Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 36 (6.5.1897)
- Date
- 1897-05-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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673 Olivenöl, Wolle und Wein. Insbesondere der Ruf des Palästinaweins verbreitet sich überall hin, außer nach Europa wur^e er auch in große Quantitäten nach Egypten hingesandt. In dein Bericht heißt es wörtlich: Die Weinerzeugung in den deutschen und jüdischen Kolonien wächst ständig, und die Qualität des Weines verbessert sich von Jahr zu Jahr. Dieser Erwerbszweig verspricht sehr wichtig zu werden, umso mehr als man jetzt sowohl dem Export des Weines, als dem lokalen Konsume große Aufmerksamkeit schenkt. Der Konsul bedauert den Mangel an den nöthizen Koimnunikationsmitteln, sonst wäre die Steigerung der Geschäfte eine noch größere. Indessen scheint eine Besserung bcvorzustehen, denn es soll zwischen Jaffa und Gaza ein neuer Weg gebaut werden, und drei Brücken an verschiedenen Stellen sind begonnen. Eine Brücke über den Jordan wäre ebenfalls sehr nöthig um das transjordanische Palästina dem Handel zugänglicher zu machen. Letzte Nachrichten. Hamburg, 4. Mai. Am vergangenen tue* wurde, wie Sie wohl schon durch kurze Notizen in verschiedenen Zeitungen erfahren, unsere Gartenbau- Ausstellung eröffnet. Der Himmel hatte ein Einsehen, trotzdem es früh morgens stark regnete, war am Tage bei der Eröffnung Mittags halb i2 Nhr, bis Abends heiteres, wenn auch kühles Wetter. Nachdem die beiden Bürgermeister Hamburgs durch Anreden die Bedeutung der Ausstellung hauptsächlich in cultureller Beziehung für jede .Klasse der Gesellschaft betont, und den Dank an die Garanten, welche es möglich machten, daß das Werk ins Leben treten konnte, ausgesprochen, wurde, nachdem ein Hoch auf Hamburg, seine Behörden, und den deutschen Kaiser ausgcbracht, und nach Abfeuerung von Kanonenschüssen die Ausstellung für eröffnet erklärt. Was sich hier dem Auge des Beschauers bietet, spottet jeder Beschreibung. Die große Festhalle, auch am Tage von tausenden Glühlichtern brillant beleuchtet, wogt förmlich in einem Blumenmeer. Schreiber dieses, dem, wie Sie wissen, erst vor ea. 8 Tagen vergönnt war, dieselben Orte zu besichtigen, begreift nicht, wie in dem kurzen Zeitraum es möglich war, solches dem Auge des Beschauers zu bieten. Ich schätze die Zahl des anwesenden Publikums auf gewiß 50,000 Personen, trotzdem dieselben nur für Dauerkarten (20 M.) oder gegen einmalige Erlegung von 3 M. Eintritt erlangen konnten. — Fünf verschiedene Musik-Chöre tragen außerdem zur Zerstreuung der Anwesenden bei. — Selbstverständlich bildeten auch unsere Glaubensgenossen, des Sabbats wegen, ein starkes Contingent. — Bis gestern Abend waren schon außer den TageS-Entrees — 60,000 Dauerkarten verkauft. Dem auswärtigen Publikum möche ich aber den wohlmeinenden Rath geben, mit der Reise hierher bis zum Schluffe des Monats, etwa gegen nnus? zu warten, da dann die Vegetation auch im Freien ein vollkommeneres Bild bietet. Das kann ich schon jetzt, ohne llebertreibung behaupten, in Deutschland ist Aehnliches auf diesem Felde noch nicht gezeigt worden. Was die Spezialitäten betrifft, welche besonders für Ihr lesendes Publikum Interesse haben, so die Preise für die schönsten Hadassim rc. will ich im nächsten Bericht Ihnen zukommen lassen, es ist nicht möglich, in den ersten paar Tagen alle« sich Darbietende so ausführlich in Augenschein zu nehmen und sich darüber ein Urtheil zu bilden. A. M. Briefkasten der Redaetion. N Z. in Zachan Eiernudeln darf man nur von einem zuverlässigen, jüdischen Fabrikanten beziehen, oder von einem solchen, der unter vertrauenswürdiger Aufsicht steht. Was Tcfkllin betrifft, fo können Sie Ihre Gemeinde nicht genug ermahnen, dieselben von OU2D zu beziehen, die von bekannten, streng religiösen Rabbinen gut empfohlen sind. Kauft man Tesillin bei einem Händler, so muß man unter allen Umständen sich genau nach dem nsiD erkundigen. L. C in R-: In vielen Gemeinden ruft man am Tnpru 's und Nun u einen Knaben nicht zum ersten Male zur Thora, weil an diesen Sabbaten die nrum verlesen wird. Ebenso, wie allgemein beim pin ruw, feiert man in diesen Fällen die idsd "ü am darauffolgenden Sabbat. Als religiös großjährig ist selbstverständlich der Knabe stets vom Morgen des Geburtstags nach jüdischen Kalender an zu betrachten. H. % K in Mechernich r Auch nach nvO darf man über nLv allein N'MO.I n3"U machen, ebenso kann man die nso zu iWD an1? an Sabbaten nach neu nehmen. Man soll dessenungeachtet, selbst wenn man noch genügend n'UQ hat, Barchcs oder Eliallaue. auf p"ttf neu backen. N B in Linnichr Der Aelteste im Hause hat nicht die Pflicht am Erew Peßach ,ut fasten, auch wo kein Erstgeborener in der Familie ist. Auch wegen einer Jahrzeit fastet man am Erew Peßach nicht. "ittET beginnt man am Vorabend des 60. Tages nach ntc^n nsipn d. i. der Herbstsonnenwende. Die jüdische Berechnung der vier Sonnenwenden stimmt im Allgemeinen mit der Berechnung des bürgerlichen Kalenders überein. Das Datum der vier Tckuphot oder Sonnenwenden finden Sie in jedem nu. Neumann in Ehringshausen r Am Vorabend dcc, hdd ü pnN wurde nn ns? und n"w iidtd gesagt. Nur die Strophe nyjnn wurde bei nn HD7 nicht gesagt. In Mainz und Umgegend sagt man sogar runj DP. Der Trauernde Cd"3 Y2N) hört elf Monate nach dem Trauersall auf Kaddisch zu sagen, darf aber ein Kaddisch sagen, das er ans anderem Grunde zu sagen hat. In Ihrer Gegend ist ungefähr fünf Minuten später Nacht, als es im Frankfurter mp angegeben ist.