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Der Israelit · 1897-04-15 · Heft 30-31 (15.4.1897) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 30-31 (15.4.1897)
Date
1897-04-15
Page
– (sequence 18)
Language
German
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576 ZertrmgSrrichrichte« und Carrespondenze«. Deutschland. Berlin. Der EmladungLfchrist der Religionsschule der Israelitischen Synagogen-Gemeinde (Aoaß- Jisroel) zu Berlin, zu dec am 10. und 11 April stattgehabten öffentlichen Prüfung vom Direktor Rabbiner Dr. I. Hildesheimer, entnehmen wir: In dem abgelaufenen Schuljahre wurde die Schule von 447 Kindern (306 Knaben und 141 Mädchen) besucht. Von ihnen besuchten 145 Gymnasien, resp. Realgymnasien; 135 höhere Knaben- resp. Mädchenschulen und 167 Gemeindeschulen. Im Allgemeinen ist der Lehrplan derselbe geblieben, wie in ftüheren Jahren; mr im Pentateuch-Unterricht ist eine nennenswerthe Verschiebung eingetreten. In der untersten Pentateuchklaffe wird nämlich von jetzt an mit Cap. 11 des 1. Buches begonnen, und die ersten Capitel werden erst in der 4. Knabenklaffe durchgenommen. Wir erreichen hierdurch ein schnelleres Erfassen der durchgenommenen Verse bei den Kindern, da gerade die AnfangSkapitel von Bereschith der vielen, seltener sich wiederholenden Vokabeln wegen den Knaeben schwerer rlernbar sind. Die im Dezember v. IS. vor Schulvorstand und Lehrerkollegium vorgenommene, drei Tage währende, eingehende Prüfung sämmtlicher Klaffen in allen Lehrgegenständen zeigte, daß die Kenntnisse der Schüler und Schülerinnen vollauf befriedigende waren. Im vergangenen Jahre waren wir wieder in der Lage, eine Selekta für Mädchen einrichten zu können. Lehrgegenstände derselben waren: Pentateuchübersetzen, Religionslehre u. Geschichte; daneben wurden die früheren Pensen wiederholt. Der fakultative Mischnah- und Talmudunterricht, an welchem Knaben der 6. bis 2. Knabenklaffe theilnehmen dürfen, wurde von den Herren Dr. E. Biberfeld und Dr. L. Emmrich ertheilt. Mehr als 80 Schüler nahmen an diesen drei Cursen theil. Außerdem haben die Herren Dr. I. Wohlgemuth einen Fortbildungsunterricht im Talmud und Neumark und Baron je einen solchen für Pentateuch mit der Erklärung Raschi'S eingerichtet. Der Jugendgottesdienst wurde wie feit Jahren, an Sabbaten und Festtagen in der Gemeindesynagoge, die uns von dem Vorstande bereitwilligst zur Verfügung gestellt worden war, am Rofch haschanah und Jom kippurim in, zu diesem Zwecke eingerichteten, Lokalitäten und an den Schultagen, jeweils nach Schluß des Unterrichts, in den Schulräumen abgehalten. Während an dem Sabbatgottesdienst fast nur Zöglinge unserer Anstalt theilnahmen, war der an den Jomim hannauroim abgehaltene auch von solchen Knaben und Mädchen, die unserer Schule nicht angehören, (im ganzen von ca. 459), besucht. Diesen Anforderungen die in so großem Maaße an uns herantraten, gerecht zu werden, war uns nur dadurch möglich, daß, wie alljährlich, so auch dieses Mal die altbewährten Gönner durch reiche Spenden uns hierbei unterstützten. Es ist uns gelungen, mehrere Schüler soweit vorzubilden, daß sie an den Jomim hannauroim Vorbeterdienste leisten konnten. Diese Institution hat sich so gut bewährt, daß sie auch in Zukunft von uns im Auge behalten werden wird. Am 15. und 16. März d. Js. wurde anläßlich des Purimfestes von — im ganzen 147 — Schülern und Schülerinnen im Saale des Handwerkervereines eine Schüleraufführung zu Gunsten des Vereines Chinuch Neorim veranstaltet. Der „Verband ehemaliger Schüler und Schülerinnen" unserer Anstalt hat auch in diesem Jahre für eine Reihe von Kindern das Schulgeld entrichtet, sowie 13 Kinder auf seine Kosten in Ferien-Kolonien untergebracht; ihm gilt unser innigster Dank. Der Verein „Chinuch Neorim", der sich zur Aufgabe gestellt hat, bedürftigen Kindern durch Zahlung des Schulgeldes re. den Besuch unserer Schule zu ermöglichen, hat sich im vergangenen Jahre neu constituirt und eine Revision seiner Statuten vorgenommen. Die Eltern unserer Schüler seien bei dieser Gelegenheit auf diesen, überaus segensreich wirkenden, leider aber immer noch zu wenig gekannten Verein hingewiesen. Die Mitgliedschaft kann schon durch einen Jahresbeitrag von 6 Mark erworben werden, (für 20 Mark erhält ein Mitglied schon das Recht, ein Kind in der Schule unterrichten zu lassen). Aber auch sonst bietet sich oft gerade für die Eltern unserer Zöglinge Gelegenheit, dieses Vereines zu gedenken; ganz besonders dürfte die Barmizwah-Feier Veranlassung geben, durch Spenden seinen Fonds und damit seinen Wirkungskreis zu erweitern. Es bedarf sicherlich nnr dieser Anregung, um dem Chinuch Neorim-Verein eine recht große Schar neuer Gönner zu gewinnen. Frankfurt a. M. Der Einladungsschrift zu der öffentlichen Prüfung der Israelitischen Religionsschule zu Frankfurt a. M., welcher eine Abhandlung „die Frankfurter Rabbinerversammlung vom Jahre 1603," vom Rabbiner Dr. M. Horovitz vorangeht, entnehmen wir: Im abgelaufenen Jahre hat sich die Wirksamkeit unserer Anstalt abermals erweitert, indem wir den Religionsunterricht in dem neuen städtischen Goethegymnasinm gleichfalls übernommen haben. Die Zahl unserer Zöglinge betrug 460. Wir danken von Herzen für die freundlichen Gaben an Büchern sowohl, als in Baar und in Kultusgegenständen, welche uns abermals in reichem Maße zu Theil geworden sind. Von den Geschenken

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