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Der Israelit · 1897-06-21 · Heft 49 (21.6.1897) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 49 (21.6.1897)
Date
1897-06-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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WMMSWS WW WWWM 954 gleich zu achten sei und ein solcher kein Recht habe V2K nrr yna-6, dennoch zum Lobe seines Lehrers spreche. Endlich sprachen noch einige Mitglieder der 7i-,2n und zum Schluß wurde ein von Herrn Rabbinowicz, gleichfalls einemMitgliede,verfaßtes hebräisches Lied gesungen. Nachdem noch -nyo gebetet worden, trennten sich die Festtheilnehmer mit dem erhabenen Bewußtsein, an einer mehrfachen m»s rrrcc theilgenommen zu haben. Am Dienstage, dem eigentlichen Festtage, war zum rinn^Gebete die festlich bekränzte „alte Betschule" von zahlreichen festlich gekleideten Besuchern gefüllt, die nach Schluß des Gottesdienstes dem Hr. Rabbiner ihre Glückwünsche aussprachen. Der Kantor, Herr Finkelstein, hatte es verstanden, den wochentäglichen Gottesdienst durch eindrucksvolle Melodien an passenden Stellen festlich zu gestalten. Um IO1/* Uhr Vor mittags fand der eigentliche Gottesdienst zur Feier des Tages in der ebenfalls festlich decorierten und erleuchteten „neuen Betschule" statt. Demselben wohnten die Mitglieder des Synagogenvorstandes und der Repräsentantenversammlung, die Vorsteher aller religiösen Vereine, die Lehrer der beiden Religionsschulen und, soweit der Raum es zuließ, die Gemeindemitglieder bei. Auch hatten sich zahlreiche Rabbiner aus der Provinz eingefunden. Die Feier begann mit einem Chorgesang des Psalm 118 -pn. Kantor Finkelstein trug hierauf Psalm 112 und alsdann ein von dem obengenannten Herrn Cohn verfaßtes hebr. Gebet vor. Run hielt Rabbiner Dr. Auerbach die Festrede, die gedankenreich und formvollendet, den Lebensgang des Jubilars, sein Leben und Wirken schilderte. Nachdem auch Kantor Schnittkin P>. 116 von Vers 12 an und Ps. 117 vorgetragen hatte, sprach Dr. F e i l ch e n s e l d mit bewegter, von Rührung fast erstickter Stimme ein ergreifendes Gebet, worin er seinen Dank für die göttliche Gnade und für die von der Gemeinde ihm bewiesene Liebe aussprach. Den Schluß der Feier bildete der Chorgesang des Ps. 150. Um 12 Uhr Mittags begannen die Beglückwünschungen durch die zahlreichen Deputationen. Der Synagogenvorftand und die Repräsentanten überreichten ein ansehnliches Geldgeschenk (5000 Mark) und einen kostbaren silbernen Tafelaufsatz als Ehrengabe. Die Frauen der beiden Synagogen (alte und neue Betschule) hatten ein lebensgroßes Bild des Jubilars von einem Münchener Maler anfertigen lasten. Die Lehrer der Religionsschulen, sowie der von dem Hrn. Rabbiner gestiftete Jünglingsverein D’-ncb pp5? überbrachten mehrere Silberornamente für das 771m nco. Der letzterwähnte Verein überreichte auch eine Adresse. Es erschienen übrigens alle Vertreter der zahlreichen kleineren Synagogen und der religiösen Vereine, auch der Magistrat sprach durch eine'Deputation seinen Glückwunsch aus. Allen diesen Deputationen, deren Zahl etwa 20 betrug, und theils Adressen überreich, tt'v, theils Ansprachen hielten, sprach der Jubilar in entsprechenden Worten seinen Dank aus. Auch Privatleute erschienen in großer Anzahl und viele derselben hatten schon vorher werlhoolle Geschenke und Blumenspenden übersandt, von denen die Wohnzimmer überfüllt waren. Ebenso liefen zahlreiche Depeschen und Gratulationsschreiben von Rah und Fern ein, unter diesen die Adressen der Rabbiner unserer Provinz und der Alliance israelite ans Paris. Abends 8 llhr fand zu Ehren des Jubilars ein Festessen in Stern's Saal statt, an welchem nahe an 200 Personen theilnahmen. Die Mitglieder der Gemeindebehörden waren vollzählig erschienen. Nach dem von dem ersten Vorsteher, Herrn Schönlank, ausgebrachten Toast auf den Kaiser wurde die erste Strophe des Natwnallikdks stehend gesungen. Während des Mahles wurden zahlreiche Reden von hervorragenden Gemeindemitgliedern und auswärtigen Rabbincn gehalten, die sämmtlich in Anerkennung des gedeihlichen Wirkens und der persönlichen Würde des Jubilars gipfelten. Dieser lehnte in bewegten Worten die Anerkennung, so weit sie seine Person betraf, ab und lenkte sie aus die heilige Sache, die er vertrete. Das Fest, dem die Anhänger der extremsten religiösen Richtungen beiwohnten, verlief in schönstem Einvernehmen und erst nach Mitternacht trennten sich die Theilnehmer. Den Schluß der Festlichkeiten machte am Donnerstag die Schulfeier der Talmud-Tora-Schule. Diese, für die Kinder unbemittelter Eltern bestimmte Schule, in der unentgeltlicher Unterricht ertheilt wird, war beim Amtsantritt des Herrn Rabbiners fast ganz in Verfall geratheu uub vegetierte nur kümmerlich. Der Rabbiner schritt sofort energisch ein und reorganisierte dieselbe, so daß schon seil Jahren planmäßiger und systematischer Unterricht darin ertheilt wird. Die Schüler und Schülerinnen ließen es sich nicht nehmen, dein verehrten Jubilar ihre Liebe und Dankbarkeit zu bezeigen, indem sie demselben trotz ihrer beschränkten Mittel ein werthvolleS Geschenk überreichten. Aber sie wollten hinter der Religionsschule nicht zurückstehen und wünschten ebenfalls eine öffentliche Feier zu Ehren des Jubilars. Dieselbe fand vor einem zahlreichen Publikum statt. Sie begann mit einem Chorgesang des Ps. 23, dem ein von einer Schülerin gesprochener Prolog folgte. Eine andere Schülerin trug hieraus Ps. 128 vor, dann folgte ein von 2 Schülern vorgetragenes hebräisches Gedicht, ein Chorgesang und darauf die Ansprache eines Lehrers. Hiermit endigte der erste Theil der Feier, denn nun führten Schüler und Schülerinnen einen Jubelreigen aus, der allgemeinen Beifall fand. Der erhebendste Theil der Feier war

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