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Der Israelit · 1897-05-31 · Heft 43 (31.5.1897) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 43 (31.5.1897)
Date
1897-05-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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792 auf und erhielt der Rendant von den Revisoren die erbetene Entlastung. Dem Wunsche des Vorstandes der isr. Gemeinde zu Marburg zufolge, wird der Antrag, denjenigen Gemeinden, die als Mitglieder dem Vereine beigetreten sind, im Verhältniß zur Zahl ihrer Mitglieder, sowie zur Höhe ihres Beitrages eine entsprechende Anzahl von Stimmen zu gewähren, als erster Punkt auf die Tagesordnung der nächstjährigen General- Versammlung gesetzt. Der vom Herrn Vorsitzenden verlesene Jahres- Bericht hatte folgenden Wortlaut: Verein zur Wahrung der rettgiSfen Interessen deS JndenthnmS in der Provinz Westfalen. I ahres-Bericht. Als unser Verein am 19. Januar 1896 von 22 Man nern Westfalens begründet wurde, da konnten und durften wir uns nach Lage der Verhältnisse keineswegs der Hoffnung hingeben daß unser Hauptziel, einen gesetzestrruen Rabbiner anzustellen, schon nach so kurzer Zeit zur Verwirklichung kommen, würde. . wyyz nx8e: an nw nrn r, nxe „Vom Allmächtigen ist dieses geworden, es ist wunderbar in unseren eigenen Augen!" Die conftiiuirende Versammlung zu Dortmund am 25. Mai 1896. jene denkwürdige Feier, welche allen Theilnrhmercn wohl ewig unvergessen bleiben wird, brachte uns schon den Beweis, daß unser Ruf „einzutretcn für die Heilighaltung unserer altüberlieferten Religion" im „Westfalen-Lande" nicht ohne tiefen Eindruck geblieben war, so daß wir ruhig und getrost der Zukunft sowie der Weiter-Entwickelung unseres Vereins entgegensehen durften. Durch eifrige Thätigkeit, die sowohl in Westfalen als auch von allen Seiten des gesetzestreuen Judcnthums Deutschlands für die Interessen unseres Vereins entwickelt wurde, die erhabene, großartige Aufnahme, welche unser „Aufruf an die gesetzestreuen Glaubensgenossen" unter den Gesinnungsgenossen außerhalb Westfalens, namentlich bei unseren süddeutschen Glaudensbrüdern gefunden, sowie durch deren ausgedehnte materielle Beihülfe ist es uns G. s. D. schon im Herbst 1896 ermöglicht worden, der Rabbiner-Frage nahertreten zu können. Durch die Berufung Sr Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Gerwn Lange für den verantwortungsvollen Posten eines religiösen Führers ist es uns G. s. D. gelungen, für dieses so überaus schwierige Amt eine Persönlichkeit zu gewinnen, welche mit Gottes Hülse sicherlich zu den schönsten Erwartungen für das Gedeihen unseres Vereins, sowie zur Erreichung dessen hoher Ziele berechtigt. Bei vielen Glaubensgenossen unserer Provinz regt sich bereits das Interesse für unseren Verein und dessen heilige Bestrebungen, so daß wir uns wohl der festen Hoffnung hingeben dürfen, daß manche Kreise unserer westfälischen Glaubensgenossen. welche bisher unserem Verein noch ablehnend grgenüberstanden, sich uns recht bald anschließen, so daß die Wirksamkeit unseres Rabbiners mit Gottes Hülfe eine recht ausgedehnte, eine recht segensreiche sein kann. Zu unserer heutigen Feier und Versammlung haben wir sehr weitgehende Einladungen erlassen, damit die Glaubensgenossen Westfalens somit Gelegenheit haben, sich persönlich davon zu überzeugen, daß es uns ausschließlich nur daran liegt, für die Heilighaltung unserer