Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 47 (14.6.1897)
- Date
- 1897-06-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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913 hohen isr. Feiertagen, nämlich: an den beiden ersten und letzten Tagen des Peßachfestes, beiden Tagen des Wochenfestes, beiden Tagen des Neujahrsfestes, am Versöhnungstage, an den beiden ersten und letzten Tagen des Hüttenfestes, jeweils mit dem Vorabend beginnend, soweit es die dienstlichen Interessen bezw. die Führung der Mannschaften gestatten, Folge zu geben. W. Oesterr.-Ungar. Monarchie. ** Wien, 10. Juni. In der Sitzung des Gemeinderathes voin 29. Mai beantragte der Stadtrath, ein Ersuchen des Theresien Kreuzer-Vereins zur Unterstützung armer israelitischer Schulkinder um Subvention abzulehnen, angeblich mit Rücksicht auf die günstigen Vermögensverhältnisse des Vereins. Gemeinderath Herr Wilhelm Stiaßny bemerkt, jeder Verein, der im Interesse der Humanität wirkt, erblicke eine moralische Unterstützung darin, wenn die Stadt Wien Theilnahme mit den Bestrebungen beweist. Wenn es einen verdienstvollen Wohlthätigkeitsverein gebe, so sei es der in Frage stehende Verein. Der Referent, welcher den Vermögensstand des Vereins berechnete, möge auch sagen, seit wie vielen Decennien der Verein besteht und wie vielen Armen in dieser Zeit Wohlthaten erwiesen. Nun wird diesem Vereine auf einmal die Anerkennung der Gemeinde entzogen. Wenn der Gemeinderath sich nicht auf den leidenschaftlichen Standpunkt der Partei stellt, sondern dem wahrhaft wohlthätigen Wiener Herzen folgend, Vorgeht, dann wird er anerkennen, daß der Verein die Subvention verdient. Redner beantragt, die bisherige Subvention zu bewilligen. Der Antrag Stiaßny's wurde abgelehnt, der Stadtrathsantrag angenommen. England. § London. Der Jewish Board of Guardians beschäftigte sich in seiner Sitzung vom 10. Mai mit der Frage, auf welche Gründe die hohe Quote der Juden des Ostends, welche an der Schwindsucht erkrankten und sterben, zurückzuführen sei. Da die bisherigen auf privatem Wege erlangten Informationen sich als durchaus ungenügend erwiesen, ja nicht einmal die Thatiache nicht ganz zweifelsfrei feststeht, obwohl sie allgemein geglaubt wird, so wurde zunächst eine Kommission unter dem Vorsitz von Algernon Sidney gewählt, welche die nöthigen statistischen Daten einwandsfrei zu sammeln hat. Man beschäftigt sich hier natürlich sehr eifrig mit der Frage, in welcher Weise die demnächstige Feier des 60jährigen Regierungsantritts der Königin Victoria am würdigsten gestaltet werden kann. Während der Oberrabbiner für die synagogale Feier ein Gebet verfaßt hat, welches den Beifall der Königin gefunden, werden der Board of Deputys und die Anglo Jewish Asiociation eine gemeinsame Adresse überreichen, in der die Fortschritte aufgezählt werden, welche die Juden während der Regierung der Königin gemacht haben. Zugleich mit dem lebhaftesten Ausdruck des Dankes für das Wohlwollen der Königin drückt die Adresse die wärmsten Wünsche der englischen Juden für die Königin aus. Von anderer Seite wird vorgeschlagen, bei der Regierung vorstellig zu werden, damit dieselbe das Naturalisationsgeld erheblich heruntersetze, und so einer größeren Anzahl von fremden Juden ermögliche, Untertbanen der Königin zu werden. Es verlautet noch nichts Bestimmte»darüber, ob dieser Vorschlag Aussicht auf Erfolg hat. — In Cardif wurde die neue Synagoge, die der Initiative des Obersten Goldschmidt ihre Entstehung verdankt, mit großem Pomp durch den Oberrabbiner Adler eingeweiht. Die Spitzen der englischen Judenschaft unter anderen F. O. Mocatta und Louis Samuel, sowie die Behörden von Eardif nahmen an dem feierlichen Akte Theil. Afrika. Süd-Afrika. Seit einiger Zeit mar Süd- Afrika ein beliebtes Auswanderungsziel unserer russischen Brüder, welche meift nach Transvaal gingen, aber wenn die neuerdings in dieser Republik eingeführte Paßvorschrift so streng gehandhabtwird, soistauch dieser Zufluchtsort ihnen versperrt. Schon sind eine Anzahl von ihnen vom Transvaal, sowie Oranjefreistaat zurückgewiesen und den Wohlthätiakeitsgesellschaften von Port Elisabeth in Natal und Capstadt zur Last gefallen. Diese Gesellschaften haben sich in einem Telegramm an den Oberrabbiner Dr. Adler gewendet, damit er allen seinen Einfluß aufbiete, um die jüdischen Auswanderer sernzuhalten. Man wird abwarten müssen, ob diese Praxis fortdauert, es wäre überaus traurig, wenn so die armen russischen Juden wieder einer Hoffnung beraubt würden, denn heute ift es der Trost so manches Leidenden, daß ihm im fernen Welttheil die Hoffnung auf eine bessere Zukunft winkt. Palästina. E Jaffa, 29. Jjar. Bctanntlich führt feit einigen Jahren eine schmalspurige Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem und vermittelt besonders den Fremden- und Pilgerverkehr nach der heiligen Stadt. Zwar geht täglich ein Güterzug von Jerusalem nach hier und umgekehrt, doch werden noch immer die meisten Lasten auf dem viel billigeren Wege der Kameelkarawane befördert. Um den Personenverkehr, der sich ebenfalls zum großen Theile der Eisenbahn noch entzieht, die freilich in jeder Beziehung noch viel zu wünschen übrig läßt, diesem Verkehrsinstitut mehr zuzuführen, sind jetzt für weniger bemittelte Eingeborene, die sonst die Privatwagen vor-