Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1897)
- Date
- 1897-04-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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526 kreuz Philipps des Großmüthigen im Namen des Großherzogs zu überreichen. Die Hauptfeier bestand in einem weihevollen Gottesdienste, in welchem Herr Rabbiner Dr. Stein von Worms in vortrefflichen Worten predigte, Lehrer des Kreises mehrere Lieder in künstlerischer Ausführung vortrugen. Auf dem Rathhause wurden dem Jubilare sehr werthvolle Geschenke überreicht und zwar von früheren Schülern, seiner Gemeinde, der Achawa, zu oessen Vorstande der Jubilar seit ihrer Gründung gehört, dem isr. Lehrerverein, dem isr. Seminaristenverein und den Lehrern des Kreises Worms. Die vielen Reden, die während des Festmahls gehalten wurden, schilderten alle in beredten Worten Herrn Marx als treuen Lehrer, als deutschen Mann, als treuen Collegen und als warmen Förderer der Wohlthätigkeiisvereine. Die vielen Telegramme, welche während des Essens einliefen (über 100 an der Zahl) bewiesen, daß man auch außerhalb Alsheim des Jubilars gedachte. Möge demselben noch ein recht langerund glücklicher Lebensabend beschieden sein. Aus Baden. Es ist eine erfreuliche Wahrnehmung, daß gegenüber dem badischen Mittel- und Unterland, in welchem mehrere Bezirkssynagogen, von denen jede früher einen eigenen Rabbiner hatte, zu einem Rabbinatsbezirke zusammengelegt wurden, in der badischen Bodenseegegend Rabbinatsftellen neu errichtet werden. So hat jetzt die junge israelitische Gemeinde Konstanz mit 545 Mitgliedern, welche seither zum BezirksrabbinateGailingen gehörte, eine eigene Stadtrabbinerstelle, verbunden mit einem festen Gehalt von 2200 Mk. und 800 Mk. für Ertheilung von Religionsunterricht, sowie Kasualien zur Bewerbung ausgeschrieben. Schon vor Jahren hat Konstanz bei der israelitischen Landesbehörde Anstrengung gemacht, den Sitz des Bezirksrabbinats zu erhalten, doch die Bezirksgemeinden entschieden in ihrer Mehrheit für den seitherigen, schon seit Jahrhunderten bestehenden Rabbinatssitz Gailingen, welcher trotz der durch die Freizügigkeit erfolgtes Abnahme, immer noch eine ansehnliche Gemeinde von 765 israelitischen Einwohnern bildet, die, wenn auch damals Konstanz gesiegt hätte, dennoch einen eigenen Rabbiner mit beträchtlichen Opfern zu halten gezwungen gewesen wäre. Die aus sechs Gemeinden bestehende Bezirkssynagoge Gailingen hat nunmehr drei Rabbiner, in Gailingen, Konstanz und Randegg. Denn auch die letztere nur aus 241 israelitischen Seelen bestehende Gemeinde hat seit mehr als einem Jahrhundert einen eigenen Ortsrabbiner. Seit Anfang der fünfziger Jahre hat die Gemeinde Randegg außer der Besoldung eines eigenen Rabbiners auch einen größeren Beitrag an die Bezirkssynagoge Gailingen zu entrichten, was für die an Zahl abaenommene r6,np ein Opfer ist, doch ist der Besitz eines Rabbiners, wie ihn Randegg in Herrn E. Pickard ■nj seit 42 Jahren ihr eigen nennt, eines solchen Opfers werth. Einsender dieses war vor mehreren Jahren über rav in dieser Gemeinde und hat angesichts der wahrgenommenen ächten, alten hier herrschenden Jüdischkeit den inneren Wunsch gehegt, es möchte doch allenthalben so sein, verbunden mit dem weiteren Wunsche, durch größere Stiftungen solche Rabbinate zu erhalten. W. Oe st e rr.-Ungar. Monarchie. ((4.) Neutra, 26. März. In Uj-Seherto bei Nyiregghazza, schreibt ein ungarisch-christliches Blatt, lebt ein Rabbiner Namens Hertzka, der in der Umgegend nicht nur seiner Tugenden, sondern auch wegen seiner großen Klugheit bekannt ist. Nicht nur Juden, sondern auch angesehene Christen pilgern zu diesem Rabbi hin, um sich theils seinen Segen, theils einen weisen Rath zu holen. Das Einkommen dieses Wunderrabbi ist daher ein bedeutendes. Dabei lebt der Mann so einfach und bescheiden, daß sein Haushalt kaum 200 fl. jährlich erfordert. Den Rest seines Einkommens widmet er gänzlich den Armen und Bedürftigen, die zu jeder Zeit bei ihm vorfprechen und auf seine Hilfe rechnen können. Gisenstadt, Ende März. Am Donnerstag, den 25. März fand hier unter reger Betheiligung sämmtlicher Schichten der hiesigen jüdischen Bevölkerung ein herzerhebendes Fest statt. Die Mitglieder der hiesigen '£”-9 x-an veranstalteten, wie im Monat Weadar eines jeden Schaltjahres eine n* bv n-wv, der eine zündende, die Geister und Gemüther mächtig ergreifende ntnn, gehalten in dem prachtvoll dekorirten Saale der ,yn von Sr. Ehrwürden, dem hiesigen Oberrabbiner Kutna, voranging. Der illustre Redner würdigte die Bedeutung des Tages, gedachte in Verehrung des weltberühmten Begründers der hiesigen ,yn, des dp-n m\xo d’js bvz pxjn, ließ auch dabei des Umstandes nicht unerwähnt, daß die hiesige p'n, eine der ältestbestehenden m-cn des Landes, wenn nicht der ganzen Welt überhaupt sei, forderte in zu Herzen gehenden Worten die Mitglieder zur weitern, dauernden Vereinigung, zum fernern Zusammenhalt auf und gab schließlich der Hoffnung Ausdruck, daß diese Vereinigung sich auch in Zukunft des Namens „x-art würdig erweisen werde. — Nachmittag 2 Uhr begann die rra» bv mm Man sah einen, mit prachtvollen, goldgestickten nane, — wie sie in ihrer künstlerischen Ausstattung und in ihrem Werthe selten eine p'n besitzt, — geschmückten Wagen, beladen mit einem mächtigen Faß Wein, sich langsam durch die festlich geschmückten Straßen der Judenftadt bewegen; auf dem Kutschbocke saß, in schneeweißen Kleidern gehüllt, ein Mitglied der prr. Der Wagen wurde von den jungen Mitgliedern der p n mit Musik be-