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Der Israelit · 1897-05-03 · Heft 35 (3.5.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 35 (3.5.1897)
Date
1897-05-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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651 An den hohen Feier- und Festtagen wird dieser Umstand besonders fühlbar und da sucht man sich durch Errichtung von Privatbethäusern aus der Noth zu helfen. Ueber Antrag des Präses unseres CultuS- VorstavdeS, Herrn Josef Engel, hat nun letzterer beschlossen, ein neues Gotteshaus zu bauen und dürfte mit dem Bau desselben auch baldigst begonnen werden. Hoffentlich wird sich unser Vorstand dabei vor Augen halten, daß Neutra stets der Sitz von Gaonim war, daß hier stets eine Jeschibah bestand und daß unsere Gemeinde daher noch heute zum größten Theil aus Orthodoxen besteht, die nur in einer Synagoge, aber nicht in einem modernen Tempel ihre Andacht verrichten wollen. Auch würde es auf die benachbarten Gemeinden schlecht einwirken, wenn eine Gemeinde, wie die von Neutra, die doch bisher als eine durchaus fromme bekannt war, ein Gotteshaus erbauen sollte, von dem sich die Orthodoxen und "i '*«' ferne Hallen werden. Rußland. Odessa, 20. April. Von einer russisch-jüdischen Kolonie in Kleinasien berichtet die „Odesi. Ztg.": Unweit Smyrna in Klein-Asien wird eine neue russisch-jüdische Landwirthschafts - Kolonie für 105 Familien gegründet. Die Kosten der Einrichtung will Frau Baronin Klara Hirsch tragen und wird die neue Kolonie auch nach deren Namen benannt werden. Das Haupt-Eontingent dieser Ansiedler besteht aus den in den letzten Jahren ausgewiesenen Ausländern, welche bei der türkischen Regierung um die Ansiedlung in Palästina petitionirt hatten. Diese Petition wurde aber s. Z. abgelehnt und denselben in Klein-Asien auf dem der Regierung gehörigen Lande Grundstücke angewiesen. Bulgarien. Sophia. Die Schritte, welche die Repräsentanz der Juden in Bulgarien zur Verhinderung der antisemitischen Blutverleumdungen gethan, haben wohl überall freundliche Aufnahme, leider aber keinen sichtlich praktischen Erfolg gefunden. Anfangs dieses Jahres sprach die Deputation beim bulgarischen Exarchen Josef vor, welcher dieselbe sehr freundlich empfing und sie anhörte, aber nach Durchsicht der Bitte ihr bedeutete, daß diese Angelegenheit vor die „heilige Synode" in Sofia gehöre, und rieth, dieser ihr Ansuchen vorzutragen. Der Vorschlag des Oberhauptes der bulgarischen Kirche wurde acceptirt; die Repräsentanten verstärkten sich durch einige hiesige Gemeindemitglieder und erhielten auch den gewünschten Vorlaß. Die heilige Synode bedauerte durch den Mund ihres Sprechers diese lügenhaften Ausstreuungen, wies darauf hin, daß es den Porawoslawny vor Jahrhunderten so erging, daß auch diese von der Blutlüge und ähnlichen Denunziationen zu leiden hatten und erklärte, sie werde in einer Kurrende an die ihr unterstehende Geistlichkeit diese Verleumdung brandmarken und es nicht zugeben, daß der Friede seitens ihrer religiösen Vertreter gefährdet werden solle. Ermuthigt durch diesen Trost, begaben sich die Herren der Deputation in die diversen Ministerien. Der Ministerpräsident Stoilow entschuldige sich, die Deputation nicht schon früher wegen Geschäftsüberhäufung empfangen zu haben; er meinte, daß die Bulgaren an derlei Märchen nicht glauben, und daß die Juden ganz ruhig und vertrauensvoll in die Zukunft blicken dürfen; darauf entließ er sie in wohlwollendster Weise. England. London. Der Board of Deputier hat in seiner letzten Versammlung Sonntag den 11. April über zwei auch für weitere Kreise intereffante Gegenstände verhandelt. Zunächst wurde angeregt in einer Ausweisungssache in Memel zu interveniren, wo ein g borener Ruffe, jetzt aber naturalisirter Engländer, natürlich ein Glaubensgenosse, Befehl erhalten hat, in wenigen Tagen abzureisen. Alle Mühe die Polizeibehörde umzustimmen, erwies sich umsonst und nur eine Verlängerung der Frist auf drei Monate wurde erreicht. Sir Samuel Montague, der Verbindungen dort hat, wurde gebeten die Sache in die Hand zu nehmen. Ferner theilte der Vorsitzende mit, daß in Dublin zwei jüdische Kinder von einem Katholiken, der ihr Vormund ist, in ein Kloster gebracht wurden. Die Angelegenheit wurde der juristischen und parlamentarischen Kommission überwiesen. London. Das Comitö für die Schechita hielt am 9. April eine Vollversammlung ab, um eine Deputation der Humanitären Liga zu empfangen. Dieselbe kam, um dem Comitö die Bitte vorzutragen, die Apparate zum Niederwerfen der Thiere vor dein Schächten einer Prüfung zu unterziehen. Mr. Bell, der erste Sprecher der Deputation, empfahl einen Apparat von Henry Harris, aber Sir Samuel Montagu, der Vorsitzende de» Comites war in der Lage sofort zu erwiedern und zu konstatiren, daß diese neue Erfindung bereits geprüft wurde, sich aber als ganz minderwerthig erwies. Oberrabbiner Adler hob hervor, daß die jüdische Schlachtmelhode unzweifelhaft nach dem Gutachten der Autoritäten die humanste sei, daß man aber auch bemüht sei, das Niederwerfen so schmerzlos als möglich zu machen. Soweit das Gesetz es gestattet, machen die jüdischen Schlachtorgane von jeder neuen Erfindung, die sich als eine Verbesserung erweist, Gebrauch. Amerika. New-Uork Zu den schönsten Blüthen amerikanischer Excentricitäten gehört es jedenfalls, wenn

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