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Der Israelit · 1897-05-20 · Heft 40 (20.5.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 40 (20.5.1897)
Date
1897-05-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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742 Gattin (bekanntlich Israeliten) eingefunden. Eines der Opfer der Katastrophe, Frau JulesKann, ist eine Cousine derselben. Als sehr auffallend wurde es bemerkt, daß diese hohen Herrschaften als nächste Verwandten nicht am Begräbnißtage (Freitag) erschienen waren, den Sabbat entweihten, um der kirchlichen Feier mitanzuwohnen und schon am am Sonntag Paris wieder verließen, es also nicht für nöthig fanden, bei der in der Synagoge ftattfindcnden Trauerfeier zugegen zu sein. — Wie cs die Israeliten machen, machen sie eS den Antisemiten nicht recht, der Jude wird verbrannt; das hat sich wieder bei den jüngsten Sammlungen gezeigt, die der „Figaro" veranstaltet hatte. Ungefähr alle Spenden über 2000 Fr. rührten von Juden und haben diese im Ganzen eine bedeutende Summe gespendet. Diese Freigebigkeit für streng und ausschließlich katholische Werke wurde, wie bereits berichtet, von gewiffen Blättern als eine lärmende und würdelose Aufdringlichkeit bezeichnet. Unsere reichen Glaubensgenoffen mögen sich dafür die Folge merken und, wenn es sich doch um confessionelle und kirchliche Dinge handelt, mehr an ihre eigenen armen Glaubensgenoffen und an jüdische Wohlthätigkeitsanstalten denken. Personalien Limburg, a. d. Lahn. Den 1. Mai beging Herr ReiigionSlehrer und Eantor Blumenthal das 25jährige Jubiläum seiner Wirksamkeit in unserer Gemeinde. Wegen des Sabbattages begab sich schon am Vorabende des Festes der Cultusoorstand in die Wohnung des Jubilars, sprach ihm den Dank der Gemeinde für seine segensreiche Thätigkeit aus und überreichte ihm ein namhaftes Geldgeschenk sowie den Beschluß der Gemeinde, nach welchem sein Gehalt ansehnlich erhöht worden sei. Tiefgerührt versprach der Jubilar weiterhin seine Kräfte dem Wähle der ihm so theueren Gemeinde so lange zu widmen, als es nach dem Willen seines Schöpfers sei. Der eigentliche Festtag am Sabbat erhielt besondere Weihe durch die Festpredigt des Herrn Bezirksrabbiners Dr Weingarten aus Ems. Dieser feierte in erhebenden Worten die Verdienste des Jubilars, die er an dem Ausspruche Simeons des Gerechten: „Auf drei Dingen beruht die Welt: auf Gotteslehre. Gottesdienst und Nächstenliebe" in herrlicher Weise entwickelte. Machte der gedankenreiche Inhalt seiner Predigt an und für sich schon einen tiefen Eindruck, so waren alle freudig ergriffen, als er zum Schluffe eine amtliche Zuschrift der Königlichen Regierung zu Wiesbaden verlas, in welcher diese ihre Glückwünsche übermitteln!i«ß und ihre Anerkennung sür die treuen Dienste des Jubilars aussprach. Im Laufe des Tages erschienen außer den sämmtlichen Gemeindemitgliedern verschieden« Deputationen von Vereinen, in denen der Jubilar wirkt und überbrachten kostbare Geschenke. Am Abend veranstaltete die Gemeinde einen Festcommers, bei dem man in der heitersten Stimmung bis nach Mitternacht vereinigt blieb. Möge Herr Blumenthal noch lange Jahre seines Amtes, von allen geliebt und geachtet, in treuer Pflichterfüllung walten! MltlhriluW« aus dr» iüd. Ame«verriueo »nd für dieselbe». (Sümmtttche jüd. Wanderbettelvereine nnd Kassen für Durchreisende find gebeten, uns Mittheilungen über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukommen zu taffen.) Fürth, (Bayern) 46. Mai. Unter der Angabe, sie sei eine sehr unterstützungsbedürftige Wittwe, produzirte eine Frau Rosa Strauß aus Pfungstadt, jetzt in Mannsbach oder Frankfurt a. M. wohnhaft, ein Attest über den Tod ihres Ehemannes. Sie gab ferner an, sie wolle den Hebammenkursus in Erlangen absolviren, um sich eine Existenz sür sich und ihre Kinder zu gründen. In Berücksichtigung ihrer Lage erhielt sie eine Unterstützung von 10 Mark. Nun erfuhren wir aber, daß sie keinen Hebammenkursus durchmacht, sondern den Hausbettel betreibt, und daß sie keine Wittwe, sondern die Ehefrau eines Christen, Namens Trapp ist, welch letzterer sie auch auf ihrer Tournee begleitet. — Jakob Kalesky aus Posen, circa 50 Jahre alt, Metzger, kleiner Statur, mit grauen Kopfhaaren und grauem Schnurrbart, beschwindelt seit Jahren alle jüdischen Unterstützungskaffen. Hier wurde er als Betrüger entdeckt, verhaftet und bei der Verhandlung am Amtsgerichte war er geständig, daß er Katholik sei. Er erhielt 3 Wochen Gefängniß. Jsr. Wandernnterstntzungs-Verein: I. V..' Max Hirsch mann. Briefkasten der Redaetion. B. C in Rawitsch: Wir theilten Ihnen auf einer Postkarte mit, daß Sie sich an Herrn vr. med. Baer, Biebrich a. Rh., dicserhalb wenden mögen. Blätter in hebräischer Sprache sind: Hameliz, St. Petersburg, Hazefirah, Warschau, Hamagid, Krakau, Chabazeleth. Jerusalem, Hazewi, Jerusalem u. s. w. Briefkasten der Expedition. L. A. in Reuhiiusel: JKnmmce tostet bei einmaliger Aufnahme in gewöhnlicher Schrift Mt 3 25) und in der uns angegebenen Weise Mk. 4.75, Diese Annoncen sind fast immer von Erfolg. Falls das Inserat ausgenommen werden soll, bitten wir um gefl. Einsendung des oben bezeichneten Betrages. Mainz, 18. Mai. Wie wir erfahren, sollen die in Nr. 37 unseres Blattes gegen Herrn Rabbiner Dr. Grünfeld in Berlin gerichteten Beschuldigungen (Vornahme einer religionsgesetzlich nicht gestatteten Trauung) den Thalsachen nicht entsprechen. Wir stehen deßhalb nicht an, solche hiermit, ohne dazu aufgefordert worden zu sein, zu widerrufen.

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