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Der Israelit · 1897-05-06 · Heft 36 (6.5.1897) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 36 (6.5.1897)
Date
1897-05-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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666 3. am 16. Februar ds. I. mit einem K. 31t Furtwangen einen dem vorigen ganz ähnlichen Roßtausch abschlofsen, bei einem Preisunterschied von 800 M. (260 u. 550 M.) zu ihren Gunsten; 4. Jakob Wertheimer mit einem gewiffen B. in Furtwangen einen für diesen ähnlich unvortheilhasten Kuhhandel abschloß; 5. Jakob Wertbeimer dem B. eine Kuh, welche vorgeblich 8—12 Maaß Milch geben sollte, während sie in Wirklichkeit nur etwa 6 Maaß lieferte, gegen ein von B. zu zahlendes Aufgeld von 110 M. vertauschte; 6. Jakob Wertheimer im Februar den B. durch Klagandrohung zwang, den so unvortheilhasten Vertrag über den Kuhlausch zu Hallen; 7. Max Wertheimer einen gewissen P. von Ringsheim, dem er ebenfalls mit einer Klage drohte, damit nörhigte, einen Kuhkauf weit über den Werth des ThiereS abzuschließen; 8. daß Max Wertheimer einen RingSbeimer Wirth beim Viehhandel ebenfalls betrog und 9. Beide so IheilS gemeinsam, theils einzeln sich ganz unverhältnißmäßig hohen Vermögensvortheil' zusichern ließen. Der Prozeß ging heute zu Ende. Nachdenr schon in der Dienstag Vormittagssttzung die Zeugenaussagen für die Angeklagten sich sehr günstig gestellt hatten, konnten die Vertheidiger derselben in den Nachmittags von 4 Uhr ab stattsindenden Plaidoyers den Antrag auf Freisprechung stellen. Das vom Gerichtshöfe Abends halb 8 Uhr verkündete Uriheil lautete denn auch auf vollständige Freisprechung der Angeklagten unter Auflage der Kosten auf die Staatskafle. Wir haben von diesem Bericht aus dem Grunde Notiz genommen, damit unsere geehrten Leser, die den Bericht in antisemitischen Blättern ohne Angabe des Urtheils finden sollten, im Stande seien, die Wahrheit zu eruiren. Red. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 3. Mai. (Vom Verwaltungs- Gerichtshöfe. Die AutonomiedcrWicner israelitischen Cu ltusgemeinde.j Wegen zu hoher Besteuerung seitens der Wiener israelitischen Cultusgemeinde reeurrirte der Fabriksbesitzer Ignaz Fluß gegen die Vorschreibnng an den Magistrat der Stadt Wien und betonte darin, daß er hier gar nicht cultussteuerpflichtig sei, da er in Freibcrg, wo seine Fabrik ist, schon Cultussteuer bezahle. Der Magistrat erkannte im Sinne dieser Anschauung, die Statthalterei als Ober-Instanz stellte sich dagegen auf den Standpunkt der Cultusgemeinde. Das Cultusministerium cassirte sowohl die magistratische Entscheidung als auch die der Statthalterei, da cs der Ansicht war, daß. diese Behörden nicht entscheidungsberechtigt seien. Dagegen erhob Ignaz Fluß die Beschwerde an den Verwaltungs-Gerichtshof, über welche heute verhandelt wurde. Für das Ministerium intervenirte Ministerial-Secretär Dr. Hernritt, für die israelitische Cultusgemeinde Dr. Adolph Stein. Der Verwaltungs-Gerichtshof wies die Beschwerde ab, da die Cultusgemeinde in Finanz- Angelegenheiten vollständig autonom sei und dem Beschwerdeführer nur der Recurs an den Cultusausschuß offen gestanden wäre. Die Staatsbehörde könne erst dann einschreiten, wenn die Cultusgemeinde wegen Mangels von Leistungswilligkeit ein Erecutionsgesuch an sie richte. Wien. (D i e He tz e gegen jüdische Aerztc.) Das Angriffsgebiet des „praktischen" Antisemitismus, wie man euphemistisch den Ausfluß des brutalsten Brodneides zu nennen beliebt, erweitert sich mit jedenl Tage. Am vorigen Samstag hat eine allgemeine Aerzteversammlung stattgefunden, in welcher ein von 325 christlichen — lies antisemitischen — Aerzten gestellter Antrag zur Diskussion gestellt wurde, die Disciplinargewalt der Aerztekammer zu erhöhen imd dieselbe mit dem Rechte der Suspendirung auszitstatlen. Es gelang, den hinterhältigen Angriff der diplomirten Antisemiten abzuschlagen, und in ihrer Wuth über die unvorhergesehene Niederlage verrathen die antisemitischen Blätter nachträglich den wahren Zweck jenes, mit den bekannten Phrasen von Standesehre drapirtcn Antrages. Die Hetze gegen die jüdischen Aerzte entspringt denselben gemeinen Beweggründen wie die Parole: „Kauft nicht bei Juden!" Freilich, freilich, die christlichen Aerzte hätten so wenig Veranlassung, für den Antisemitismus zu schwärmen wie die jüdischen, denn wir erinnern uns sehr wohl jener denkwürdigen Landtagssitzung, in welcher Ehren-Schneider die ganze medicinische Wissenschaft verhöhnte und Herr Gregorig erklärte, ein altes Kräutlerweib sei ihm lieber als jeder Doctor. Lemberg. All die Humanitätsacte, welche der hiesige Cnltus- und Gemeinderath Herr Dr. Wilhelm Holzer bisher in so reichlicher Weise geübt, erscheinen geringfügig gegen ein Wohlthätigkeitswerk neuesten Datums, das dieser selbstlose Menschenfreund, einer edlen Herzensregung folgend, während des heurigen Passahfestes zur Ausführung bringt. — Da nämlich der hiesige „Verein zur Bespeisung Armer am Sabbat" nicht über die nothwendigen Mittel verfügt, um seinen Schützlingen diese Wohlthat auch während der 8 Festtage zu gewähren, so unterzog sich Herr Dr. Holzer der Aufgabe, diese Feiertagsbespeisung auf eigene Kosten durchzuführen und auf solch' edle Weise denk schönen Satze aus der Hagada Geltung zu verschaffen: „Wer hungrig ist, komme und effe mit uns, wer bedürftig ist, komme und feiere das Ueberschreitungsfeft mit uns." Diese Nachricht wird gewiß überall, wo sie vernommen

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