Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 46 (10.6.1897)
- Date
- 1897-06-10
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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m mm m Mit Zugrundelegung des Textes von Säumet, gab es in Israel 800,000 und in Juda wieder 500,000 waffenfähige Männer. Halten wir nun die oben angegebenen Proportionen fest, so hätten wir für das männliche Geschlecht folgende Ziffern: Israel. Juda. 40 % 800,000 500,000 60°/o 1,200,000 750,000 Total2,0'»0,000 1,250,000 was dann zusammen 3,250,000 ergeben würde. Und nehmen wir nun wirklich an, daß beide Geschlechter sich in der Zahl stets das Gleichgewicht halten, so hätten wir 3,2500,000 X 2 — 6,500,000. * * * Nach dem Text der Chroniken würde jedoch die Anzahl der Hebräer noch größer sein. Nach diesem Texte würde auch die für Israel allein angegebene Zahl größer ausfallen, denn dort heißt es, man habe in Israel 1,100,000 und in Juda wieder 470,000 waffenfähige Männer gezählt und hätte es daher, wenn wir die schon erwähnten Kriterien anwenden in Israel in Juda 40 °/o 1,100,000 470,000 600/0 1,650,000 705,000 Total 2,750,000 1,175,000 gegeben. Vereinigen wir dann beide Totalitäten, so hätten wir einen Complex von 3,925,000 Männern und multipliciren wir diese Zahl dann mit zwei (für die zwei Geschlechter) so hätten wir 3,925,000 X 2 7,850,000. Zu dieser Zahl müßten wir noch die Stämme Levi und Benjamin, die unter diesem Census nicht inbegriffen waren, hinzufügen. Ferroglio nimmt nun mit Zugrundelegung verschiedener Daten für Levi 190,000 und für Benjamin 424,000 an. Die Gesammtzahl des Volkes Israel würde also zur Zeit Davids (1017 vor der allgemeinen Zeitrechnung) folgende gewesen sein: Betrag der von David gezählten Stämme 7,850,000 „ des Stammes Levi 190,000 „ Betrag des Stammes Benjamin in Proportion von 5,77 % 424,000 Total 8,464,045 Vergleichen wir nun die Gesammtheit der Hebräer nach dem Texte von Samuel (6,500,000) mit jener der Chroniken (8,464,045), so würden sich zwischen beiden eine Differenz von 1,964,045 ergeben. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. ** Flatow (Westpreußen). Ein Fall, der sich Hierselbst ereignet, dürste folgenschwer für ganz Ostdeutschland sein, wo in vielen Gemeinden eine Schlachtsteuer erhoben wird. Der Graudenzer „Gesellige" berichtet darüber: Er ist bis jetzt in den meisten jüdischen Gemeinden, so auch hier, Gebrauch gewesen, daß die Gemeindeabgaben durch Erhebung einer besonderen rituellen Schlachtsteuer aufgebracht werden. Während die Mehrzahl der hiesigen Israeliten, insbesondere die weniger bemittelten, an der alten Sitte festhält, das Fleisch nur von geschachteten Thieren zu genießen, ballen Andere, in der Regel dem wohlhabenderen Stande Angehörige, diesen Gebrauch nicht durchaus für nothwendig, wodurch sie sich aber den Gemeindeabgaben indirekt entziehen und diese auf die Schultern der ärmeren Bevölkerung wälzen. Deshalb wurde in der jüdischen Gemeinde angeregt, die Umlagen zur Bestreitung der Kultusbedürfniffe nach der Einkommenbezw. Gewerbe- und Gebäudesteuer aufzubringen, wie es bei den hiesigen christlichen Gemeinden der Fall ist, und die rituelle Schlachtsteuer vollständig aufzuheben. Da erboten sich einige besier gestellten Familien, zur Deckung der Gemeindekosten einen freiwilligen Beitrag zu leisten, der jedoch ihren Vermögensverhältniffen nicht entsprechend gewesen sein soll. Die Freunde der direkten Besteuerung wirkten nun dasür, bei der nächsten Repräsentantenwahl nur solche Vertreter zu wählen, welche für die Abschaffung der rituellen Schlacht- und für die Einführung der direkten Besteuerung sein würden. Am 25. Oktober 1895 betrat nun diese Partei das Wahllokal. Als aber der Wahlkommiffar dem bisherigen Gebrauch entgegen die Wahl nicht durch verdeckte Stimmzettel, sondern durch direkten Zuruf vollziehen ließ, verließen viele Wähler die Synagoge, ohne ihre Stimme abzugeben, andere wiederum stimmten anders, als sie sich vorgenommen hatten, und so siegten die Freunde der alten indirekten Besteuerung mit einer Stimme Mehrheit, so daß von dieser Partei fünf und von der anderen vier Repräsentanten gewählt wurden. Nun starb der Kaufmann Neuweg, welcher den fünf Repräsentanten der einen Partei angehörte, und in einer darauf abgehaltenen Sitzung führte der stellvertretende Vorsitzende Kaufmann Leibdrucker den stellvertretenden Repräsentanten Markus Drucker gemäß § 26 des Statuts für hiesige Synagogengemeinde als wirklichen Repräsentanten ein, so daß jetzt die Partei, welche die Abschaffung der rituellen Steuer und die Einführung der direkten Steuern beabsichtigt, in der Mehrheit ist. In der Befürchtung,