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Der Israelit · 1897-06-10 · Heft 46 (10.6.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 46 (10.6.1897)
Date
1897-06-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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alte türkische Reich kann möglicherweise zerfallen, Große und Kleine werden ihren Antheil an den Trümmern haben wollen, aber wenn jemals Europa zur Theilung der Türkei schreiten müßte, so möchte ich Syrien nicht den Juden, sondern — Frankreich geben wollen/ Wie man sieht, bestätigen schließlich alle bedeutenden auch außerhalb des Judenthums stehenden Männer die Ansicht, daß eine gewaltsame Herbeiführung der Erlösung eine Unmöglichkeit ist. Auch ein Dr. Herzl muß warten, bis der Lenker der Herzen der Könige die Zeit für gekommen hält, von der es heißt: .rcinn ti« Tor^ z'zo rx noin "i cxj 'nb ">nx ’jxi Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Berlin. Das Statistische Jahrbuch des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes pro 1897 ist soeben erschienen und bietet in dieser seiner zwölften Auflage wieder mancherlei Vervollkommnungen dar. So sind im geographischen Verzeichniß der jüdischen Gemeinden im deutschen Reiche bei jeder Provinz und selbst bei jeder Ortschaft die Ergebnisse der Volkszählung vom 2. Dezbr. 1895 mit verwerthet. Nicht unerwähnt darf es bleiben, daß etwa 100 bisher noch nicht aufgeführte Ortschaften mit anführenswerther jüdischer Bevölkerung ermittelt sind. Eine andere Erweiterung ist die Angabe des prozentualen Verhältnisses zwischen den Staats- und Kultussteuern in den verschiedenen Gemeinden. Das Ergebniß ist ein lückenhaftes, große Gebiete fehlen gänzlich, weil sich nach dem dort herrschenden Besteuerungsmo us die Verhältnißzahl gar nicht feststellen läßt. Immerhin sind die Angaben so interessant, daß das Bureau des Gemeindebundes auf dem betretenen Wege weiterzuschreiten beabsichtigt. Beim flüchtigen Durchsehen des Buches staunen wir darüber, welch' große Opfer manche kleine Gemeinde für Kultuszwecke sich auferlegt. Beispielsweise werden in Anrath (Rgbz. Düffeldorf) 190 Procent, in Rhoden (Waldeck) 200 Procent, ja in Wolbeck (Regbz. Münster) 250 Procent von der Staatssteuer als Kultussieuer erhoben. Erweiterungen haben auch das Verzeichniß wichtiger Anstalten, Vereine u. s. w. erfahren. Zum Schluß sind eine Reihe sehr intereffanter behördlicher Entscheidungen gegeben. Möge das Jahrbuch in den tausenden jüd. Gemeinden noch viel mehr Würdigung finden. Daffelbe ist durch das Bureau des D.-J. G.-B. in Berlin W., Sigismundftraße 5, für M. 1,60 zu beziehen. Darmftadt, 8. Juni. (Der neugegrünvete „Unabhängige israelitische Lehrerverein im Grotzherzvgthum Hessen".) Im Aufträge eines provisorischen Comitäs haben die Herren D r. B a r n a ß—Pfungstadt und I. Leberman n— Darmstadt durch ein Circulär vom 1. Juni die in der Generalversammlung „des israelitischen Lihp6v-j Vereins im Großherzogthum Heffen" in Wahrungihrer Unabhängigkeit aus diesem Vereine Ausgeschiedenen und ihre Gesinnungsgenoffen, die der Frankfurter Versammlung nicht amvohmn konnten, behufs Gründung eines neuen Vereins aus selbstständiger Grundlage zu einer constituirenden Versammlung auf Dienstag, den 8. Juni nach Darmstadt mit folgender Tagesordnung/'eingeladen: 1. Bericht des prov. Comit^s. 2. Constituirung des Vereins. S. Beratung der Statuten. 4. ^Antrag zur Gründung einer Hilfskaffe. 5. Vorstandswahl. Die Versammlung fand heute unter zahlreicher Betheiligung und großer Begeisterung statt. Nach dem Bericht des prov. Comitös, der sich des Eingehenden über die Gründe des Austritts aus dem alten Verein verbreitete und den Nachweis lieferte, daß die Ausgeschiedenen, um ihrer innersten Ueberzeugung nicht untreu zu werden, nur in zwingender Nothwendigkeit diesen Schritt unternommen haben, wurde zur Gründung und Constituirung des neuen Vereins geschritten, welcher den Namen „Unabhängiger israelitischer Lehrerverem im Großherzogthum Hessen" führt und dem sich sofort durch Unterschrift 41 Mitglieder anschloffen. Die Ausarbeitung der Statuten wurde dem Vorstände, in den die Herren Dr. Barnaß—Pfungstadt, Lebermann—Darmftadt, Ehrmann—Frieüberg, Klein—Gießen und Oppenheimer—Mainz gewählt wurden, bis zur ersten Generalversammlung, die im November stattfinden soll, übertragen. Nur folgender Paragraph wurde von der Versammlung schon heute als feststehend beschlossen: „Der Verein besteht auf unabhängiger, selbstständiger Grundlage und kann sich keinem Lehrer-Verband anschließen, in welchem eine außerhalb der Lehrerwelt^stehende Corporation Sitz und Stimme, hat." Zur Gründung einer Hilsskaffe wurden die vorbereitenden Schritte berathen; mit dem Entwurf des Statuts und der anzustellenden Maßnahmen, um dieselbe wirksam ins Leben zu rufen, wurde gleichfalls der Vorstand bis zur ersten Generalversammlung beauftragt. Herr Mandelbaum—Ober-Seemen hat für die Generalversammlung einen Vortrag „lieber den Pentateuchunterricht" übernommen. Ausführliches wird das demnächst zur Veröffentlichung gelangende Protokoll der Versammlung bringen. Oesterr.-Ungar. Monarchie.? Wien, 4. Juni. Unter der Anführung des Seniors der hiesigen jüdisch-akedemischen Verbindung „Kadimah", Dr. Schabit, haben sich fünf Aerzte, die gleichfalls dieser Verbindung angehören, in das türkische Hauptquartier von Elaffona in Macedonien

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