Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 40 (20.5.1897)
- Date
- 1897-05-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXXTffl Jahrgang. Erste SMage zu M 40 des Jlstaelit“. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. Hamburg, den 17. Mai. (Der Israelitische stelle nverm it t lun gs-Verein) hielt am Sonntag, den 9. Mai c., 2 Uhr Nachmittags seine diesjährige Generalversammlung unter Vorsitz des Herrn Jul. Rosenstock im „Hotel Continental" ab. Ueber die Thätigkeit des genannten Vereins wurde vom Vorsitzenden Folgendes berichtet: An Vacanzen waren angemeldet: 1. Commisvacanzen in Hamburg-Altona 13; davon wurden 6 besetzt, 2 blieben schwebend und 5 wurden zurückgezogen. 2. Lehrlingsvacanzen in Hamburg-Altona 18; davon besetzt 9, 3 schwebend und 6 zurückgezogen. 3. Commisvacanzen außerhalb Hamburgs: angemeldet 146, davon besetzt 29, 13 schwebend und 74 zurückgezogen. 4. Lehrlingsvacanzen außerhalb Hamburgs: angemeldet 85, davon besetzt 10, noch schwebend 53, zurückgezogen 22. Diesen 265 gemeldeten Vacanzen standen nur 154 angemeldete Bewerber gegenüber, von denen 55 placirt wurden, also mehr als 331/3°/0. Die Einnahmen betrugen im verflossenen Geschäftsjahre M. 1066 39 Pfg., die Ausgaben M. 1180 75 Pfg.; mithin betrug der Cassensaldo M. 296 78 Pfg., gegen M. 411 14 Pfg. im Vorjahre. Die Ausgaben waren also in diesem Jahre größer als die Einnahmen. Bei den alsdann vorgenommenen Wahlen wurden die statutengemäß ausscheidenden Herren M. Flörsheim, M. Jacobson und W. Möller als Vorstandsmitglieder per Acclamation wiedergewählt. Sodann verband der Vorsitzende mit der Mittheilung, daß der bisherige Präses des Vereins, Herr M. S. Wolff, aus Gesundheitsrücksichten gezwungen sei, sein Amt niederzulegen, ehrende Anerkennungs - und Dankesworte seitens des Vorstandes und im Namen der Mitglieder für das von Herrn M. S. Wolff dem Vereine seit dessen Bestehen entgegengebrachte warme Jntereffe und bat die anwesenden Mitglieder, in Hinsicht auf die Schwierigkeit der Wahl eines wirklich thätigen Vorstandsmitgliedes um die Erlaubnis des Selbstergänzungsrechts, er würde die getroffene Wahl der nächsten Generalversammlung zur Bestätigung vorlegen. Die Versammlung erklärte sich hiermit einverstanden. Sodann theilte der Vorsitzende der Versammlung einen von dem Mitgliede Nr. 450, Herrn Sally Geis, eingegangenen Antrag mit, welcher folgenden Wortlaut hat: „Ich beantrage, eine Diskussion darüber zu eröffnen, welche Mittel zu ergreifen sind, um den sich immer mehr zum Nachtheile religiöser junger Leute bemerkbar machenden Uebelftänden 1) der schlechten Besoldung der Commis seitens religiöser Prinzipale; 2) der Anstellung irreligiöser Bewerber in frommen Häusern entgegenzutreten." In der darauf eröffneten Diskussion wies der Vorsitzende nach, daß diese in der That nicht zu leugnenden Mißstände Gegenstand vieler Vorstandssitzungen und in denselben gepflogenen Berathungen gewesen seien, daß auch in Zeitungsartikeln wiederholt diese Uebelstände gerügt seien, ohne daß ein Erfolg eingetreten sei oder auch zu erwarten wäre. Erft wenn das allgemeine Jntereffe für den Verein ein größeres sei als bisher, so daß demselben ein gewiffer Einfluß auf Prinzipale und Bewerber möglich sei, wäre ein direkter Versuch auf irgend eine Weise geboten. Momentan sei das Resultat der Vereinsbestrebungen in Folge des mangelnden Interesses, speziell in Hamburg-Altona, noch zu gering, um ein Hervortreten des Vereins in dieser Angelegenheit zu rechtfertigen. Immerhin würde der Vorstand nicht versäumen, sowohl den Antrag, als auch das Zugeständniß des Vorstandes, von dem Vorhandensein gerügter Uebelstände, der, den diesjährigen Rechnungsbericht betreffenden Zeitungsnotiz als Bemerkung beizufügen.*) Die Versammlung schloß sich der Ansicht des Vorsitzenden an, tvorauf derselbe um 3 Uhr mit einem Dank an die erschienenen Mitglieder die Sitzung schloß. — Für das Geschäftsjahr 1897/98 sind gewählt: als erster Vorsitzender Herr Julius Rosenstock, an den sämmtliche Correspondenzen zu richten sind: als zweiter Vorsitzender Herr M. Jacobsen. Das Cassirer-Amt bleibt in den bewährten Händen des Herrn Moritz Heimann, Alterwall 43. An letztgenannten Herrn sind sämmtliche Geldsendungen für den Verein zu adressiren. Straßburg i. E, 14. Mai. Bis vor wenigen Tagen noch glaubte man hier der Hoffnung Raum geben zu dürfen, daß die im „Israelit" zur Genüge auseinandergesetzte, von einem Wechsel im Pflegepersonal des hiesigen israelitischen Krankenhauses ausgehende bedauernswerthe Meinungsverschiedenheit zwischen Verwaltung und Aerzte, durch den freiwilligen Rücktritt der neuen Verwaltungsbehörde dieser Anstalt, die die öffentliche Meinung gegen sich hat, und durch die Bildung einer andern gewissenhaften, der Pflege der Kranken, der Würde des *) Eine Beseitigung dieser Uebelstände ist nur durch eine Versicherung gegen Stellenlosigkeit möglich. Red.