Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 36 (6.5.1897)
- Date
- 1897-05-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXVHI Jahrgang. Erste Mage M M 36 ürs „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem Jahresbericht der Israelitischen Kinderheilftätte in Bad Nauheim entnehmen wir: Auch in diesem Jahre war eS uns wieder moc^d) 64 Kindern die Wohlthaten einer Badekur angedeihen zu lassen. Es waren 39 Knaben und 25 Mädchen, und zwar aus Frankfurt a. M. 31, aus Straßburg H), aus Köln 10, aus Kassel 8, aus Rothenburg a. Fulda 2, aus Diez a. d. L. 2, aus Nordendstadt 1. Die Gewichtszunahme bezifferte sich auf im Durchschnitt 3—4 Pfund. Die Zahl der jedem Kinde verabreichten Bäder betrug 20. Tie Kurzeit dauerte vom 3. Mai bis 19. September. Die Heilerfolge waren auch diesmal zufriedenstellend, was ja auch aus der Gewichtszunahme zum Theil hervorgeht. Für das laufende Jahr ist es uns gelungen, in schöner Lage ein geräumiges Haus mit großem Nutz- und Spielgarten zu miethen, und dadurch wird uns ermöglicht, eine größere Anzahl von Kindern zu verpflegen. Wenn wir auch zu unserer Freude ein stetes Wachsen unserer Freunde- und Gönnerkreise conuatiren können, so dürfen wir uns nicht verschweigen, daß die Gesuche um Verpflegung ganz enorme sind und nur der beschränkte Raum und die immer noch sehr kleinen Mittel uns abhielten, einem größeren Theil der vielen hilfesuchenden Kleinen Aufnahme in unserer Anstalt zu gewähren. Mit der Errichtung des eigenen Heims, welches uns von hochherziger Seite in Aussicht gestellt ist, wird nun begonnen werden. Indem wir unseren Freunden und Gönnern für die im vorigen Jahre gewährten Mittel unseren wärmsten Dank aussprechen, richten wir an alle edlen Menschen die Bitte, uns auch weiter und in noch verstärktem Maße in der Ausübung unseres Hilfswerkes zu unterstützen. Myslowitz, 2. Mai. (Das „Schächten" und die Sonntagsruhe.) Auf Grund eines Urtheils des hiesigen Schöffengerichts ist das Schächten an Samstag und Feiertagen als ein Verstoß gegen die äußere Heilighaltung der Sonntagsruhe erachtet und wurde der von der hiesigen Synagogengemeinde angestellte Schächter dieserhalb bestraft. Auf Anordnung des Vorstandes der Synagogengemeinde darf nun der Schächter an Sonntagen seines Amtes nicht mehr walten, und da er ja auch am Sabbat nicht schlachten darf, so sind unsere Hausfrauen dadurch in arge Verlegenheit gebracht, da sie ihr Federvieh, das sie für Sonntag bezw. Montag brauchen, schon am Freitag schlachten müffen. Erwünscht wäre es, wenn der Gemeindevorstand die Anordnung treffen wollte, daß vorkommenden Falls Federvieh am Samstag Abend nach Ausgang des Sabbats geschlachtet würde. Aus Westfalen. Vom „Verein zur Wahrung der religiösen Interessen des Judenthums in der Provinz Westfalen" geht uns die Mittheilung zu, daß der Sitz des Rabbinats, für welchen, wie wir s. Zt. berichteten, Borken nur vorläufig in Aussicht genommen war, nach Marburg verlegt ist, nachdem sich diese Gemeinde offiziell dem Verein angeschloffen hat. Herr Rabbiner Dr. Lange hat sein Amt bereits angetreten, und von Marburg meldet man uns, daß derselbe am vergangenen ^nx 'b nnt? seine Antrittsrede hielt. Wir vermögen nicht zu schildern, heißt es in diesem Bericht, welchen Eindruck diese Rede ans alle Gemüther übte, ging ihm nun auch schon der Ruf als bedeutender Redner voran, so übertraf doch der geistreiche Inhalt und die Ausdrucksweise alle Erwartung. Sein bescheidenes Wesen und seine Selbstverleugnung, die der ganzen Gemeinde hierbei nicht verborgen blieb, gewann ihm alle Herzen und priesen sich alle glücklich, daß es unserer Zeit Vorbehalten geblieben, den ehemaligen Rabbinersitz in Marburg eben durch Herrn Dr. Lange wieder aufgebaut zu sehen. Wir fühlen uns deßhalb auch berechtigt unserer Freude durch die Worte Ausdruck zu verleihen: "X22 nnx 7,12. Wir werden vom Vorstand des Vereins ersucht, ferner bekannt zu machen, daß am Donnerstag, den 27. M ai, in Dortmun d (Vogel'S Restaura nt) die offizielle Amts-Einführung Sr. Ehrwürden des Rabbiners stattfinden wird. An diese 10 Uhr Vormittags beginnende Feier, zu welcher der Vorstand alle Freunde und Gönner unserer heiligen Sache hiermit einladet, soll sich zunächst die General-Versammlung anschließen, nach Schluß derselben wird in Vogel's Restaurant wie im vorigen Jahre ein Festessen stattfinden. Wir hoffen, daß sich für dasselbe auch dieses Mal eine recht stattliche Anzahl von Theilnehmern finden wird und bitten alle diejenigen Herren und Damen, welche sich daran betheiligen wollen, bis zum 15. Mai den Vorsitzenden Herrn A. Lewertoff i. Firma Gebr. Lewertoff, Höxter a. W. davon Kenntniß zu geben. Bayreuth. Also auch Richard Wagner war kein Freund der antisemitischen Bewegung. Der „Ring der Nibelungen" wurde 1881 in Berlin zum ersten Male am Viktoria-Theater unter Angelo Neumann's Leitung aufgeführt. Während der Vorarbeiten kamen an Reumann Briefe des Inhalts, daß