Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 36 (6.5.1897)
- Date
- 1897-05-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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~w 667 wird, Bewunderung erregen, sie ist ein neuerlicher Beweis von der echt väterlichen Fürsorge, welche dieser Wohlthäter den Armen widmet. — Wie alljährlich wurden auch im heurigen Jahre etwa 600 jüdische Soldaten während der Festtage rituell bespeist, ferner fand für dieselben am 18. d. M. im Tempel ein feierlicher Gottesdienst verbunden mit Festprcdigt statt, den: auch 2 Oberoffieiere beiwohnten._ Vereinsnachrichten. Mainz. Dem Rechenschafts-Bericht des Israelitischen Hilfs-Vereins in Mainz über seine Wirksamkeit im Jahre 1806 entnehmen wir: Die Mitgliederzahl betrug am Schluffe des Jahres 1805 500, neu eingetreten sind 16, weggezogeu und verstorben 7, so daß sie sich am Schluffe des Geschäftsjahres aus 500 stellt. An Mitgliederbeiträgen sind Mk. 5l84 eingcgangen, da aber für Vereinszwecke Mk. 6880.57 ausgegeben wurden, waren wir gezwungen, aus dem Zinscrträgniß und den uns gespendeten Geschenken den Fehlbetrag mit Mk. 1705.57 heranzuziehen. Unsere Bemühungen sind stets dahin gerichtet, den Nothleidenden nach besten Kräften, soweit es unsere Mittel erlauben, Unterstützung zu Theil werden zit lassen, wenn es auch zu tmsereni Leidwesen nicht möglich gewesen ist, alle an uns gestellten Ansprüche zu befriedigen, oder Gesuchen jeder Art Gehör zu geben. Der Vorstand hat sich auch redlich Mühe gegeben, den Hilfsbedürftigen rathend zur Seite zu stehen und hat auch, wo dies am Platze war, durch Gewährung kleiner Darlehen unverdient inBedrängniß gerathenen Gewerbetreibenden beigestanden. Auch Beisteuer zur Wohnungsmiethe haben wir vereinzelt geleistet. Um den an uns herantretenden Ansprüchen Hilfsbedürftiger in ausreichender Weise Genüge leisten zu können, nehmen wir hiermit die Gelegenheit wahr, unsere hiesigen Glaubensgenossen, welche dem Vereine noch nicht angehören, aufzufordern, demselben beizutreten und uns Beiträge und Geschenke zuzuwenden, ebenso wie wir unsere verehrlichen Mitglieder bitten, unsere Bestrebungen auch fernerhin durch gütige Zuwendungen zu unterstützen. Der seither segensreich wirkende „Kranken-Unterstützungs-Verein für Ortsfremde" dahier hat sich im vergangenen Jahre aufgelöst und uns einen Betrag von Mk. 4400 zugewiesen. Durch notariellen Akt haben wir dem Vorstande dieses Vereins bezw. den noch verbliebenen Mitgliedern gegenüber Verpflichtungen übernommen, welche aus den Zinsen des obigen Kapitals gedeckt werden können. Den Vorstand bilden: Bernard Albert Mayer, Eduard Simon, Joseph Heiden-Heim er, Dr. Benedict H e s d ö r f f e r, Bernhard Hochheimer, Abraham Joseph Koch, Dr. Mar Löb, Lazarus Weinschenk, Emil Weiß. Main;. Aus dem zweiten Jahresbericht des hiesigen Vereins zur Beschränkung des Wanderbettels heben wir Folgendes hervor: Das zweite Jahr unserer Thätigkeit liegt hinter uns und wir können heute vor unsere Mitglieder hintreten und — ohne unbescheiden zu sein — sagen, daß unser Bestreben den Wanderbettel zu beschränken, nicht erfolglos geblieben ist. — Durch schärfere Prüfung der Zeugnisse und Papiere, durch energisches Ausscheiden der Unwürdigen von den Würdigen und Bedürftigen, hat es sich unter den sog. Gewohnheitsbettlern herumgcsprochen, daß die Controlle in Mainz eine scharfe sei und es ist irns gelungen, hauptsächlich junge arbeitsfähige aber arbeitsscheue Elemente von unserer Casse ferzuhalten. Selbstverständlich haben wir unsere Pflicht, würdige Durchreisende, alte und schwache Bettler durch Geldgeschenke und Verabreichung von Fahrkarten zu unterstützen, soweit in unseren Kräften stand erfüllt und auch am hiesigen Platze, da wo andere Vereine durch ihre Statuten verhindert waren helfend einzugreifen (beispielsweise bei Gelegenheit von Uebersiedlungen nicht unterstützungsbcrcchtigter wegziehender hiesiger Bewohner) hie und da kleine Beiträge gespendet. Im vorjährigen Berichte haben wir bereits hervorgehoben, daß wir es als eine dankbare Aufgabe betrachten, Bedürftigen aus der Umgebung von Mainz, die sich an uns gewendet haben, den saueren Gang nach Almosen zu ersparen. Es wird sich heute wohl Niemand der Einsicht verschließen, daß die Erwerbsverhältnisse der Juden auf dem Lande, sich in letzter Zeit ganz bedeutend verschlimmert haben und Viele derselben, welche sich seither anständig durchgeholfeit, durch die Macht der Verhältnisse gezwungen sind, die Unterstützung ihrer Glaubensgenossen in Anspruch zu nehmen. Nachdem wir ausreichende Erkundigungen über die Petenten eingeholt hatten, sandten wir in periodischen Zwischenräumen, Spenden nach deren Heimathsorte, allerdings unter der Bedingung und Voraussetzung, daß das Sammeln von Haus zu Haus unter allen Umständen hier zu unterlassen sei. Derartige Unterstützungen nach auswärts wurden im Gesammtbetrage von M. 720 verausgabt. Die Zahl der Mitglieder beträgt 172. Eingenommen wurden M. 4 252, verausgabt M. 5 52«>, pro Kopf durchschnittlich M. 2.51. Abgewiesen wegen falscher Pässe, ungenügender Papiere u. s.^w. wurden 28 Personen.