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Der Israelit · 1897-05-31 · Heft 43 (31.5.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 43 (31.5.1897)
Date
1897-05-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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793 auf den Herrn Öberpräsidenten der Provinz Westfalen, Wirkl. Geh.-Rath S t u d t. Der großartige Empfang, den die Komiteemitglieder bei diesem hohen Herrn gehabt haben (währte doch die Audienz llU Stunde), das Wohlwollen, das diese höchste Behörde der Provinz ihrer heiligen Sache gezeigt, das Versprechen, dem Vereine stets beizustehen, das Alles sei wohl geeignet unser Herz als echte Juden fowohl, wie als echte Deutsche höher schwellen zu lassen. Es wurde beschlossen, an den Herrn Oberpräsidenten folgendes Telegramm abgehen zu lassen: „Die in Dortmund, Vogell's Restaurant, anläßlich „der Amtseinführung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner „Dr. Lange vereinigte Festgesellschaft gedenkt des wohl- „wollenden Empfangs der s. Z. von Ew. Excellenz gütigst „aufgenommenen Deputation und spricht Ew. Excellenz, „verbunden mit dem innigsten Dank, die Bitte um ferneres, „geneigtes Wohlwollen aus. Der Vorstand des Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen des Judenthums in Westfalen: A. L e w e r t o f f." Der Senior der Anwesenden Herr Feibel— Hattingen, ein achtzigjähriger Greis, der unser ältestes Vorstandsmitglied Herrn Samuel Kahn—Köln bereit» in besten Jugend unterrichtete, würzte nunmehr das Mahl mit einigen herrlichen min nan und schloß mit einem Hoch aus da» Comit4. Dr. Lange dankte in formvollendeter Rede für das große Entgegenkommen, das er überall in Westfalen in großen wie in kleinen Gemeinden gefunden, sowie dafür, daß man ihn allenthalben, wie einen alten Freund empfangen habe. Er wolle dahin wirken, daß nicht nur die Synagoge, sondern t<b' 222/12 ’db'o »mn B2n« ’itbj daß jedes einzelne Haus dem Gottesdienste fortan geweiht sei. Namens des neugegründelen traditionell gefetzestreuen Rabbiner- Verbandes in Deutschland entbot der aus Berlin zur Feier herbeigeeilte RabbinatS-Astestor Dr. Biberfell» seinen Gruß. An die bekannte Talmudstelle, die sich auf die Worte der dieSwöchentlichen Sidrah avtäw *6» dv»ho »6 . . . . dkt aa p]»i bezieht, anknüpfend, zeigte Redner in geistreicher Weise, wie nur strengste» Festhalten an die Gebote Gottes unsere Zukunft verbürgen kann. Früher, sagte Redner, richtete Jeder sein Leben nach der Religion ein, heute aber richtet man seine Religion nach dem Leben ein. Das Ehrenmitglied Herr Emil Goldfchmidt—Frankfurt a. M, der sich ebenso wie das Ehrenmitglied Herr Jfaac W 0 l f—Frankfurt«. M. um die finanzielle Hebung de» Vereins ganz befondere Verdienste erworben hat, sprach im Namen der Ehrenmitglieder unter Anwendung und Erklärung einiger schöner Midraschim. Herr Rabbinatrcandidat Dr. Meyer Hildesheimer—Berlin, ein Studiengenosse des Herrn Dr. Lange verlieh in humoristischer Weise seinem Erstaunen darüber Ausdruck, wie es überhaupt möglich gewesen sei, daß eine Provinz so lange ohne Rabbiner gewesen, in Berlin sei Derartiges undenkbar. Er sei beglückt einer Versammlung beigewohnt zu haben, deren Ziele die gleichen seien, für die sein großer Vater Rabbiner Dr. Hildesheimer ''a sein ganzes Leben eingesetzt habe. Sein Hoch galt dem Vorstand der isr. Gemeinde zu Marburg, die Herrn Dr. Lange so freudig ausgenommen. E» sprachen noch Herr Elsberg—Hamm, der die anwesende, ebenso liebenswürdige, wie geistvolle „Rebbezen", die seit einigen Wochen vermählte Frau Dr. Lange, geb. B i e b e r s e l d, leben ließ, ferner sprach der noch aus dem Vorjahre, ob seiner schönen Rede im guten Gedächtniß sich befindende Herr Herrmann Kahn, Sohn de» Herrn Samuel Kahn, sowie die Herren Elsberg—Aalen und Meyer—Schwelm. Auch der Herausgeber dieser Zeitschrift richtete unter längerer Rede an die Anwesenden die Bitte der Armen des heiligen Landes, sowie der Unglücklichen in Spola zu gedenken, welcher Bitte man bereitwilligst entsprach. Zahlreiche Begrüßungstelegramme liefen von allen Gegenden ein. Möge sich der Vorstand des jungen Vereins inmitten der Kämpfe, die ihn vielleicht erwarten, inmitten des Kohlendunste«, der Hochöfen und der Eisenhütten, die den reichsten und bevölkertsten Industrie-Bezirk unseres schönen Vaterlandes kennzeichnen, und in dem auch unsere Gtaubensgenoffen hervorragende soziale und politische Stellungen einnehmen, einen klaren Blick für die Erledigung seiner Geschäfte bewahren und an dem Grundsätze einheitlichen, geschloffenen Vorgehens fefthalten, möge dem neugewählten Herrn Rabbiner neben seiner Gottesfurcht und Thorakenntniß, neben seinem Eifer und feiner Thatkraft auch das nöthige Maaß von Vorsicht und Klugheit für die vielfach verwickelten Verhältnisse beschieden sein, dann wird das so schön begonnene Werk herrliche Früchte tragen. Zeitungsnachrichten und Earrefpondeureu Deutschland. Fk. Frankfurt a. M., 23. Jjar. Es war ein langer Zug von Leidtragenden, die heute Vormittag 9 Uhr der Bahre Theodor Hamburger'- folgten, eine unübersehbare Trauergemeinde, welche die hohe Achtung bekundete, deren sich der theuere Heimgegangene bei allen Kreisen der Bevölkerung erfreute. Auf dem onrn ro ergriff Herr Rabbiner Dr. Breuer n das Wort, um in warmer Sprache des Herzens die Größe des Verlustes zu schildern, den die Gemeinde durch den Hintritt eines solchen

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