Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 35 (3.5.1897)
- Date
- 1897-05-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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64S *ammn deslade errichte, die Meine heilige Lehre aufbewahren soll, so werde Ich dieses Volk selbst zu einer Art Bundeslade machen — ein Schiff, geworfen, inmitten der Stürme der Völker; Ich werde Mich des dauerhaftesten Holzes bedienen, und all'e Fugen fest verbinden. Die Stürme und die Unwetter werden eS umher werfen können, werden es in den elendsten Zustand zu bringen vermögen; aber sie werden es niemals vernichten; es wird dauern, um die ihm anvertrauten Schätze ihrer Bestimmung entgegen zu tragen. Alle, dem Vergnügen oder den Zerstreuungen gewidmeten Zusammenkünfte, die mit der Reinheit der Sitten unvereinbar oder für die Unschuld des Herzens gefahrbringend sind, verbietet das Judenthum aufs Strengste. Denn der Leichtsinn, deffen Beispiel außerhalb des Hauses gezeigt wird, er wird nur zu leicht auch in das Haus übertragen. „Heil dem Manne, der nie saß, wo Spötter sitzen" (Psalm 1). Keine Religion des Alterthums oder der Reuzeit hat so strenge Vorschriften über die Keuschheit, wie das israel. Religionsgesetz. „Möge der Bann denjenigen treffen, der einen unreinen Gedanken nährt" (Nidda 13 b). „Derjenige, welcher sich zu schamlosen Gedanken reizt, wird niemals Gott nahen dürfen (daselbst). Man soll eher sterben, ehe man gewisse Gesetze der Keuschheit verletzt (Ketubot 19 a, Sanhedrin 75 a). Die Verletzung der Heiligkeit der (Bitten, welche die civilisirten Staaten in ihrem Schooße als ein trauriges, unvermeidliches und nothwendiges Uebereinkommen mit der Sünde dulden, würde in einem israel. Staate nicht Statt haben können (5. B. M. Cap. 23, V. 18). Den weisen König warnte seine Mutter: Verschwende nicht an die Weiber Deine Kraft und gehe die Wege nicht, darin sich die Könige verderben. (Mischte 31. 3.) Möge ein Jeder von uns so leben, daß sich alle Menschen an der Reinheit und Heiligkeit unseres Familienlebens ein Beispiel nehmen können. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzcn. Deutschland. Mainz, 27. April. Wie wir vor einiger Zeit in verschiedenen Artikeln ausführten, ist es eine in sehr vielen Gemeinden verbreitete Unsitte, am tri;ntp wro den Gottesdienst vor völligem Eintritt der Dunkelheit zu beginnen. Zum Theil findet diese Unsitte stets neue Nahrung in dem bedauerlichen Umstande, daß eine genaue, nach wissenschaftlichen Grundsätzen erfolgte Berechnung des v'22-n nur pr nicht existirt und die Berechnungen im rrh, die übrigens auf unbedingte Zuverlässigkeit nicht Anspruch machen können, nur für eine Stadt gelten, während bekanntlich der astronomische Zeitpunkt des Eintritts der Nacht sich nach dem Breitengrade richtet, in welchem unser Wohnort liegt. Er wird daher weitere Kreise interessiren, daß ein junger, auf dem Boden des gesetzestreuen Judenthums stehender Astronom, der sich bereits in Gelehrten-Kreisen einen Namen erworben, mit der Absicht umgeht, eine wissenschaftlich exacte Berechnung von o^sn nxx und inni -ra» für alle Breitengrade, in welchen unsere Glaubensgenossen wohnen, herauszugeben. Diejenigen aus unserem Leser-Kreise, besonders die Herren Rabbiner und Lehrer, die sich für diese Angelegenheit interessiren und in Bezug auf diese Veröffentlichung Wünsche zu äußern oder Rathschläge zu ertheilen in der Lage sind, werden ersucht sich an die Buchhandlung I. Singer in Straßburg i. E. zu wenden. Kempen (Posen), 21. April. Die hierorts bestehende hebräische Schule hielt am 19. d. M. B'tr oTim % ihre öffentliche Jahresprüfung p. a. 1896/97 ab. Genannte Anstalt besteht aus 7 Knaben- und 8 Mädchenklaffen, deren Schüler bezw. Schülerinnen sich auf die verschiedenen hiesigen öffentlichen Schulen, wie Progymnasium, höhere Töchterschule und Simultanschule vertheilen. Die Schule hat den Zweck, den Mitgliedern der hiesigen jüdischen Gemeinde Gelegenheit zu verschaffen, ihren Kindern Unterricht im Hebräischen und in der Religion angedeihen zu lassen; und zwar den Knaben in dem Maße, als erforderlich ist, um ein selbstständiges Verständniß der hebr. Liturgie, der heiligen Schrift und der leichteren Parthien der talmudischen und rabbinischen Literatur zu erlangen, und den Mädchen in dem Maße, als wünschenswerth, um ein Verständniß der hebr. Liturgie, der Bedeutung der jüdischen Fest- und Fasttage zu gewinnen, sowie sie einzuweihen in den Geist der jüdischen Gesetzeslehre und sie bekannt zu machen mit den im Hause üblichen Ritualgesetzen. Da die Kinder während des Schuljahres abgehalten sind, dem öffentlichen Gottesdienste in der Synagoge beizuwohnen, so wurde im Laufe des letzten Winter-Halbjahres ein Jugendgottetdienst eingeführt, der allwöchentlich Samstag Nachmittag im Schulgebäude stattfindet und mit einer Ansprache des Dirigenten der Schule an die Kinder verbunden ist. Die Schule erfreute sich im letzten Schuljahre des Besuches von ca. 105 Knaben und 48 Mädchen. nwo: wbv n::is :yby n vsr .*W3i {&x i:*"t Stratzburg, 29. April. (Das Jubiläum der Universität.) Das Jubelfest der Kaiser- Wilhelms-Universität Straßburg begann Freitag, den 30. April, Abends, mit einem Fackelzug und schließt am Montag mit einem Ausfluge nach „Drei Aehren". Die Allgemeine Zeitung bringt einen Aussatz über die Wirksamkeit der Universität Straßburg im abgelausenen Vierteljabrhundert. Der Verfasser Herr