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Der Israelit · 1897-04-08 · Heft 28 (8.4.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 28 (8.4.1897)
Date
1897-04-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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527 gleitet. — In dem Vereinslokale angelangt und in Gegenwart sämmtlicher Mitglieder wurde von den O'N2n die Namenslifte jener Herren zur Gutheißung vorgelegt, die gewillt waren, sich ebenfalls in den Verein einzukaufen. — Nach erfolgter Zustimmung wurden die neueingekauften Mitglieder mit Tragbahren und Musikbegleitung eingeholt. Die festlich gehobene Stimmung hielt während des ganzen, spätern Verlaufs der rrroo an, die — gewürzt durch rmi und sonstige Vorträge, — erst in später Nacht ihr Ende fand. Die Mitglieder trennten sich mit dem erhebenden Bewußtsein, an einer echt jüdischen nnve? theilgenommen zu haben. M. A r o n F ü r st. Rußland. Bessaravien, 12. März. Im offiziellen Bericht der Ackerbauschule zu Kokorozine für das Jahr 1895 wird gesagt: „Der Bezirk Orgheef (Befiarabien) zählt eine große Anzahl von Tabakpflanzern. Die Juden haben diese Industrie in der Gegend eingefübrt und sind fast die einzigen, die sie betreiben. Es muß zugestanden werden, daß sie den Boden, das Klima und die Pflanze ganz außergewöhnlich gut kennen. Wenn sie sich bezüglich der großen Cultur noch in den primitivsten Stadien bewegen, so sind sie in der Tabakkultur als Meister anzusehen. Daher trifft man hier allerorts große Ackerbauwirthschaften, die von Juden geleitet werden. Die christlichen Bauern verstehen sich nur wenig auf die Behandlung der gepflückten Tabakblätter. Daher schmeckt der Tabak, den sie Herrichten, schlecht und ist geringerer Qualität." England. London, 4. April. In Ihrer Nr. 24 vom 1. April brachten Sie einen Artikel aus hiesiger Stadt, in welchem die Mittheilung gemacht war, daß die hiesige Gesellschaft für jüdische Geschichte ihr Bedauern kund gegeben habe, daß sie nicht die nöthige Fonds besitze,um Mopse'S Hall zu erhalten. Gestatten Sie nun, Herr Redacteur, mir, einem Mitglied der genannten Gesellschaft, diese Notiz richtig zu stellen. Nicht Mangel an Fonds, sondern Zweifel, ob Mopse Hall je im Besitz der jüd. Gemeinde in Norwich war, da viele Leute, Nichtjuden, in diesem Bezirk den Namen Mopse oder Moses führen und geführt haben, hält unsere Gesellschaft ab, Mopse Hall zu kaufen. Der Bericht ist nochmals der Commission zur weitern endgiltigen Nachforschung im British Museum zurückgewiesen. Findel man genügende Beweise, daß Moyse Hall einen historischen Werth hat, so wird selbige unzweifelhaft angekauft und unterhalten. L. B. London, 26. März. Der in seinem 83. Lebensjahre in Mayfair verstorbene Oxforder Professor der Mathematik John James Sylvester war als Forscher auf dem Gebiet der reinen Mathematik weit berühmt, in Amerika nicht minder als in Europa, denn zweimal hat er in den Vereinigten Staaten gewirkt. Das erste Mal als Profeffor der Mathematik an der Universität von Virginia, und abermals 1877 bis lb83, als er die Lehrstelle der Mathematik an der neugegründeten John Hopkins-Universität in Baltimore bekleidete und durch seine Lehrtätigkeit und mehr noch durch seine Leitung des „Journal of MathematicS" das Studium der höheren Mathematik in Amerika begründete. Der Grund, weswegen er erst spät im Leben einen Ruf an eine englische Hochschule erhielt, ist darin zu suchen, daß er Jude war; obschon er als Student des S. Johns College in Cambridge als Second Wrangler aus den Prüfungen hervorging, konnte er doch weder einen Universitätsgrad erlangen, noch sich um die Smiths-Preise bewerben, noch auch ein Fellowship erhalten. Amerika. New-Uork Mr. Emanuel Lehmann, der Präsident des jüdischen Wohlthätigkeits- und Waisenhaus-Vereines („Hebrew Benevolent and Orphan Asylum Society") hat den Curatoren dieser Anstalt die Summe von D. 100,000 zu dem Zwecke übergeben, daß die Zinsen zum Wohle der Jnsaffen verwendet werden, nachdem dieselben die Anstalt verlaffen haben. Die Stiftung soll den Namen Emanuel Lehman'sche „Industrial and Provident Trust“ tragen. Emanuel Lehman ist 1823 in Würzburg geboren. Die liebergäbe des hochherzigen Geldgeschenkes fand gelegentlich seines 70. Geburtstages statt. P a l ä st i n a. Jerusalem. Wieder einmal bemühen sich einige Störenfriede zu den bestehenden 24 Kolelim noch einen 25. zu gründen. Bekanntlich wurden die Spenden aus Amerika bisher unter alle Kolelim vertheilt, jetzt haben sich einige Personen gefunden, welche unter dem iibrigens noch gar nicht bewiesenen Vorgeben, ans Amerika zu stammen, die ganzen Summen für sich allein beanspruchten. Hoffentlich wird dieser neue Versuch einer Spaltung rasch überwunden werden. Wir haben gerade genug Kolelim hier, neue können wir nicht brauchen. Vermischtes. < Mainz. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die warme Danksagung des Kaisers sür die patriotischen Gefühle, die das deutsche Volk anläßlich der Hundertjahrfeier bekundet hat. Wohlthucnd berührt dabei die Anerkennung des Kaisers, daß alle deutsche Patrioten, „ohne Unterschied des Bekenntnisses" die Tage würdig gefeiert baben. Der Kaiser ist auch darin der Rachfolger seiner großen Vorfahren, die stets die

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