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Der Israelit · 1897-05-20 · Heft 40 (20.5.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 40 (20.5.1897)
Date
1897-05-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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.yt. ytfeN«' ■U, „Uflf 741 ebenso wie die Kranken dem Spitale wieder zuzuführen. Er sei der Ansicht, daß diese in dem Rücktritt des Verwaltungsraths bestehe, und von diesem Gesichtspunkte aus fordere er im Interesse der Anstalt die Demission und weist darauf hin, daß statutengemäß der abgehende Verwaltungsrath wieder wählbar sei, und daß dieses auch zweifelsohne wieder bezüglich derjenigen Mitglieder, welche in den vorgekommenen Zwischenfällen nicht persönlich betheiligt waren, zutreffen würde. Das Consistoriummitglied, Herr I. Klein schloß sich den Ausführungen des Herrn David Levy an. Ohne die Frage zu stellen, ob sich noch jemand zum Wort melden wolle, erwiderte der Präsident, daß von den 400 Unterzeichnern, nur sechs erschienen feien und er es für höchst befremdend halte, daß der Vorredner einen solchen Antrag zu stellen sich berechtigt glaube. Er gebe im Namen des ganzen Verwaltungsraths die Erklärung, daß derselbe das Ehrenamt nach bestem Willen und Gewiffen weiterzuführen entschlossen sei und es für verfehlt erachte, daß man das mit vieler Mühe errichtete vHinn in Mißcredit zu bringen suche, sowie daß der Verwaltungsratb nach wie vor Alles aufbieten werde, um den guten Ruf der Anstalt zu erhalten. Herr David Levy wollte aus diese Bemerkungen des Präsidenten ernstedcrn, daß seiner bestimmten Ansicht nach, die Versammlung nur durch die mit Absicht schlecht gewählte Stunde und die mangelhafte Bekanntmachung so schwach besucht gewesen sei, und der Verwaltungsrath mit seinem Rücktritt die Stimmung der Unterzeichner hätte erproben können, die wohl durchaus nicht so mit der Leitung der Geschäfte zufrieden sein dürfen, wie der Herr Präsident meinte. Allein der Präsident griff dem vor und schloß die Sitzung mit der Hoffnung, daß auch im kommenden Jahre die von so vielen Seiten gewährten Unterstützungen nicht fehlen werden, da er das Bewußtsein habe, daß der Verwaltungsrath das von der überwiegenden Zahl der Unterzeichner, Freunde und Gönner der Anstalt bisher bewiesene Vertrauen weiter genieße. Ob die Hoffnung des Präsidenten sich realisiren wird, ist sehr fraglich. Denn leere Phrasen, hohle Redensarten, auf Sand gebaute Hoffnungen, der öffentlichen Meinung trotzbietende Selbsttäuschung sind nicht der geeignete Kitt, den tief eingreifenden Riß, den das heilige mit so vieler Mühe errichtete jts durch das ungerechtfertigte Vorgehen des neuen Verwaltungsraths, erlitten hat, unmerkbar zu machen. Möge es mir gegönnt sein, Ihnen, geehrter Herr Redacteur, recht bald erfreulichere Aussichten mittheilen zu können. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 9. Mai. In der heutigen Sitzung des Vorstandes der Wiener Cultusgemeinde stellten die Herren Dr. Stern und Conforten folgenden Dcinglichkeitsantrag: Die israelitischen Schüler am Cvmmunal-Real- und Obergymnasium des II. Wiener Gemeindebezirkes wurden mit ihren Ansuchen um Schulgeldbesreiung ungeachtet nachgewiesener Mittellosigkeit und entsprechenden Fortgangsklaffen vom Stadtrathe abgewiesen. — Diese Abweisung erfolgte, soweit die Erhebungen der unterfertigten Vorstandsmitglieder Dr. Stern und Dr. Kohn reichen, ausnahmslos und auch gegenüber jenen Schülern, deren Ansuchen von dem Profefforen-Collegium des Gymnasiums beantragt oder befürwortet wurden. Daß für die Verweigerung der Schulgeldbefreiung die Confession der Petenten der alleinige Grund war, steht somit ganz außer Frage. Ein solches Vorgehen einer autonomen Behörde, des Stadtrathe«, zu qualificiren, erscheint überflüssig. Die Thalsache selbst spricht laut und stark genug. Die Gefertigten erachten eS als eine moralische Verpflichtung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde, im officiellen Wege jene Thatsachen der staatlichen Aufsichtsbehörde zur Kenntniß zu bringen und es dem Pflichtbewußtem derselben anheim zu geben, was sie kraft des ihr gesetzlich stehenden Aufsichtsrechtes, beziehungsweise ihrer Aufsichtspflicht, gegenüber solchen Vorgängen zu verfügen erachtet. Die Gefertigten stellen sonach den Antrag: Der Vorstand möge im officiellen schriftlichen Wege das erwähnte Vorgehen des Wiener StadtratheS Sr. Excellenz dem Herrn Statthalter von Niederösterreich zur Kenntniß bringen. Dieser Antrag wird einstimmig ang nommen. Wien. Die Besetzung des Rabbinats der Wiener „Schiffschul", an welcher bekanntlich Rabbi Salomon Spitzer fn jahrelang fungirte, begegnet mannigfachen Schwierigkeiten. Es hatte sich eine Fraction für Herrn Rabbiner Ehrenfeld aus N.-M i h a l y gebildet, deren Bestrebungen aber daran scheiterten, daß dieser Rabbiner sich entschieden weigerte, eine Proberede zu halten. Nunmehr sind — wie wir vernehmen — zwei orthodoxe Rabbiner Ungarns als ernste Candidaten für diesen Posten in Aussicht genommen. Es sind dies die ehrwürdigen Herren Rabbiner Fürst in Eperies und Straffer in T y r n a u. Frankreich. Pakts Montag, 10. Mai fand in der Synagoge de la rue de la Victoria ein TrauergotteSdienft für die Opfer der Brandkatastrophe statt. Die Regierung hatte sich durch drei Herren vertreten lasten. Zu der Trauerfeierlichkeit in der Kirche Notre Dame, welche am Samstag den 8. abgehalten wurde, hatten sich auch der Lord-Mayor von London und feine

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