Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 47 (14.6.1897)
- Date
- 1897-06-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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920 der etwa beit Rabbinerverbänden in Europa entspricht, hat in seiner letzten Zeit sich mit dieser Frage beschäftigt und die folgenden Resolutionen verfaßt, die wir in Uebersetzung, wie folgt, wiedergeben. „Die Versammlung verwirft energisch den Plan von Dr. Herzl, Palästina durch Kauf zu erwerben. Sie protestirt gegen die zionistische Konferenz in München, welche sich mit diesem Punkt beschäftigen wird und dagegen, daß man aus dieser zionistischen Konferenz Schlüsse ziehen könnte gegen den Patriotismus der Juden in den Ländern, in denen sie leben. Die Versammlung beschließt die Kolonisation Palästinas zu fördern und die Auswanderung dorthin zu unterstützen, so fern dieselben in den Verhältnissen entsprechenden Grenzen bleibt und von der Türkei gestattet wird. Die Versammlung sympathisirt mit jeder intelligenten Bemühung, das bisherige System der Chalukah zu reformiren. Sie verlangt, daß die Anregung von jüdischen Fragen bei einem diplomatischen Kongreß oder bei den Großmächten nur in Uebereinstimmung mit der Alliance Jsraelite, der Anglo - Jewish - Association und der Union of American Hebrew Congregations of the United Staates geschehen dürfe. Endlich erklärt die Versammlung, daß sie jeden Versuch perhorreszirt in Palästina einen jüdischen Staat aufzurichten, es sei denn in der von Gott bestimmten Zeit und in dein von ihm vorgeschriebenen Wege." Dieser Beschluß dürfte so ziemlich der Stimmung der großen Mehrzahl unserer Glaubensgenoffen in Rew-Pork entsprtchen. —- Dr. Joseph Senner der Emwanderungskomnufsion von New-Pork schätzt die Gesammt-Einwanderung in die Vereinigten Staaten auf ca. 100,000 Seelen, wovon die Juden etwa den vierten Theil ausmachen. Er beklagte sich darüber, daß diese Einwanderer nicht nur die Juden, sondern auch die anderen fast ausschließlich in New-Pork bleiben. Er schlägt vor, oaß das Clearing-House zu einem großen Institut organisirt wird, von dem aus die Einwanderer über die ganzen Vereinigten Staaten vertheilt werden können. — Trotz aller Abmahnungen seitens der Autoritäten in Philadelphia und St. Francisco verlassen Vieser Tage 30 russisch-jüdische Familien Philadelphia, um sich in Kalifornien niederzulassen. Ca. 20 Familien sollen Nachfolgen. Der ganzen Gruppe stehen r>7UU Ackers Land zur Verfügung. vermischtes. Budapest. (Kurze Mittheilungen.) Eultusminister Dr. Julius Wlassics hat dem jungen, tatentirten Maler Karl Wolf 400 Gulden Stipendium verliehen. — Am 28. Mai l. I. wurde in Gvönguös eine Kunstindustrie-AuSstellung zu Gunsten dcS israelitischen grauen- Vereins arrangirr. Letzte Nachrichten. Aus Baden. Die Leichen- und Friedhofsordnung für die israel. Gemeinde Karlsruhe, die mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft tritt, ist vom Großh. Bezirksamt veröffentlicht worden. Dieselbe enthält im wesentlichen dieselben Bestimmungen, wie die Leichen- und Friedhossordnung für die christlichen Gemeinden; am Schluffe ist folgender Artikel beigesügt: „Diese Leichen- und Friedhofsordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Nom gleichen Tage an wird der jetzige an der Kriegsstraße gelegene Friedhof geschloffen, jedoch mit der Maßgabe, daß solche Personen, für welche nach der bisher giltigen Friedhofsordnung Berechtigungen erworben worden sind, in den betreffenden Grabstätten auch ferner beerdigt werden dürfen. W. Briefkasten der Redaction M M. L.r Erhalten. <f. G S. in N.: Wir haben!. Zt. Ihre Mittheilungen den: betr. Herrn weitergegcben. Bad-Nauheim Alljährlich, wenn das SchwuoSfeft im trauten Familienkreise Entschließungen bezügl. des Som meraufenthaltes gezeitigt hat, wendet sich ein großer Theil unserer Glaubensgenossen, dein am nordöstlichen 'Abhänge des Taunus, an der Bahnlinie Frankfurt—Eassel gelegenen Bad-'Rauheim zu, um dort die Bäder und Heilguellen gegen Gicht, Rheuma und vornehmlich gegen Herzleiden :c. zu be nutzen. _ Daß bei diesen Leiden, in welchem sstadium sie sich auch befinden, die Güte der.«oft und der Verpflegung einen wesentlichen Factor bildet, ist von ärztlichen Alltoritäten längst anerkannt. In dankenSwerthcr Weise macht es sich Herr Jonas Löb, Besitzer des „Hotel Lob," deS ältesten jüdischen Hotels am Platze, seit Jahren uu° Ausgabe, Gästen bei sich Wohn uug und volle Verpflegung zu eivileu Preisen zu gewähren und den nur am Diner theilnchmcnden Gästen (takle (Dx'.te ober it la carte) das Beste und Schmackhafteste zu bieten, was man von einer rituellen Küche verlangen kann. 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