Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 42 (26.5.1897)
- Date
- 1897-05-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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776 Lady Montagu, Dr. Adler, Professor Marks, Dr. Gaster, Mr. Mocatta, Lewis Solomon, H. Banden Bergh, Dr. Alfred Wolfs, Sylvester Samuel rc. rc. Nach einem kurzen Gottesdienste sprach Chief- Rabbi Dr. Adler das Gebet, woraus der Herzog, von lauten Hochrufen empfangen, eine längere Ansprache hielt, in welcher Seine königliche Hoheit hervorhob, daß seine Femilie sich stets für diese Wohlthatigkeitsanstalt interessirt habe, deren bedeutende Vergrößerung dem weisen Walten des Bürgermeisters von London zu verdanken sei, und daß er vom Herzen wünsche, es gäbe viele solcher Männer wie der Bürgermeister im englischen Volke. Der Herzog dankte ferner für den herzlichen Empfang und erklärte die Centennarhalle für eröffnet. Darauf wurden Spenden übergeben, die im Augenblicke die Summe von 700 Pfund überstiegen. Darauf dankte der Bürgermeister dem Herzog von Cambridge für sein Erscheinen und setzte die Bedeutung des Tages auseinander. Dann wurde die lnglische Volkshymne gespielt und der Herzog von Cambridge enthüllte die Büste der Königin, ein Geschenk Mr. Daniel Marks'. Nachdem der Herzog und die Gesellschaft des Bürgermeisters eine leichte Erfrischung genommen hatten, entfernte sich Seine königliche Hoheit mit dem Bürgermeister und deffen Gemahlin unter den Hochrufen der Menge und den Klängen der Musik. Die Knabenkapelle brachte eine Reihe von Stücken vortrefflich zum Vortrage. f Türkei. Konstantinopel, 13. Mai. In allen hiesigen israel. Wohlthätigkeitsanstalten wurden am Jahrzeitstage des verstorbenen Baron Hirsch eine Gedächtnißfeier abgehalten; die der Gesellschaft D'rn inst war besonders imposant. Die Baronin Hirsch hat an den Vorstand derselben ein herzliches Dankschreiben gerichtet. — Vor wenigen Tagen besuchten sich gegenseitig der griechische Patriarch und der Oberrabbiner Moses Halevy. Beide geistlichen Führer gaben sich das Versprechen, Alles aufzubieten, daß zwischen Christen und Juden der Friede erhalten bleibe. Victor Levy. Palästina. Q) Jaffa, 10. Jjar. In der Kolonie Ekron sind bis ietzt etwa 10,000 Olivenbäume gepflanzt. Man hat dabei die Bemerkung gemacht, daß die Olivenbäume hier zu Lande ein bedeutend schnelleres Wachsthum zeigen als in Frankreich. So ist z. B. häufig beobachtet, daß ein hiesiger sechsjähriger Baum einem -gleichen Baume im Älter von zwanzig Jahren in Frankreich gleichwerthig ist. Dem schnellen Wachsthum entspricht die ausgezeichnete Qualität des Oeles, das bester als dasjenige von Grace in Südfrankreich ist. In dem Dorfe^P etach-Thikwah sind bis jetzt 30,000 Eukalypten"angepflanzt, und in diesem Jahre werden noch weitere 20,000 folgen. Wer sich erinnert, wie sehr das Fieber jederzeit den Kolonisten Leiden und Gefahr gebracht hat, der" freut sich zu hören, daß der Gesundheitszustand der Kolonie schon heute soaar bester als in Rischon-l'Zion ist. Es wohnen hier zur Zeit etwa 050 Seelen, wovon 30 Familien mit ca. 200 Seelen unter der Leitung der Rothschild'schen Administration stehen. Von den 13,800 Dunam Areal gehören diesen Familien etwa 5500 Dunam, während weitere 1000 dem Lachmannschcn Gute verbleiben. Nach Angabe der Administration arbeitet der größere Theil der Kolonisten beim Baron. Bis jetzt hat man kein eigentliches Bethaus besessen, jetzt hat ein Herr Tkatsch, ein russischer Chouwew-Sion 3000 Rubel ca. 8300 Francs für den Bau einer Synagoge gespendet. Dieselbe ist im Bau begriffen, und dürfte nach etwa zwei oder drei Wochen im Bau vollendet seines Sie liegt ungefähr in der Mitte der Ansiedlung und hat als Dimensionen 12X20 Meter. Die von der Administration unterhaltene Schule hat vier Klassen, in' denen täglich 2 bis 3 Stunden Französisch und außerdem auch (?) Hebräisch und Arabisch unterrichtet wird. Statistisches. Mainz, 14. Mai. (Die Religionen im Großherzogthum Hessen) Nach der neuesten Zählung gibt es im Großherzogthum 694,970 Protestanten, 305,895 Katholiken, 24,618 Israeliten und 6661 Andersgläubige. Nach Provinzen geordnet, sind in Starkenburg 299 932 Protestanten, 130,095 Katholiken, 8745 Israeliten und 1674 Andersgläubige; in Oberhessen 245,688 Protestanten, 20,849 Katholiken, 7260 Israeliten und 126 Andersgläubige, in Rheinhessen 149,350 Protestanten, 154,951 Katholiken, 3613 Israeliten und 4861 Andersgläubige. Die meisten Protestanten wohnen im Kreise Darmftadt, nämlich 86,327; die meisten Katholiken im Kreise Mainz, nämlich 82,652, die meisten Israeliten im Kreise Mainz nämlich 3644 und die meisten Andersgläubige im Kreise Alzey nämlich 1822. Was die Hauptstädte des'Landes anbelangen, so gibt es in Darmstadt 49,741 Protestanten, 9992 Katholiken uud 1379 Juden; in Mainz 26,254 Protestanten, 44,943 Katholiken und 3089 Juden; in Offenbach 23 432 Protestanten, 13,016^Katholflen und 967 Juden; in Gießen 20,055 Protestanten, 1975 Katholiken und 701 Juden'; in Worms 16,953 Protestanten, 8958 Katholiken und 1131 Juden.