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Der Israelit · 1897-05-06 · Heft 36 (6.5.1897) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 36 (6.5.1897)
Date
1897-05-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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672 Richard Wagner der antisemitischen Bewegung nahe stehe. Eine Anfrage des Operndirektors rief die folgende Antwort Wagner's hervor: „Geehrtester Freund und Gönner! Der gegenwärtigen „antisemitischen" Bewegung stehe ich vollständig fern: ein nächstens in den „Bayreuther Blättern" erscheinender Aufsag von mir wird dies in einer Weise bekunden, daß Geistvollen cs sogar unmöglich werden dürfte, mich mit jener Bewegung in Beziehung zu bringen. — Dennoch geht mein Rath dahin: — Geben L-ie Berlin auf und gehen Sie Mai und Juni nach London. . . — Es wäre nicht übel, wenn Ihre — und unsere — Unternehmung durch Unsinnigkeiten der Art, wie sie jetzt in Berlin florircn, in eine vollständig schiefe Bahn geriethe. Ihr ergebenster Bayreuth, 2:i. Februar 1681. Richard Wagner." O e st e r r. -U n g a r. Monarchie. Lemberg. (Ra bbinatsjubi läum — Statuten der athung en.) Heute, am 26. April, feierte in aller Stille Seine Ehrwüroen Herr Oberrabbiner Isak Schmelkes sein 40jährige s Aintsjubiläum als Rabbiner in Galizien. Der Jubilar, der zu den berühmtesten Koryphäen unter den Rabbinern Galiziens zählt, hat sich jede Ovation verbeten. Rur die conservative Partei gratulirte durch eine Deputation, bestehend aus den Herren: Samuel Rockach, David Maschler, Julius Hochselb, Chaim Weiser und Josef Taube. In Angelegenheit des Statutenentwurfes schweben Unterhandlungen zwischen den beiden streitenden Parteien. Die Confer oativen haben nachstehende Postulate aufgestellt: 1. Daß ein confer vativer und ein fortschrittlicher Rabbiner bestellt werde. 2. Der conservative Rabbiner führt im RabbinatScoll.gium den Vorsitz und seiner Aufsicht unterstehen Talmud-Thora un) die rituellen Institutionen. 3. Bestehende Bethäuser dürfen nicht ansgelaffen werden. 4. Festreden dürfen in jeder Synagoge gehalten werden. 5. Die Wahlen erfolgen in zwei Curien. Am siebenten Festtage hielt Herr Aron Lew in, ein verhällnißmäßig noch sehr junger Theologe, ein Enkel des hiesigen Rabbiners Schmelkes, in der hiesigen Synagoge eine zündende Rede, welche allgemeine Aufmerksamkeit erregte. Budapest. Die Pesther israelitische Religionsgemeinde hielt ihre von den Mitgliedern zahlreich besuchte Generalversammlung. Vorsitzender und Präsident Sigmund Kohner warf in seiner beifällig ausgenommenen Eröffnungsrede einen Rückblick aus die bisherige Thätigkeit der Religionsgeineinde, welche in erster Reihe der Errichtung cultureller Zwecke gewidmet war. In nächster Zeit werden retigiöse Zwecke, vornehmlich die Erbauung des Leopoldstädter Tempels, im Vordergründe stehen. Die Thätigkeit der Gemeinde war vornehmlich Schul- und Wohlthätigkeitsangelegenheiten gewidmet. Im Vorjahre wurden in Verbindung mit den Knaben- und Mädchenschulen die entsprechenden Bürgerschulklassen errichtet und das neue prächtige Schulgebäude am 6. Dezember seiner Bestimmung übergeben. Die Thätigkeit im Vorjahre ist ferner charakterisirt durch die emsige Fortführung und Beendigung des Baues des Adele Brody Kinderspitals. Es sind bereits alle Vorbereitungen getroffen, um dieses der Humanität geweihte Wohlthätigkeitsinstitut schon in den nächsten Tagen (am 0. Mai) seiner erhabenen Bestimmung übergeben zu können. Die Bilanz des Vorjahres schließt mit einem Ueberschuffe von 8463 fl., welcher Betrag dem Tempelbaufond zugeführt wird. Die Ausgaben betrugen im Vorjahre 372.584 fl. 24 kr., die Einnahmen 381.047 fl. 21 kr. Die Aktiven der Gemeinde belaufen sich aus 3,050.102 fl. 32 kr. Für das laufende Jahr sind präliminirt an Ausgaben 428.380 fl. 0 kr., an Einnahmen 42-1.408 fl. i7 kr. Die Differenz soll durch Ersparniffe hereingebracht werden. Die vorgelegten Berichte wurden zur Kenntniß genommen und nach jeder Richtung hin das Absolutorium ertheilt. Mit der Wahl Berthold Beer's zum Ausschußmitgliede wurde die Generalversammlung geschloffen. Frankreich. Paris, 3. Mai. Unter den hiesigen Juden, etwa die Hälfte aller in Frankreich wohnenden, herrschte eine gewiffe Bewegung anläßlich der Wahl eines Mitgliedes des Oberconsistoriums. Diesmal trat Dr. Metzger als Candidat auf, welcher zu den sogenannten Reujuden gehört. Er will Einberufung einer Synode, um den Gregorianischen Kalender einzuführen, den Sabbat auf den Sonntag verlegen, überhaupt die jüdischen Feste mit denen der Christen zusammen fallen §it lassen. Die Anerkennung für diese cbfeit Bestrebungen ertheilte ihm die jüdische Bevölkerung von Paris in einem glänzenden Durchfall. Palästina. Jerusalem. Die Talmud-Thora-Schule und Hochschule „Jeschibath-Etz-Hachaim" der Aschkenastm hatte auch im verflossenen Jahre wieber ein Deficit von Fr. 1095, da die Einnahmen nur Fr. 43,725 betrugen. Wir machen unsere geehrten Leser besonders auf die segensreiche Wirksamkeit dieser Institutionen aufmerksam und empfehlen sie speziell dem Wohlwollen unserer wohlthätigen Glaubensgenoffen. Jaffa. Der Bericht des englischen Konsuls stellt eine erfreuliche Steigerung der Ausfuhr des heiligen Landes für das Jahr 1606 fest. 1,400,000 Mark beträgt die Steigerung und zwar besonders in Mais,

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