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Der Israelit · 1897-04-15 · Heft 30-31 (15.4.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 30-31 (15.4.1897)
Date
1897-04-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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563 das hieraus hervorgehen sollte in höchstem Maße erwünscht wäre. Ueberall unterhielt man sich vorzüglich. Aber nirgends war die Stimmung eine so fröhliche, die Freude eine so lebhafte als auf dem Kränzchen, das vom israelitischen Turnverein veranstaltet wurde. Die gelungenen komischen Vorträge fanden großen Applaus. Auch ein Lustspiel wurde aufgeführt, das sowohl wegen seines Inhaltes als auch wegen der sehr guten Darstellung mit großem Beifall ausgenommen wurde. Herr M. Abramowitz, der durch seine gesunde Komik der Held des Abends wurde, hat sich ein großes Verdienst um das schöne Gelingen des Festes erworben. Ihm secundirte in vorzüglicher Weise Fräulein M. Darr durch ihr gute» Spie!. Hierauf trat der Vortrag in seine Rechte, und Fräulein Clara Grünberg erntete den größten Beifall. Zum Schluffe zeigte sich eine Gruppe Turner in einigen Kunstübungen, die auch sehr gefielen. Bislang haben sich die Juden des Orients, als sie sich in schwerer Lage befanden, stets sofort an ihre Brüder im Auslande um Unterstützung gewendet, ohne zu versuchen, sich zuerst selbst zu helfen. Das ist jetzt anders geworden. Es ist eben bereits ein ganz neues Geschlecht herangewachsen, mit mehr Kenntniffen, mit größerer Selbstthätigkeit und auch mit mehr Ehrgefühl. Der Verein Zeror-Hachaim, der in Haskiey der eingeborenen jüdischen Bevölkernng große Dienste leistet, hat den meist blutarmen umherziehenden Händlern und Nahrungsmittelverkäufern, die ihr Gerüst bald in dieser, bald in jener Straße unter freiem Himmel aufschlagen, in ihrem ganzen Vermögen höchstens 50 bis 150 Piaster besitzen, eine große Wohlthat erwiesen. Der genannte Verein hat nämlich kürzlich den Entschluß gefaßt, kleine Beträge ohne Zinsen an arme Leute zu verleihen. Auf diese Weise sind durch 5000 Piaster (500 Gulden), die verständnißvoll vertheilt wurden, fünfzig Familienväter in den Stand gesetzt worden, ihren Unterhalt zu verdienen. Die Entleiher sind angehalten, ihre Schuld vermittelst wöchentlicher Rückzahlung von 5 Piaster zu begleichen. Mit demselben Gelbe wird anderen Nothleidenden derselbe Dienst erwiesen werden. An dieser Stelle wurde vor kurzer Zeit die Mittheilung gebracht, daß die türkische Regierung die Ansiedlung von Juden in Palästina nicht gestattet, eine Maßnahme, die als Ausfluß der Haltung gegenüber dem sich mehr und mehr ausbreitenden Zionismus betrachtet wurde. Jene Nachricht war leider vollkommen richtig; denn sie wird durch einen neuerlichen Beschluß der hohen Pforte gänzlich bestätigt. Zweihundectfünfzig israelitische Familrerr, die vom Auslände nach der Türkei einwanderten, haben bei der kaiserlichen Regierung um die Erlaubniß angesucht, sich in den Vilayets von Beyruth und von Syrien niederlassen zu dürfen. Diese Bitte wurde verworfen, da ein Beschluß der hohen Obrigkeit endgiltig die Ansiedlung fremder Juden in Palästina verbietet. Aber es wurde ihnen gleichzeitig geantwortet, daß, wenn sie sich dazu verstehen, sich der ottomanischen StaatSzugehörigkeit zu unterwerfen, sie sich in den Provinzen von Konio und Adama niederlaffen könnten. Palästina. Jerusalem. Nach dem Rechenschaftsbericht des nsnn nn* vom Jahre 5656/57 betrugen die Einnahmen 711,025 Piaster, die Ausgaben 808,285 Piaster, somit ist ein Deficit von 97,261 Piaster vorhanden. Daß diese wohlthätige Institution, welche für die allgemeinen Bedürfnisse der jüd. Bewohner der heiligen Städte Fürsorge trägt und in Folge dieses eine umfangreiche fegensvolle Wirksamkeit bethätigt, das besondere Wohlwollen unserer wohlthätigen Brüder und Schwestern im hohen Grade verdient, haben wir nicht nöthig des Näheren auseinanderzusetzen. Der Bericht widmet dem b'i pinn ppv n oann ai dem Rechner dieser Vereinigung einen warmen Nachruf. Der Verstorbene verwaltete dieses verantwortungsvolle Amt 30 Jahre mit großer Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit. Er war außerdem Mitbegründer mehrerer Ballgesellschaften und anderer Wohlthätigkeilsanstalten. Seine vielseitige Thätigkeit, die er im Interesse der jüdischen Bewohner der heiligen Stadt entfaltete, erwarb ihm die all fettige Liebe und Hochachtung seiner Glaubensgenossen. nnjwn Egypten. (B.) Alexandrien, 2. April. Da sich der Sultan, der Souverain Egypten», in Folge der Wirren auf Kreta und des Conflicts mit Griechenland in einer precären finanziellen Lage befindet, so wurde auch an den Ufern des Nils eine allgemeine Subscription eröffnet, um so dem türkischen Staatsschätze mit einer beträchtlichen Summe beispringen zu können. An dieser Subscription haben sich auch die Israeliten Egyptens mit einer beträchtlichen Summe betheiligt. Der Kaiser (Negus) von Abessynien läßt jetzt in Paris Münzen für den Geldoerkehr in seinem Lande prägen, die den Löwen des Stammes Juda auf der Aversseite zeigen werden. Auf der Reversseite befindet sich wieder der PsalmverS: „Ethiopien reicht nur Gott seine Hand in in' pn e>n.)" Zu Gunsten des hiesigen israelitischen Spitals wurde vor Kurzem hier die deutsche Oper „Lohengrin" aufgeführt, uud war aus diesem Anlässe dar Theater ausverkauft. Juden, Christen und Mohamedaner beeilten sich, sich um Karten zu dieser Vorstellung zu bewerben, um so ihr Scherflein zu diesem Humanitären Werke beizutcagen. So ist diesem

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