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Der Israelit · 1897-06-14 · Heft 47 (14.6.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 47 (14.6.1897)
Date
1897-06-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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919 Prag. Der „Verein zur Beschaffung von Passay-Bedürsnffsen", der einzige Verein der es seinen Mitgliedern ermöglicht, ihren Bedarf an Mazzos durch wöchentliche Einzahlung kleiner Beträge zu decken, hielt am 16. v. M. feine orventliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Obmannstellvertreter Herr Ignaz Perlitz widmete dem verstorbenen Obmann Herrn David I. Jeiteles einen tiefgefühlten, warmen Nachruf, seine Verdienste um den Verein als auch seinen religiösen und biederen Character hervorhebend; ebenso dem verstorbenen Gründer und früheren Obmanne Herrn Leopold Mohr, was die Anwesenden als Zeichen ihrer Beileidsknndgebung stehend anhörten. Der hierauf verlesene Eassa- und Geschäftsbericht wurde von den Anwesenden genehmigt. Als Obmann wurde Herr Gabriel Lieben per Acclamation neu- und als Cassirer Herr Ignaz Perlitz wiedergewählt. Die stotutenmäßm scheidenden Vorstandsmitglieder Herr A. Eckstein, M. Kanders und E. Teweles, wurden mit Stimmenmehrheit und die Herren S i m. D e w i d e l s S al o m o n K u i n a, L e op. S chn ürrd re he r als Rechnungsrevisoren per Acclamation wiedergewäblt. Vom Hermann'schen Legate wurden 36 Personen zur Betheilung von Mazzos, aufgelöst. Der Antrag des Herrn Flaschner, daß diejenigen Mitglie er, welche dem Vereine nach dem Chanukka-Feste beiUeten, nur auf Mazzos, nicht aber auch auf die Vortbeile des Vereins Anspruch erheben können, wurde c.nstimmig angenommen. ** Prag, 10. Juni. Vorletzte Woche wurde die vereinigte Eger-Frankl-Porges-Synagoge in dem von der Gemeinde neuacquirirten Gebäude, in dem sich auch die Wohnungen der betreffenden und anderer Fundationsrabbincr, deren friihere Wohnstätten in Folge der Assanirung demolirt wurden, sowie das rituelle Frauenbad befinden, eingeweiht. In dem überaus freundlichen, mit dem höchsten Comfort ansgeüatteten Beilokale mit genügenden Nebenräumen hatten sich der Ober-Polizeicommissär, der Leiter des Bezirkes, der Präses, der Vicepräses und Mitglieder der Gemeinderepräsentanz, sämmtliche Prager Rabbiner und Religionslehrer, zahlreiche Synagogen- und Bereinsvorstände und andere geladene Gäste eingefunden. Nachdem Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld das „ewige Licht" entzündet und die Thorarollcn in feicrlichern llmzug in das Tabernakel gebracht worden tvaren, hielt er die Festrede. Von der Bedeutung eines Gotteshauses im Allgemeinen auf die spezielle Feier übergehend, gab er in knapper Form die Geschichte dieser Betstubenimb Rabbinerwohnungen-Stiftungen und einen kurzen Lebensabschnitt der edlen Gründer. Der Stifter der Eger-Synagoge, deren Gründung noch in das XVII. Jahrhundert fällt, war Bittem Eger, recte Chas Gansmann. In der Stiftungsurkunde heißt es von ihm, daß er „seines Gleichen" nicht zurückgelaffen habe. Als höchstes Verdienst wird es ihm in demselben Documentc angerechnet, daß es ihm im Jahre 1710 mit den höchsten Opfern und mit emminenter Lebensgefahr gelungen, eine Audienz bei Kaiser Leopold und von diesem einen Widerruf einer gegen die böhmische Judenschaft gerichteten Verordnung zu erlangen. Die Fränkl'sche Betstube war ursprünglich von Abraham Brod Darschom in Prag und Oberrabbiner von halb Böhmen errichtet, tvar 1745 beim Gerusch eingegangen und bei der Rückkehr der Juden nach Prag von dem bekannten Primator Israel Frankl neu gestiftet worden. Die jüngste dieser Betstuben wurde 1807 von einer hochherzigen Frau, Edel Porges, gestiftet, tvelchc, wie ihr nachgerühmt wird, von den Einkünften ihres großen Vermögens nur ihre allernothwendigsteu Bedürfnisse bestritt, alles Andere aber wohlthätigen Zwecken zuwandte. Redner hob auch die segensreiche Wirksamkeit der Gemeindeverwaltung — welcher auch von der höchsten Landesbehörde die verdiente Anerkennung gezollt wurde — namentlich des Präses, sowie des Gemeinderathes Moritz Hahn hervor, welcher mit großer Umsicht und Fachkenntniß, mit unermüdlichem, anstrengendem Fleiße den Umbau des ganzen Hauses und die Einrichtung der Synagoge in dankenswerthester Weise leitete. Mit dem innigen Wunsche, diese Gott geweihten Ränme mögen noch späteren Generationen ein Zeugniß der Opferwilligkeit und Gottesliebe längst vergangeiler Geschlechter bieten, schloß der Oberrabbiner seine gehaltvolle 'Einweihungsrede. Das Gebet und die einleitenden Festgesänge wurden von denk mit einer prachtvollen, wohlgeschutten Stinlme begabten Obercantor Guttmann und dem trefflichen Chore der Klaussynagoge vorgetragen. Amerika.? New-Nork. Selten hat eine Frage die ganze jüdische Öffentlichkeit beschäftigt, wie die Einberufung des Herzlichen Kongreffes nach München. In allen Vereinen und einer ganzen Reihe von Volksversammlungen wird die Frage diskutitt, ob die amerikanischen Juden den Kongreß beschicken sollen. Ohne der weiteren Entwickelung vorzugreifen, kann man doch jetzt schon sagen, daß sich die maßgebenden Kreise unserer Stadt durchaus ablehnend verhalten. Auch der Board of Jewish Ministres of New-Aork,

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