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Der Israelit · 1897-06-03 · Heft 44-45 (3.6.1897) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 44-45 (3.6.1897)
Date
1897-06-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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810 auch den Besuchern unserer Gartenbau-Ausstellung vorzuführen. Diese Colonien sind seit 1882 Dank der Munificenz einzelner Philantropen, sowie durch die Vermittelung der „Alliance israelite universelle“ von ausgewanderten russischen und rumänischen Juden in Palästina und Syrien in etwa 20 Dörfern gegründet, von denen die bedeutendsten die Colonien „Rischon le Zion" und „Sichron Jakob" sind. Das Gebäude, das nach den Plänen des hiesigen Architekten Löwengaard ausgeführt wurde, ist die getreue Nachbildung eines Wohnhauses eines dortigen Colonisten und zerfällt in drei Abtheilungen, und zwar in einen Garten und zwei Wohnräume. Die Ausstellung wird folgende Abtheilungen umfassen: lebende Bäume: Palmen, Oliven, Citronen, Mandeln u. s. w., Früchte: Diese Abtheilung enthält alle Kernfrüchte, wie Weizen, Gerste rc., auch die dortige Bienenzucht wird dem Beschauer durch zwei lebende Bienenstöcke verschiedener Systeme vorgeführt werden. Hieran schließen sich in einer weiteren Abtheilung Oele, Essenzen, Weine und Cognac. In dieser Kategorie wird hauptsächlich das dort erzeugte Rosenöl, das sich bereits lange Zeit siegreich auf dem Weltmarkt behauptet, eine hervorragende Stellung einnehmen. Ferner wird sich daselbst eine seheuswerthe Abtheilung von Holzschnittarbeiten befinden, die ausschließlich von dortigen Colonisten verfertigt sind. Durch die ungünstigen Witterungsverhältnisse war es nicht möglich, die Erzeugnisse früher nach hier zu schicken. Ein Theil der Pflanzen ist bereits eingetroffen, während der größere Theil mit dem nächsten Dampfer der Levantelinie nach hier gelangen wird, so daß die Ausstellung voraussichtlich Anfang Juni eröffnet werden wird. Während der Ausstellung, die bis zum 1. October dauern wird, werden stets neue Erzeugnisse aus Palästina eintreffen, um der gewiß sehenswerthen Ausstellung immer ein frisches und wechselreiches Gepräge zu verleihen. Das Comite, das aus einer Anzahl hiesiger angesehener Bürger besteht und das Gebäude mit einem großen Kostenaufwand hergestellt hat und für sein Vorgehen die höchste Anerkennung verdient, hat eine Brochure verfaßt, in der die Ausstellung im Besonderen und die Colonisation im Allgemeinen erläutert werden wird. — Es sei noch besonders hervorgehoben, daß für die Besichtigung der ebenso interessanten wie lehrreichen Ausstellung kein Extraentröe erhoben wird. Hinzufügen kann ich noch, daß gestern, am 25. Mai, mit der Levante-Linie verschiedene Kisten mit Sämereien eingetroffen sind, und daß besagte Ausstellung jedenfalls nächste Woche eröffnet wird. Unseren Glaubensgenossen in Süd-Deutschland, wo der Sinn für jüdisches Interesse doch ein sehr reger ist, kann ich nicht genug empfehlen, schon deshalb diese Hamburger Gartenbau-Ausstellung, welche bis jetzt unerreicht dafteht, nicht außer Acht zu lassen und zu besuchen. G. M. Stuttgart, 1. Juni. In dem Betsaal der isr. Re igionSgefellfchaft hier, fand vergangenen 'b ’npra eine erhebende Feier statt, die uns bewiesen hat, daß auch in kleinen Gemeinden Großes geleistet werden kann. Anläßlich der Barmizwah seines Sohnes spendete Herr S. Neu mann im Verein mit Herrn H. Gutmann einen neuen, prächtig ausgestalteten Bn,vr pa, der dann in würdiger Weise seiner Bestimmung übergeben wurde. Vor einer großen Zahl Andächtiger hielt der Prediger der Gesellschaft, Herr S. Abraham, die Festrede, in beredten, feurigen Worten die Würdigung eines solchen Geschenks zur Heiligung des göttlichen Namens hervorhebend. Ein weiterer prächtiger Schmuck ist das schöne, in kunstvoller Stickerei ausgeführte rent, ebenfalls ein Geschenk des Herrn Neu mann, Herr D. Levy bekundete gleichfalls seinen Sinn für religiöses Wohlthun durch das Spenden eines -non. Möge es den Herren noch lange vergönnt sein, segensreich für die Religionsgesellschaft zu wirken; sie beweisen uns, daß es in Israel noch Männer gibt, die ihre höchste Befriedigung darin finden, für das Gemeindewohl zu sorgen. Ehre und Dank ihnen! I. S. Aus dem 27. Mai. Unsere Berichte über die Vorgänge innerhalb des israelitischen Krankenhauses zu Straßburg ergänzt ein Herr Abraham Braun in Lauterburg durch folgende Angaben: Ich war gezwungen mit einem meiner elf Kinder zu einem Straßburger Professor, Spezialisten für Hautkrankheiten, zu reisen, mein erster Gang war, Aufnahme im Isr. Spital nachzusuchen; als ich dahin kam, erklärte mir ein Mann, der die Stelle eines Hausmeisters oder einen ähnlichen Posten versieht, daß er mir nicht rathe, mein Kind hier zu lassen, da daselbst keine Klinik sei; nachdem ich ihm erklärte, daß ich für mein Kind zahle und auch bereit bin, einen Vorschuß zu hinterlegen, rief er einer Wärterin, aber auch diese war nicht zu bewegen, mir Wege und Mittel anzuqeben, wie und was ich thun soll, um Aufnahme im Isr. Hospital zu finden. Infolgedessen war ich gezwungen, meinen Jungen von zehn Jahren in das christliche Hospital zu geben und denselben 14 Tage lang nichtjüdische Kost essen zu lassen. Vor ca. acht Jahren hatte ich auch ein Kind im itzr. Spital in Straßburg und mußte, trotzdem es mir sehr schwer fiel, 57 Mark für 22 Tage zahlen. Ich wäre neugierig zu erfahren, welche Gründe für die Ablehnung meines Kindes im ersten Fall, und welche Gründe im zweiten für Entgegennahme von Zahlung von unbemittelten elfäfsischen Leuten maßgebend für die Verwaltung waren. Achim, 26. Mai. Es dürfte vielleicht die Leser des „Israelit", namentlich die Lehrer interefsiren,

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