erhabenen Religion einzutreten; Niemanden zu Liebe und Niemanden zu Leide, sondern einzig und allein nur für mintjm ntPVipn umin für unsere heilige Sache zu wirken! Zu unserer Freude sind wir in der angenehmen Lage berichten zu können, daß die hohe Königliche Regierung der Provinz Westfalen unserem Verein und seinen Bestrebungen die größte Sympathie entgegenbringt. Die von uns nachgesuchte Genehmigung unserer Statuten ist seitens der hohen Behörde am 7. September 1896 erfolgt. Was die eigentliche Thätigkeit im nunmehr beendigten ersten Vereinsjahre anbetrifft, so konnte sich diese hauptsächlich nur darauf beziehen, zunächst die gesammte Organisation des Vereins vorzunehmen, welche durch die erfolgte Anstellung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Lange ihren krönenden Abschluß und hauptsächliche Erledigung gesunden hat. Ueber den Stand des Vereins ist Folgende? zu berichten : Außer 381 Einzel-Mitglieder haben sich bereits 13 Synagogen Gemeinden Westfalens offiziell dem Verein angefchlosten, ferner gehören dem Vereine 13 Ehrenmitglieder an, welche sich in hervorragender Weise für den Verein verdient gemacht haben. Die gesammte Mitglieder- Zahl des Verein? beziffert sich somit zum Schlüsse des ersten Geschäftsjahres auf znsammmen 407 Mitglieder. Hiermit ist der eigentliche Bericht über unsere Thätigkeit im verflossenen VereinS-Jahre erschöpft und wir glauben, mit dem Erfolg derselben G. s. D nach jeder Richtung hin vollauf befriedigt sein zu können, umsomehr, als der Verein mit Gottes Hülfe erst jetzt durch unseren Rabbiner seine richtige Thätigkeit zur Besserung der religiösen Verhältnisse unter den Glaubensgenossen Westfalens entfalten kann. Zuin Schlüsse sprechen wir hiermit allen Freunden und Gönnern de? Vereins den innigsten Dank aus für Alles das, was dieselben durch Rath und That, sowie durch marterielle Unterstützung zur Entwickelung unseres Vereins beigetragen haben. Die Worte □'“On TW'lttf’ welche sich hierbei so überaus glänzend bewährt haben, sie werden auch veranlassen, daß unsere Gesinnungsgenossen außerhalb Westfalens das bisher für unseren Verein bezeugte wahrhaft großartige Interesse auch fernerhin in gleicher Weise bewahren mögen und mit uns schließt sich wohl das gesammte gesetzestreue Jrrdenthum dem innigsten Wunsche an, daß der Allgütige unser Unternehmen im ttd von „Geschlecht zu Geschlecht" segnen möge in dem Wirken für die Entfaltung der echten, wahren Religiosität unter den Juden Westfalens. Zum Schluffe ergriff Herr Rabbiner Dr. David— Düffeldorf das Wort, um den ihm von gewisser Seite gemachten Vorwurf, als habe er die weftphälische Judenheil beleidigen wollen, zurückzuweisen. Wer Schäden und Mißstände in einem bestimmten Kreise zu beseitigen suche, sagte Redner, der sei diesem Kreise kein Feind, sondern im Gegentheil dessen bester Freund. Hiermit schloß die General-Versammlung. Ein Festeffen, an dem ca. 80 Personen, Damen und Herren, theilnahmen, vereinigte nunmehr die Genossen zur heiteren Tafelrunde. Ein Hoch auf Se. Majestät den Deutschen Kaiser, von Rabbiner Dr. D a v i d—Düsseldorf ausgebracht, fand einen donnernden Widerhall bei allen Anwesenden. Wir begehen ein patriotisches Werk, äußerte der Herr Rabbiner, wenn wir uns der Pflege unserer Religion hingeben, die uns Recht, Wahrheit und Frieden lehre. Der Vorsitzende, Herr Le wert off, toastete

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