Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1897-05-20 · Heft 40 (20.5.1897) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 40 (20.5.1897)
Date
1897-05-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448705-2448743--43910-2492981
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

734 Krankenhauses beschäftigen soll. Eine Besprechung auf Beschlußfassung über das Schreiben des Kgl. Polizeipräsidiums an den Vorstand der jüdischen Gemeinde über den obligatorischen Religionsunterricht wird bis zum Vorhandensein größeren Materials vertagt, ein Antrag des Centralvereins auf Erbauung drei neuer Synagogen wird zunächst auf eine beschränkt, in Bezug auf die Zustände in der Synagoge Kaiserftraße verliest Herr Justizrath Meyer ein Gutachten des Stadtbauraths Blankenstein des Inhalts, daß die Synagoge allen Ansprüchen bei eventueller Feuersgefahr entspricht. Trotzdem ersucht die Versammlung den Vorstand nochmals Erhebungen anzustellen, und das Resultat derselben zu berichten. Berlin, 17. Mai. Die Fertigstellung der Schriften des hebräischen Literatur-Vereins „Mekize Nirdamim" (12. Jahrgang) hat sich diesmal durch unvorhergesehene Hindernisse so sehr verzögert, daß die Versendung erst gegen Ende künftigen Monats möglich sein wird. Um nun mit dem folgenden Jahrgang wieder eine größere Pünktlichkeit Herstellen zu können, soll der gegenwärtige mit der Doppelziffer XII und XIII bezeichnet werden. In dieser Weise werden wir im Stande sein, schon am I.Juli d. I. mit dem Druck der Schriften des XI V. Jahrgangs zu beginnen und somit die künftige Lieferungsfrist innehalten. Für die diesmalige Verzögerung werden die Mitglieder durch die Reichhaltigkeit der Darbietungen entschädigt. Der Jahrgang enthält folgende Schriften: 1) Den Schlußband des Jbn Ganach'schen Wörterbuches mit ausführlicher Einleitung und verschiedenen Jndices. 2) Divan des Jehuda Ha-Levi, III. Lieferung, enthaltend den Schluß des ersten und Anfang des zweiten Bandes. 3) Einleitung in das Machsor Vitry nebst Jndices und verschiedenen Nachträgen. 4) Sammelband enthaltend: a) Commentar zu Efra und Nehemia von dem Römer Benjamin ben Jehuda; d) Ergänzung einer Lücke in den Responsen Elia Misrachi's; c) Die Statuten der Gemeinde Bamberg; ä) Gedichte des Jsak ben Schescheth und Simon ben Duran, nach einem Manuscript in Algier; e) Historisches aus der Gemeinde Auffee während der Regierungszeit Maria Theresia's. Diejenigen, welche auf den XII. Jahrgang noch subscribircn wollen, mögen sich beeilen, ihren Beitritt zu dem Verein durch Einzahlung des Jahresbeitrages von 10 Mark zu erklären. Dr. A. Berliner.? Altona, 16. Mai. In der vorigen Woche fand in unserer Gemeinde die Wahl eines Gemeinde- Vorstehers und eines Gemeinde-Vertreters statt. Das war ein heißer Kampf! Und was waren die Gegensätze? Handelte es sich um Orthodoxie oder Reform? Mit Nichten. Rein, es waren offen gestanden, besonders von der einen Seite, nur persönliche Jntereffen, welche sich hier vordrängten. In der Altonaer Gemeinde, einer der ältesten Norddeutschlands ist, was den Kultus betrifft, die strenge Orthodoxie vorherrschend — und selbst die Mitglieder des Vorstandes, welche keine streng religiöse Gesinnung hatten, haben hierin nie Etwas geändert. Um so trauriger ist es, wenn dann von gewiffer Seite die Fackel der Zwietracht zwischen einzelne Mitglieder der Gemeinde geworfen wird. Handelte es sich doch um die Thatsache: Wird eine bestimmte Persönlichkeit wieder als Gemeinde-Vorsteher gewählt, so legt der ganze Vorstand in corpore Orthodoxe und Nicht-Religiöse ihr Amt nieder. Welcher Wirrwar wäre da entstanden? Es kam Gott sei Dank anders, die Friedenstiftenden bekamen die Oberhand, und der Allmächtige wird auch ferner unsere alte ehrwürdige Gemeinde vor solchen Wirrniffen schützen. Das End-Resultat war, daß 50% der Gemeinde- Mitglieder ihre Stimmen abgaben, von denen der größte Theil als Gemeinde-Vorsteher Herrn Rechtsanwalt Wald stein uns als Gemeinde-Vertreter Herrn Moritz Braunschweiger gewählt haben. Oe st e rr.-Ungar. Monarchie. (II.) Triest, 2. Mai. Während der vergangenen Feiertage hat unsere Cultusgemeinde in ihrer großherzigen Weise alle hier lebenden jüdischen Fremden über die ganzen acht Tage mit ritueller Kost versorgt. An die Armen unserer Gemeinde hat sie wieder 4000 Kilo Mazzes und circa tausend Gulden in Barem vertheilt. — Unser Cultusvorftand hat jetzt auch die lobenswerthe Einrichtung getroffen, daß am Sterbetage aller jener Männer, die die Gemeinde mit Wodlthätigkeitsstiftungen bedacht haben, ein Tnr# n’jjro gelernt und dann das Kadischgebet verrichtet wird. Italien. (r) Rom, 6. Mai. Die hiesige Cultusgemeinde (UniversitA Israelitica) ist jetzt in einen intereffanten Prozeß verwickelt worden. Das Mitglied unserer Gemeinde, Angelo di Cave, besaß nämlich auf dem alten jüdischen Friedhofe, der aber vor Kurzem geschloffen worden ist, eine Familiengruft. Vor einigen Tagen wollte es nun seine verstorbene Tochter in dieser Gruft beisetzen laffen, was ihm aber nicht gestattet wurde. Es mußte daher die Leiche nach dem neuen jüdischen Friedhofe (Campo Verano) überführen und dort beisetzen laffen. Cave fordert nun von der Cultusgemeinde, daß sie ihm gestatte, die alte Familiengruft wieder zu benützen, oder daß sie ihm auf dem neuen Friedhose eine neue Gruft erbaue und einrichte. Auch gegen das Municipium von Rom, da« den alten jüdischen Friedhof in sein Eigenthum übernommen, erhebt genannter

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.