplare, die mein Erstaunen aufs Höchste verriethen. Statt der zwei nvene des trp war der Pergamentstreifen mit Namen unserer Erzväter und Engelsnamen ausgefüllt. Ich sandte sofort ein Eremplar an unseren verehrten Landesrabbiner, Herrn Dr. Löb n zu Emden, welcher mir folgende Antwort zugehen ließ:

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