Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 43 (31.5.1897)
- Date
- 1897-05-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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794 thatkräftigen Mitgliedes und treu bewährten vz-iv! erlitten hat. Anschließend an die Anfangsworte der dieswöchentlichen »nio und den dazugehörigen td zeigte er, wie Theodor Hamburger mit dem Gottesgesetz in der Hand als echter, frommer '-nw durch das Leben gewandelt ist, wie er ohne Rücksicht auf den Beifall der Menge den Prinzipien des gesetzestreuen Judenthums gemäß im öffentlichen Leben die Satzungen der rrrn mit unverbrüchlicher Treue befolgte, wie im eigenen Hause. Aus ihn patzte daher, was die Weifen in Bezug auf w2N 5wDP zu vwpm W3 dp '2 nnor» bemerken, daß nämlich ^bnp DipD b2 w'D DP, wohin er auch kam, überall er sich als den felsenfesten Charakter bewährte, wie ihn seine vier Wände sahen. — Herr Dr. med. Rosenbaum, als Mitglied des Vorstandes unserer Gemeinde, widmete, hierauf in kurzen, kernigen Worten dem »lieben Collegen" tief empfundene Worte der Anerkennung für die ersprießlichen Dienste, die er der Gemeinde, namentlich in der so außerordentlich schwierigen Stellung als Vorsitzender der impD-- Kommission geleistet hat. — Namens der Schulverwaltung schilderte Herr Direktor Dr. Hirsch, wie Herr Theodor Homburger, der etwa 20 Jahre lang dem Schulrathe angehört hat, aufs Innigste mit den Jntereffen der Schule verwachsen und wie er so eifrig bemüht war, die Jugend zum regelmäßigen Besuch unserer Synagoge anzuhalten. Als vierter Redner stattete Herr Justizrath Dr. Scherlensky namens der Verwaltung des Rothschild'schen Spitals, der der Verblichene, wenn auch erst seit Kurzem als Vorsitzender, angehörte, den Dank ab. Im Namen der D'mpn xpnp Kinn sprach Herr Guggenhei m, der Senior derselben, und faßte das Lebensbild des theuren Freundes und Bruders zusammen in den Worten: ipp: "6pi p-ranoxi non. In markigen Zügen entwarf sodann Herr Merzbach, als Beauftragter der Effektensocietät, ein schönes Bild von den seltenen Tugenden, die Theodor Homburger in seinem geschäftlichen Verkehre zierten. Da hörten wir, wie er neidlos und ohne Mißgunst Andere neben sich gedeihen sah, wie er einfach, kernig und kurz in seiner Sprache, dennoch unter den Uebrigen hervorleuchtete. Felsenfest und unantastbar waren seine Treue und seine Biederkeit, und selbst wenn sein ganzes Vermögen in Frage gekommen wäre, hätte er niemals zu einer Lüge sich erniedrigen können. — Zum Schluffe sprach noch Herr Dr. med. Wolf Hirsch im Namen des von Theodor Homburger mitbegründeten 0'din nipo-Vereins, zu deffen Vorstände er acht Jahre lang gehörte. Er schilderte fern liebevolles und mildthätiges Wesen den armen Kranken gegenüber. Nach diesen sieben Reden wurde der pix ins kühle Grab gesenkt, von dem wir nur mit dem Wunsche scheiden konnten, daß es unserer Gemeinde beschießen I sein möge, recht bald einen würdigen Ersatz für diesen Mann von echtem Schrot und Korn zu finden. Oester r.-U n g a r. Monarchie. ** Wien, 25. Mai. (Präterirung jüdischer Rechtspraktikanten.) Die Abg. Tittinger und Genoffen haben an den Justizminister in der gestrigen Sitzung eine Interpellation folgenden Inhaltes gerichtet: Schon seit Jahren steht das Vorgehen des k. k. Ober-Landesgerichtes zu Lemberg bei der Besetzung der innerhalb seines Sprengcls jur Verleihung gelangenden Gerichtsstellen in theils latentem, theils offenkundigen! Widerspruche mit der staatsgrundgesetzlich gewährleisteten Gleichberechtigung aller Staatsbürger im bürgerlichen und politischen Leben. Diese bedauerliche Erscheinung tritt jedoch in jüngerer Zeit anläßlich der durch die bevorstehende Einführung der neuen Civilproceß-Ordnung bedingten ausgedehnten Vermehrung des Gerichtspersonats und insbesondere bei der Besetzung der Auscuttantenstellen in einer Weise zu Tage, welche die ernste Aufmerksamkeit weiterer Kreise wachzurufen geeignet ist. So wurde bei den December-Ernennungeu des Jahres 1896 für das Landesgericht in Czernowitz bis auf eine einzige Ausnahme (Dr. Achill Nappaport) durchgehends das religiöse Bekenntniß und nicht die Qualifikation der Petenten als Richtschnur für die Ernennungen genommen. Israelitische Rechtspraktikanten, deren Fleiß anerkannt, deren Fähigkeiten von den Vorgesetzten vielfach rühmend hervorgehoben wurden, die acht, zehn und zwölf Monate bereits in Verwendung gestanden waren, wurden von ihren christlichen Collegen, von denen manche nur wenige Monate, einzelne sogar wenige Wochen bei Gericht prakticirten, bei den obgenannten Ernennungen präterirt. Ausgezeichnete junge Juristen, die ihre Examina mit dem denkbar besten Erfolge abgelegt hatten, mußten zusehen, wie das Ober-Landesgericht Lemberg über ihre Köpfe hinweg diejenigen zu Auscultanten ernannte, die ihnen in jeder Beziehung nachstanden, hingegen in den Augen des k. k. Ober-Landesgerichtes den Vorzug des christlichen Glaubensbekenntnisses voraus hatten. Im März 1897 hätten sechs Auscultantenstellen zur Besetzung gelangen sollen; es wurde jedoch mit Rücksid)t darauf, daß der Vorrath au christlichen Bewerbern zu gering war, nur Eine Ernennung vorgenommen, fünf Stellen blieben unbesetzt. Am auffallendsten für die beim k. k. Ober-Landcsgerichte Lemberg geübte Praxis ist folgender Fall: Rechtspraktikanl Heinrich Reiniger erhielt am 12. Mai d. I. das Decret seiner Ernennung zum Auscuttanten, nachdem er am 5. Mai zur katholischen Kirche übergetreten war. Gegen Ende April hatte er bereits seinen Austritt aus der israelitischen Cultusgemcinde